Noch ist das Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt eine Großbaustelle. Die Arbeiten für die Erweiterung und Strukturverbesserung laufen auf Hochtouren. Daneben läuft der ganz normale Krankenhausbetrieb. Statt 80 können wegen der Bauarbeiten derzeit aber nur 72 Betten genutzt werden. Dies ist auch einer der Gründe, warum der Jahresabschluss 2017 ein Defizit von 1,98 Millionen Euro ausweist.

Diesen Fehlbetrag lässt sich der Landkreis Erlangen-Höchstadt sein Krankenhaus kosten. In der jüngsten Sitzung des Krankenhausausschusses freuten sich Landrat Alexander Tritthart (CSU) und Sprecher aller Fraktion, dass die Arbeiten auf der Krankenhausbaustelle voll im Zeit- und Kostenplan liegen. Lob gab es auch für Beschäftigte und Patienten, die mit den Bauarbeiten leben müssen.

Für rund 17 Millionen Euro wird das Kreiskrankenhaus auf den modernsten Stand gebracht. 3,2 Millionen muss der Landkreis davon selbst aufbringen, der Rest fließt an Zuschüssen. Im Zuge der Modernisierung entsteht in einem Erweiterungsbau im Innenhof auch eine neue Intensivstation mit künftig sechs statt der bisher vier Betten.

Den 2017 entstandenen Fehlbetrag führt Verwaltungschef Albert Prickarz auf eine Vielzahl von Ursachen zurück. Da seien einmal die Fixkosten, denen in einem kleineren Haus geringere Erlöse gegenüber stehen. In Höchstadt fallen jetzt auch noch Betten wegen der Baustelle weg.

"Wir wollen eine gute medizinische Versorgung so darstellen, dass es passt", sagt der Verwaltungschef und ist realistisch, wenn er davon ausgeht, mit einem kommunalen Krankenhaus wie dem Höchstadter wohl nie mehr eine schwarze Null zu erreichen. Dafür erfülle das Haus der Grundversorgung einen bestimmten Auftrag.

Beispielsweise sei in den vergangenen zwei Jahren das Haus mit Influenza-Fällen zeitweise voll belegt gewesen, was großen Aufwand aber wenig Erlös bedeutet habe. Prickarz: "Wir können aber auch nicht sagen, du bleibst draußen, damit wir Platz für eine Hüfte haben." Für einen Influenza-Patienten bekommt das Krankenhaus eine Pauschale von 2650 Euro. Soll ein Patient gesund entlassen werden, sind die Kosten im Normalfall höher.

Für einen mit einer Synkope, einer kurzen Bewusstlosigkeit, eingelieferten Patienten werden von den Kassen pauschal 705 Euro vergütet. Zu wenig für die oft ältere Dame, die aufwendig gepflegt und behandelt werden muss.

Daneben sieht Prickarz eine Reihe weiterer Faktoren, die die Bilanz belasten. Da ist der Mehrleistungsabschlag, der in Höchstadt mit einer halben Million zu Buche schlägt, 2018 aber ausläuft. Krankenhäuser, die gegenüber den Vorjahren mehr geleistet haben, mussten drei Jahre lang Abschläge hinnehmen.

Kostentreibend sind auch die Auflagen, immer mehr Struktur vorzuhalten, Kräfte mit bestimmten Qualifikationen. Prickarz klagt generell über ausufernde Bürokratie im Gesundheitswesen: "Es gibt immer mehr Leute, die Behandlungen kontrollieren, als solche, die behandeln." Wenn stattdessen mehr am Patienten arbeiten würden, gäbe es keinen Ärztemangel, ist er überzeugt. Sind aber Leistungen im Krankenhaus nicht genau dokumentiert, gibt es auch kein Geld.