Auch in diesem Jahr sollte während "hin&herzo - Das Kulturfestival" am letzten Septemberwochenende in Herzogenaurach wieder der "hin&herzo-Projektpreis" verliehen werden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das gesamte Festival jedoch auf 2021 verschoben - die Projektpreisträgerin aber trotzdem schon ausgewählt: Der Kulturausschuss des Stadtrats ist in seiner letzten Sitzung der Empfehlung der Jury gefolgt und hat einstimmig beschlossen, den "hin&herzo-Projektpreis 2020" an Birka Falter für ihr Konzertkonzept "glücks-sachen, -draht, -dinge" zu verleihen. Das teilt das Kulturamt der Stadt mit.

Das Programm "glücks-sachen, -draht, -dinge" wird 2021 von dem "ensemble katharsis", einem Ensemble für zeitgenössische Musik aus Nürnberg, dargeboten werden. Es besteht aus Birka Falter (Violine, Komposition), Michael Falter (Viola, Komposition), Kiara Konstantinou (Violoncello, elektronische Komposition, Klangregisseurin), Oksana Martyniuk (Akkordeon) und Johannes Lang (Gitarre).

Hervorragende Abschlüsse

Birka Falter wurde 1990 in Fürth geboren, ist in Herzogenaurach aufgewachsen und studierte Violine und Musikpädagogik an der Hochschule für Musik Nürnberg und in Venedig. 2015 schloss sie als eine der besten ihres Jahrgangs das pädagogische Bachelorstudium ab und wurde dafür mit einem Preis der Musikhochschule ausgezeichnet. Ihr Masterstudium mit Hauptfach Violindidaktik beendete sie dort 2018 mit "sehr gut", geht aus der Pressemitteilung der Stadt hervor.

Seit September 2017 unterrichtet Birka Falter Violine an der Adolph-von-Henselt-Musikschule in Schwabach und seit 2018 an der Orchesterschule Roth. Sie ist Mitglied des Duos "IndiviDuo", des "ensemble katharsis" und spielt außerdem in Projektorchestern. Birka Falter komponiert, arrangiert, gestaltet und entwirft intermediale Konzertprojekte, unter anderem für Kinder und Jugendliche.

Die Jury würdigte bei der Bewertung insbesondere, dass bei ihrem Projekt "glücks-sachen, -draht, -dinge" das Thema des Festivals, "Glückssachen", sehr konkret und zielgenau ausgesucht und entwickelt wurde. Zudem verbinde das Projekt Musik mit Literatur, Texte mit Tanz, klassische Musik mit zeitgenössischer Musik, Musik gespielt auf Instrumenten mit elektronischen Sounds und mehr.

Das Programm sei - so die Jury - ein sehr guter Mix, wirke frisch, solide, durchdacht und professionell. Dass viel gedankliche Vorarbeit dem fertigen Projekt vorausging, sei der Programmgestaltung anzusehen, in dessen Zentrum der Mensch und sein Verhältnis zum Glück stehen. Die Auswahl dieses Grundgedankens, die Vielfalt und Qualität der einzelnen Beiträge und auch der Aufbau des Programms überzeugten die Jury, dass Birka Falters Konzertkonzept "wie für den ,hin&herzo-Projektpreis‘ geschaffen ist", es in hervorragender Weise zu dem Kulturfestival passe und es preiswürdig bereichern würde.

Musik, Texte, Tanz

Im Konzertformat "glücks-sachen,-draht,-dinge" solle die Verbindung "Mensch - Glück" erfahrbar werden in Eigenkompositionen, Arrangements von Stücken von Robert Schumann und Felix Mendelssohn-Bartholdy, Improvisationen, elektronischen Zuspielungen (Texte, Textkollagen, Soundkompositionen) und Tanzperformances, so Birka Falter. Sie erläutert: "Sinnbild für diese Verbindung, Mensch - Glück ist der ,Glücksdraht‘, der sich in Text, Musik, elektronischen Klängen und Tanzperformances und ganz materiell als silberner Faden im Raum durch das Konzert zieht. Der Frage, ob einem das Glück in Form einer schicksalhaften ,Glückssache‘ passiert (wie beispielsweise in Goethes Gedichten ,Meeresstille‘, ,Glückliche Fahrt‘ und der daran angelehnten Komposition von Mendelssohn-Bartholdy) oder ob man sich das Glück selbst schafft, indem man Dinge und Momente zu ,Glücksdingen‘ werden lässt (Eigenkomposition ,Malinka‘ nach dem Gedicht ,Glücksdraht‘), möchte ich mit meinem neugegründeten ,ensemble katharsis‘ musizierend nachgehen."

Da "hin&herzo - Das Kulturfestival" durch die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie 2020 nicht durchgeführt werden kann und auf 2021 verschoben wurde, finden auch Preisverleihung und Darbietung erst im kommenden Jahr statt, teilt die Stadtverwaltung abschließend mit.