Im Rahmen des Projektes "Zukunftsgestaltung Röttenbach" hatte die Gemeinde Röttenbach vom 23. April bis zum 14. Mai eine umfangreiche Bürgerbefragung durchgeführt. Teilnehmen konnten alle Bürger ab zwölf Jahren und immerhin kamen 500 Fragebögen ausgefüllt zurück.

Die zweite Phase war nun eine offenen Befragung aller 150 Schulkinder. "Ich denke, wenn man über das Thema ,Zukunft einer Gemeinde‘ spricht, sollte man auch das direkte Gespräch mit den Kindern führen, um auch ihre Meinungen und Sichtweisen zu kennen und diese in die Bewertung einzubeziehen", so Bürgermeister Ludwig Wahl (FW), der einen kompletten Vormittag die Schulbank drückte und alle Grundschulklassen besuchte. In der letzten Schulstunde kamen die vierten Klassen zu Wort.


Turnhalle und Spielplätze

Es ging vor allem um kinderrelevante Themen wie Spielplätze, Schulturnhalle, Schule mit Pausehof, Mittagsbetreuung, das Essen, Ferienprogramm in der Mittagsbetreuung, aber auch um die Röttenbacher Vereine und zu guter letzt um "Röbalino", die Kinderspielstadt - Klein-Röttenbach, die in den ersten zwei Sommerferienwochen ihre Pforten öffnet.

Die Kinder konnten auch kundtun, wie ihnen etwas gefällt: Daumen hoch: super, Daumen quer: mittelmäßig und Daumen nach unten: schlecht. Der Spielplatz an der Klebheimer Straße, genannt "Klebi", bekam die meiste Zustimmung, gefolgt vom Ritterspielplatz. In der Schulturnhalle, die nun saniert wird, wäre eine Boulderwand cool. "Aber die bekommen wir ja nicht mehr mit", klagte einer der Viertklässler.

Nach der vierten Klasse geht es ja an die weiterführenden Schulen in Erlangen, Höchstadt oder Herzogenaurach. Eine Schnitzelgrube wäre auch super. Auf die Frage des Bürgermeisters, ob noch ein Spielplatz gewünscht ist, waren einige für einen Wasserspielplatz.


Essen ist "so la la"

In der Mittagsbetreuung sind die Hasen namens Möhrchen, Kalle, Flauschi und Schlappohr eine willkommene Abwechslung nach den Hausaufgaben. Löwen, Giraffen und andere Zootiere wären auch nicht schlecht. Das Essen in der Mittagsbetreuung bekam nur einen quer liegenden Daumen. "Manchmal schmeckt's, aber manchmal auch nicht", so einige Kinder.

Das Ferienprogramm in der Mittagsbetreuung fand viel Anklang, aber die größte Zustimmung bekam die Kinderspielstadt "Röbalino". Die meisten Kinder sind schon angemeldet, einige bekamen keinen Platz und sind traurig. Mal gespannt, wer diesmal Bürgermeister wird.

Ludwig Wahl - in ihm steckt ein guter Pädagoge - nahm alle Anregungen mit und alles wird auch in die Auswertung der Fragebögen mit einbezogen. Auch zwei Hausaufgaben stellte er allen Schülern: "Malt oder schreibt bitte auf die eine Seite eines Blattes, wie ihr euch den perfekten Pausenhof vorstellt und auf die Rückseite gebt bitte an, was ihr für Röttenbach für die nächsten Jahre als ganz wichtig erachtet! Ihr dürft das auch mit euren Eltern besprechen", fügte er noch an.

"Wie der Klassensprecher für die Belange der Klasse zuständig ist, so bin ich als Bürgermeister für die Belange der Gemeinde zuständig", erklärte er weiter. "Und ihr helft mir und dem Gemeinderat bei der Zukunftsgestaltung unserer Gemeinde super mit!" Die kleine Anna aus der vierten Klasse war am Ende ganz begeistert: "Es ist schön, dass der Bürgermeister uns auch gefragt hat und wir unsere Meinung sagen durften", strahlt sie. "Ich glaube, der nimmt uns ernst."