Als am Samstag kurz vor Mitternacht Polizeibeamte in Stuttgart einen 17-jährigen Deutschen kontrollieren wollten, eskalierte die Situation und es kam zu den bekannten Ausschreitungen gegen die Polizei, die bundesweit für Schlagzeilen sorgten. Auch Beamte der Höchstadter Inspektion wurden jüngst attackiert, als sie die Personalien eines jungen Mannes feststellen wollten. "Aber Verhältnisse wie in Stuttgart kennen wir hier nicht", sagt Höchstadts Polizeichefin Sabine Röhrer.

Allerdings kommt es schon seit Jahren immer wieder vor, dass Beamte bei ihren Einsätzen körperlich angegriffen und auch verletzt werden. Bereits vor sechs Jahren klagte Röhrers Vorgänger Jürgen Schmeißer über zunehmende Gewalt gegen Beamte im Einsatz. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Fünf tätliche Angriffe

In diesem Jahr habe es bisher im Bereich der Dienststelle Höchstadt fünf tätliche Angriffe gegen Polizeibeamte gegeben, teilt Röhrer auf Anfrage des FT mit. Dabei waren übrigens vier der fünf Täter Deutsche.

Auslöser für die Eskalationen gegen Polizeibeamte sind hier meist Alkohol und Drogen, berichtet die Dienststellenleiterin, "nüchtern würden sie das vielleicht nicht machen".

Röhrer stellt fest, dass bei manchen Menschen die Akzeptanz staatlicher Autorität generell gesunken ist. Das erlebt die Polizei auch immer wieder, wenn sie beispielsweise vom Rettungsdienst zur Amtshilfe gebeten wird. Da werden die Helfer verbal und körperlich angegangen.

"Der Respekt bei jüngeren Bürgern lässt nach. Jede Amtshandlung wird hinterfragt und bei Einsätzen wird einem gerne mal gesagt, wie man seinen Job zu machen hat", sagt Polizeihauptkommissarin Röhrer. Dies treffe inzwischen aber nicht nur für die Polizei zu, sondern auch für Feuerwehrleute und Sanitäter. Früher habe man noch über kleinere Beleidigungen hinweggesehen, heute sei man aufgrund ihrer Vielzahl nicht mehr dazu bereit.

Sofort Handy gezückt

Häufig würden Kollegen auch im Nachgang angezeigt und ihre Maßnahmen als unrechtmäßig hingestellt. Sehr schnell greifen unbeteiligte Bürger heute zum Handy, um Maßnahmen der Polizei sofort zu dokumentieren. Leider würden solche Filme dann verfälscht geschnitten und die Polizei damit in den sozialen Medien verunglimpft, bedauert Röhrer.