Politiker aller Couleur und viele Mitglieder der Kreishandwerkerschaft fanden sich zum Handwerker-Frühschoppen in Erlangen ein. Dabei wurde auch ein Generationenwechsel vollzogen: Siegfried Beck wurde mit allen Ehren aus dem Amt des Kreishandwerksmeisters verabschiedet.
"Ich bin jetzt 64 Jahre alt, und nach 28 Jahren wird es Zeit, Schluss zu machen. Es müssen ja auch neue Ideen her. Wenn ich mich in der Politik umschaue, was die abliefern, die auf die 70 zugehen, dann lieber abtreten!" Humorvoll übergab Siegfried Beck, von 1990 bis 2008 stellvertretender, und von 2008 bis 2018 amtierender Kreishandwerksmeister, das Zepter an seinen Nachfolger Markus Protze.


Der Neue ist erst 38 Jahre alt


Protze, 38 Jahre alt, ist Schreiner und Diplomingenieur für Holztechnik. Der elterliche Betrieb in Bubenreuth liefert unter anderem Halbfertigteile für die Industrie. Seit zehn Jahren engagiert sich der Motorradfahrer im Vorstand der Schreiner-Innung Erlangen. Seit vier Jahren gehört er dem erweiterten Vorstand der Kreishandwerkerschaft Erlangen-Hersbruck-Lauf an, bei deren Jahreshauptversammlung er am 25. Juni zum neuen Kreishandwerksmeister gewählt wurde.
Beck wurde zum Ehrenmeister des Handwerks ernannt und erhielt zum Abschied eine Spende über 3000 Euro für die Alexander-Beck-Stiftung.
Auch Thomas Pirner, Präsident der Handwerkskammer Mittelfranken, dankte Beck herzlich für sein langjähriges Engagement.


Er steht für frische Ideen

Zudem vergab die VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach die Auszeichnung "Handwerker des Jahres 2018" an den Dorfmetzger Jürgen Reck aus Möhrendorf. Reck, stellvertretender Obermeister der Fleischer-Innung Erlangen Stadt und Landkreis, steht für frische Ideen im Handwerk. Er sucht seine Auszubildende über soziale Medien und postet in seinem Blog täglich Beiträge rund ums Thema Fleisch.
Der Fleisch-Sommelier lässt Kunden in Seminaren, etwa bei einem Steak-Tasting, hinter die Kulissen schauen. Foodbloggerin Felicitas Then berichtete auf N24 über die Dorfmetzgerei, die Bratwurst-Sushi und Leberwurst-Pralinen im Angebot hat. Auch das Bayerische Fernsehen war schon zu Gast.


Attraktiver Lehrberuf

Vielleicht gelingt es so, das Fleischer-Handwerk wieder attraktiver zu machen. Zumal die Ausbildungsvergütung nun im dritten Lehrjahr 1000 Euro beträgt, die meisten Metzger nicht mehr selbst schlachten und Partyservice und Catering vom Fleischer sehr gefragt sind.
Auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) schaute auf einen Sprung vorbei und gratulierte dem neuem Kreishandwerksmeister.