Die Stadt Herzogenaurach investiert in die Zukunft und vor allem in geringere Stromkosten. Die meist veralteten Straßenlaternen verschlingen große Mengen an Energie, und viele Städte stellen deswegen die Leuchten auf die umweltfreundliche LED-Technologie um - so auch Herzogenaurach mit seinen über 3600 Straßenlaternen.

Unter der Leitung der Herzo-Werke werden die Metalldampfleuchten durch erheblich energieeffizientere LED-Beleuchtungstechnik ersetzt. Damit lassen sich Energieverbrauch, Energiekosten und Wartungsaufwand reduzieren. Durch die umweltfreundlichen Leuchten verringert sich der Energieverbrauch um bis zu 70 Prozent und die -Belastung sinkt erheblich. Die neuen Leuchten können exakt auf die Umgebungsverhältnisse eingestellt werden, sie halten bis zu 40 Jahre und sollen "insektenfreundlicher" sein.

Jede einzelne Leuchte hat die Beraterfirma Energievision Franken GmbH (EVF) technisch und wirtschaftlich bewertet und die Ergebnisse in ein Konzept zur Umrüstung auf LED-Technologie fließen lassen. Auf dieser Grundlage begannen die Herzo-Werke die Leuchten im Zuge der turnusmäßigen Wartungsarbeiten in insgesamt vier Abschnitten umzurüsten. Start war im Südwesten Herzogenaurachs rund um das Schulzentrum am Burgstaller Weg, nun werden die Leuchtköpfe Straße für Straße ausgetauscht.

Dietmar Klenk, Technischer Leiter der Herzo-Werke, erläutert bei einem Ortstermin die Vorgehensweise: "Wir achten bei der Detailplanung und Ausführung darauf, dass der Verkehr und die Anlieger so wenig wie möglich durch die Umrüstungsarbeiten beeinträchtigt werden. Dabei werden wir mit den Hauptverkehrswegen in den einzelnen Abschnitten beginnen. Nach Fertigstellung einzelner Straßenzüge werden wir diese hinsichtlich ihrer Ausleuchtung überprüfen und gegebenenfalls nachjustieren." Die komplette Umrüstung der Leuchten wird voraussichtlich bis Mitte des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Lichtkegel kann gesteuert werden

Die neuen Leuchten verfügen über ein neutralweißes Licht mit einem Temperaturwert von 4000 Kelvin und einer Gesamtanschlussleistung in Herzogenaurach von etwa 114 kW. Damit kann der Gesamtenergieverbrauch von derzeit 1,3 Millionen Kilowattstunden um mehr als die Hälfte reduziert werden - auch unter Einbezug der Nachtabsenkung. "Das bietet uns nicht nur ein Einsparpotenzial im Sinne der Wirtschaftlichkeit, sondern trägt auch erheblich zur Senkung des -Ausstoßes und damit zum Klimaschutz bei", erklärt Bürgermeister German Hacker (SPD) die Vorteile.

Das neue System ermöglicht, die Lichtstärke der Leuchten exakt auf die Gegebenheiten anzupassen. Neben der individuellen Lichtstromeinstellung kann der Lichtkegel gezielt auf den jeweiligen Verkehrsweg gerichtet werden. "Anhand der Optiken und des Lichtmanagementsystems können wir das Lichtbild somit exakt an die Straßenverhältnisse anpassen", bestätigt Klenk. Die optimale Ausleuchtung sorgt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. "Nebenstraßen werden nicht überbeleuchtet, Hauptverkehrswege erhalten bestmögliche Lichtverhältnisse." Zudem ergeben sich Wartungsvorteile aufgrund der wesentlich verlängerten Lampentauschzyklen. Schäden an der Beleuchtung werden zentral bei den Herzo-Werken erfasst, so dass ausgefallene Leuchten früher erkannt werden.

Die Gesamtkosten der Umrüstungsmaßnahme belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro einschließlich aller erforderlichen Lizenzen des Herstellers, abzüglich rund 500 000 Euro bewilligter Fördermittel. Das Beraterunternehmen EVF geht von einer Amortisation im zwölften Betriebsjahr aus.