"Die Imkerei muss wieder gestärkt werden, die Bienen sind wichtig für unsere Kulturlandschaft, und die Imker sind ein Teil dieser Landschaft. Ohne Bienen würde es vieles nicht geben", forderte der Landtagsabgeordnete Walter Nussel (CSU) in seinem Grußwort.
Gleichwohl berichtete der Nürnberger Imkermeister Norbert Radinger von einer leichten Renaissance der Imkerei. So haben inzwischen auch jüngere Leute die Imkerei als Hobby entdeckt, und es gebe auch immer wieder Frauen, die ihre Imkerei mit Hingabe betreiben. "Es ist fünf vor zwölf, und ich hoffe, wir kriegen die Kurve", erklärte Radinger den versammelten Imkern und in Richtung des Abgeordneten.

Ungünstige Witterung

Vorsitzender Klaus Becker befürchtet wegen des Winters, der eigentlich keiner ist, hohe Verluste bei den Bienenvölkern. "Wir werden es erleben, wenn wir die Stöcke aufmachen. Viele Völker werden diese Witterung nicht überlebt haben."
Nicht nur wegen des Wetters, auch aufgrund der Monokulturen hätten es die Bienen immer schwerer. Deshalb fordert Becker vehement "Blühstreifen" um Maisfelder. Gerne nehme der Imkerverein das Angebot von Nussel an, die Tuchenbacher Imkerbude auf einer Streuobstwiese am Ortsrand von Burgstall aufstellen zu lassen. Becker hofft, dass die Bürokratie die Erlaubnis gebe, denn die Streuobstwiese ist Teil einer Ausgleichsfläche und darf nicht bewirtschaftet werden. Nussel fordert deshalb eine Wahrung der Eigentumsrechte und stellt die provokante Frage: "Dürfen Bienen auf einer Ausgleichsfläche nicht fliegen?".
Die Anzahl der Imker beim Herzogenauracher Verein, der im nächsten Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert, ist mit 59 gegenüber dem Vorjahr gleichgeblieben, allerdings hat sich die Zahl der Bienenvölker von 413 auf jetzt 342 verringert. Zur Dezimierung trug auch die Faulbrut bei, eine Reihe von Völkern musste verbrannt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Neues Projekt für Kinder

Becker fordert deshalb von den Vereinsmitgliedern, die Zahl der Bienenvölker wieder zu erhöhen und Nachwuchsimker zu werben. Das Motto lautet auch in diesem Jahr "Imker(n) auf Probe", und Becker sowie die anderen Imker greifen Neulingen gerne unter die Arme. Einen neuen Weg will der Heßdorfer Imker Michael Bolland mit "Kids 'n' Bees" gehen. Die Idee ist, Kindern und Jugendlichen nahezubringen, warum Bienen gebraucht werden. Um einen verantwortungsvollen Umgang mit Bienen und der Natur zu lernen, können die Kinder unter Anleitung eines Imkers im eigenen Garten für eine Saison ein Bienenvolk betreuen.
Bei den Neuwahlen gab es lediglich eine Veränderung beim Zweiten Vorsitzenden. Hans-Friedrich Ziegler konnte aus persönlichen Gründen das Amt nicht mehr ausüben. Einstimmig wurde Michael Bolland zum Vertreter von Klaus Becker gewählt.
Vorsitzender bleibt Klaus Becker, neuer Zweiter Vorsitzender ist Michael Bolland. Wie bisher heißt der Schriftführer Udo Wendel, Kassier bleibt Gerhard Knaus und die Kasse prüfen Gerhard Schuh und Thomas Tippmann.