Man könnte in diesem Land einige Hundert Schulen bauen - es fällt noch nicht auf", sagt Gabor Ronay. Der Höchstadter Gynäkologe spricht von Uganda in Ostafrika, das noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt zählt. Die Schule in Kalagi, etwa 36 Kilometer von Ugandas Hauptstadt Kampala entfernt, konnte dank der finanziellen Hilfe von Gabor Ronay und seiner Frau Jeanine gebaut werden.

33 000 Euro hatte das Ehepaar zum Teil selbst finanziert, zum Teil als Spenden gesammelt. Jetzt ist die Schule in Kalagi bis auf wenige Restarbeiten fertiggestellt. Sie ist eines von insgesamt fünf Projekten von Michaela Schraudt, die die Unterfränkin aus der Nähe von Würzburg unter dem Dach des Vereins Neia (Nachhaltige Entwicklung in Afrika) am Laufen hat.

Küche und Lagerraum

Michaela Schraudt und ihr Mann Tadeo, den sie vor zehn Jahren in Uganda kennenlernte, berichten von der Entwicklung des Schulprojekts in Kalagi. Tadeo war zuletzt im Mai dieses Jahres für mehrere Wochen in seiner Heimat. "Er wendet seinen ganzen Urlaub für die Arbeit dort auf", sagt Michaela. Seit Beginn des Projekts im Jahr 2014 wurden acht Klassenräume gebaut. Jetzt konnten ein weiteres Haus mit zwei Klassenzimmern, eine Küche mit Lager und ein Nebenraum errichtet werden.

Ein Trupp von etwa zehn Leuten habe rund sechs Wochen daran gearbeitet. Mit dem Neubau stehe jedem Jahrgang der insgesamt 300 Schüler ein eigenes Klassenzimmer zur Verfügung. Drei Vorschulklassen und sieben Grundschulklassen gebe es an der Nursery & Primary School, wie der offizielle Name lautet.

Die Vorschulkinder würden die Schule bis Mittag besuchen, die Schüler der Grundschule bleiben länger und bekommen dort auch Mittagessen. Wobei Uganda 2017 von einer Hungerkrise betroffen war. Der Trägerverein habe die Schulen mit 20 000 Euro an Spendengeldern unterstützt.

Geringe Schulgebühren

"Ohne dieses Geld hätten viele Privatschulen schließen müssen", sagt Schraudt. Denn um eine private Schule handelt es sich bei diesem Projekt. Die Eltern würden geringe Schulgebühren zahlen. Oberstes Ziel sei die Nachhaltigkeit. Ziel der Projektkoordinatoren ist es daher, "die Schule so weit zu bringen, dass sie auf Dauer unabhängig ist und sich alleine tragen kann". Offiziell gebe es in Uganda zwar Schulpflicht, aber das kontrolliere niemand. Die staatlichen Schulen seien überfüllt und der Standard schlecht. Daher wären sie bei den Eltern auch nicht beliebt.

Die Fotos, die Tadeo mitgebracht hat, zeigen, dass die Zementsäcke durchnummeriert sind, denn der Baustoff ist im Land sehr teuer. Alle Baumaterialien, die es vor Ort gab, seien auch dort gekauft worden, sagt Schraudt. Im Zuge des Schulbaus wurde auch ein Brunnen gebohrt, den ein Würzburger Unternehmer mitfinanziert habe. Der Brunnen versorge jetzt die Schule und 600 Dorfbewohner in der Umgebung mit Wasser.

Vor zehn Jahren befand sich die von Esau Naliku gegründete Schule noch in einer Lehmhütte. Obwohl sie sich inzwischen sehr verändert hat, kann von Luxus keine Rede sein: Ein einfaches Dach aus Wellblech sei ausreichend, so Schraudt. Die Fenster sind nur mit Eisenstäben verschlossen. "Bei Temperaturen, die praktisch nie unter 20 Grad fallen, braucht man keine Fensterscheiben", erklärt Tadeo. Der 37-Jährige findet im übrigen die Hitze hierzulande viel unangenehmer als in seiner Heimat. "Dort kühlt es in der Nacht richtig ab."

Gabor und Jeanine Ronay, die zu Beginn dieses Jahres "ihre Schule" zum ersten Mal besucht hatten, ist noch etwas aufgefallen. "Der Glaube boomt dort richtig und die Kirchen sind voll."

Über Uganda: Lage Uganda liegt in Ostafrika und ist eines der ärmsten Länder der Welt.

Einwohner Die Mehrheit der Einwohner sind Christen, vor allem Katholiken, Protestanten und Anglikaner. Etwa die Hälfte der rund 40 Millionen Einwohner sind Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren.

Weitere Informationen Infos und Spendenkonto unter www.neia-ev.de