Mit dem "Open Beatz" beginntam Donnerstag beim kleinen Herzogenauracher Weiler Poppenhof Süddeutschlands größtes Open-Air-Festival für elektronische Musik. Bis zu 20 000 Besucher werden erwartet. Eine Herausforderung für Veranstalter Florian Kleebauer und seine Crew, denn beim Auf- und Abbau sowie während es Festivals sind bis zu 200 Helfer im Einsatz.

"Ich habe mir auch ein paar Tage Urlaub genommen", erzählt Günter Popp, auf dessen Wiesen und Äckern das Festival inzwischen in die sechste Runde geht. Poppy, wie er von allen genannt wird, ist auch immer mal wieder Anlaufpunkt bei den Aufbauarbeiten. "Poppy, hast du ein paar Bretter und lange Nägel, eine Säge brauchen wir auch", fragen Aufbauhelfer, als sie mit einem kleinen Traktor in den Hof gefahren kommen. "Das findet ihr in der Werkstatt und in der Scheune, ihr kennt euch doch aus", antwortet Popp, der zu der Crew das beste Verhältnis hat und sie schalten und walten lässt.


Acht Kilometer Bauzaun

Beim Gang über das Gelände sind überall Mitarbeiter des Veranstalters, turnen auf den Gerüsten der Bühnen herum, stellen Zäune auf und transportieren mit Staplern Kisten, Stromaggregate und Zäune. "Ab und zu versenken sie mal einen Stapler und ich muss mit dem Bulldog ran", erzählt Popp, denn im Wald unweit des Weihers ist der Boden ziemlich weich. In diesem Jahr wurden sechs Bühnen errichtet und über acht Kilometer Bauzaun aufgestellt. 20 Aggregate versorgen das Gelände mit Strom, denn das Festival ist für seine tolle Beleuchtung und Licht-Shows bekannt.

Aber das ist noch nicht alles: "Während des Festivals sind bis zu 200 Sicherheitsleute im Einsatz", erzählt Kleebauer. Außerdem hat das BRK eine eigene Area inmitten des Geländes und während des Festivals sind ausreichend Rettungsfahrzeuge und medizinisches Personal mit Notärzten sowie einen Internisten vor Ort. "Im letzten Jahr war ich mit meinen Leuten rund Tausend Stunden im Einsatz und alle haben sich wieder freiwillig gemeldet", erzählt Kommandant Gerald Himmler von der Feuerwehr Zweifelsheim-Höfen. Dazu kommt noch die Verstärkung der Freiwilligen Feuerwehren Herzogenaurach und Puschendorf.


Bei Kräften bleiben

Die vielen Helfer und Mitarbeiter, die zum Teil in Containern oder Wohnwagen wohnen, müssen natürlich auch verpflegt werden. Dafür ist eine Küchencrew zuständig, die unweit des Popp-Anwesens ein eigenes Gelände zur Verfügung hat. "Wir bekommen jeden Tag ein Super-Frühstück und schmackhaftes Mittagessen und ein reichhaltiges Abendessen, es fehlt an nichts und schmeckt wie bei Mutter", lobt Crew-Mitglied die verantwortliche Köchin. "Mit belegten Brötchen oder Leberkäse ist da nichts getan, denn die Leute müssen bis in die Abendstunden ganz schön schuften", erklärt Popp. Ab heute warten dann 90 Achts auf sechs verschiedenen Bühnen auf die Besucher.