Die Chancen für einen Waldkindergarten in Heßdorf stehen gut, so das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Dazu hatte es einen Antrag der Freien Wähler gegeben, denn steigende Kinderzahlen und die Ausweisung des Baugebiets "Heßdorf-Süd" werden weitere Plätze in Kindertagesstätte, Krippe und Hort nötig machen, begründete die FW-Fraktion. Wie es im Antrag heißt, haben sich Waldkindergärten seit Jahrzehnten bewährt und die Natur sei für Kinder ein idealer Ort, um ihren Bewegungsdrang auszuleben. Zudem würden in der natürlichen Umgebung Kreativität, Mut, Vertrauen und Sozialverhalten der Kinder optimal gefördert.

"Außerdem stellt ein Waldkindergarten ein grundsätzliches neues Angebot dar und trägt somit zur Attraktivitätssteigerung unserer Gemeinde bei", erklärten die Freien Wähler. Auch sei die Gemeinde mit ihren großen naturnah bewirtschafteten Waldgebieten hervorragend für das Projekt geeignet. Wie der Tischvorlage zu entnehmen war, hat sich die Verwaltung schon seit Längerem mit der Thematik befasst und sich über die Voraussetzungen informiert.

Auslöser des Antrags wohl eine private Initiative: Eine Heßdorfer Mutter wirbt auf der Internetseite der "Walddetektive Heßdorf" für das Projekt, das im September starten soll. Wie der Bürgermeister erläuterte, stünden hinter der Initiative bereits 16 Familien. Die Initiatorin hat schon ein umfangreiches Konzept entwickelt, wie der Homepage zu entnehmen ist.

Ein Waldkindergarten könne aber frühestens im September 2021 an den Start gehen, erklärte Rehder. Denn bis zu einer Genehmigung müssten viele bürokratische Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Dazu gehören eine Schutzhütte, der Brandschutz und eine Zufahrt. Schließlich müsse noch ein Träger gefunden werden, was sich aber bestimmt lösen lasse, da der Kindergarten in absehbarer Zeit sowieso erweitert werden müsse.

Das Gremium führte das Interesse der Eltern an einem Waldkindergarten zum Teil darauf zurück, dass sie befürchten, keinen Kindergartenplatz zu bekommen. Da die Gemeinde über keine geeignete Waldfläche verfüge, bot Johann Ort (FW) an, bei der Suche zu helfen. Er kenne einige Waldbesitzer, deren Flächen gut geeignet seien. Das Angebot nahm der Bürgermeister gerne an und der Gemeinderat beauftragte Rehder, das Gespräch mit der Kirche zu suchen, denn möglicherweise lasse sich die geplante Kindergartenerweiterung mit einem Waldkindergarten verbinden.