Die komfortable Situation des Haushaltes der Stadt ließen den SPD-Fraktionsvorsitzenden Curd Blank und seine Stellvertreterin entspannt zurücklehnen. Auch kein Wunder bei den positiven Zahlen. So bewege sich die Stadt bei Gewerbesteuer und Beteiligung an der Einkommenssteuer auf hohem Niveau und manch andere Kommune blicke etwas neidvoll nach Herzogenaurach.
"Der Haushalt ist geprägt von Kontinuität und trotz der prächtigen Einnahmen sowie der Rücklagen werden wir wirtschaftlich und solide handeln", erklärte der Fraktionsvorsitzende. Große Forderungen wird die SPD-Fraktion bei der Haushaltsberatung nicht einbringen und wenn es sein muss, auch auf die Bremse treten.
So sei kein Grund vorhanden, die Investitionen ausufern zu lassen und wenn irgendwas droht aus dem Ruder zu laufen, werde man bremsen. Schließlich stünden bekanntlich große Investitionen auf der Agenda und es gebe auch keine Aussage, wie lange die gute Konjunktur noch anhält.
Den Schwerpunkt möchte die SPD-Fraktion auf die Schaffung von Wohnraum legen. So fehlt auf der einen Seite bezahlbarer Wohnraum und auf der anderen Seite möchten viele Einpendler näher an ihrem Arbeitsplatz wohnen. Bei der Wohnraumsituation sehen Litz und Blank aber auch ein Versäumnis von Bund und Land in den letzten Jahren: "Die werden meist erst hektisch, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist."


Planfestellungen abwarten

Das beseitige an sich nicht die Verkehrsproblematik in und um Herzogenaurach. Man müsse jetzt die Ergebnisse des Planfeststellungsverfahrens abwarten. Das betreffe sowohl die Südumfahrung wie auch die ebenfalls schon geforderte Aurachtalbahn. So werden die zuständigen Behörden aufzeigen, was machbar und was nicht. Ähnlich verhalte es sich bei der CSU-Forderung nach einem Ausbau des Hans-Ort-Ringes. Blank ist überzeugt, dass das staatliche Bauamt als zuständige Behörde den Straßenabschnitt sehr genau im Blick hat, was schließlich auch eine Modifizierung der Ampelanlage Bamberger Straße zur Folge hatte. Einen Ausbau in Sonderbaulast der Stadt lehnt der Fraktionsvorsitzende aber ab.
Kinder und Jugend dagegen seien ein zentrales Thema der Kommunen und in diesem Bereich sieht Blank die Stadt Herzogenaurach auf einem guten Weg. Nicht nur aus diesem Grund bringen SPD und Grüne einen gemeinsamen Antrag zur Sitzung des Stadtrates ein, nämlich eine Erhöhung der Jugendförderung auf 95 000 Euro. "Die Stadt kann sich das im Moment gottseidank leisten. In diesem Bereich ist jeder Euro gut angelegt", erklärte Sarah Litz.
Dass die Bürger mitdiskutieren und ihre Meinungen einbringen, sehen Litz und Blank als einen Gewinn für die Stadt. "Bürgerbeteiligung ist ein wichtiger und interessanter Prozess, auch negative können wichtig sein, denn Brauchbares ist immer dabei." Die SPD nehme die Meinung der Bürger ernst, so habe niemand den Anspruch alles zu wissen. Es müsse eben eine Abwägung getroffen und eben auch mal ein Kompromiss geschlossen werden. Trotzdem werde es immer Menschen geben, die unzufrieden seien, es sollte nur nicht ausufern, denn letztendlich müssen die Menschen miteinander leben.