Vor einigen Tagen erhielten die Bürgermeister der verpartnerten Gemeinden Uggiate Trevano in Italien und Adelsdorf Post von den Präsidenten beider Staaten, Frank-Walter Steinmeier und Sergio Mattarella. Darin bedankten sich beide für die Gesten der Solidarität, die die Gemeinden untereinander austauschten.

Die Adelsdorfer, allen voran Bürgermeister Karsten Fischkal, aber auch die Mitglieder des Komitees standen stets in engem Kontakt mit Uggiate Trevano und erkundigten sich immer wieder, wie es den Freunden dort geht. Uggiate Trevano liegt in der Lombardei, nicht so weit von Bergamo entfernt.

Schreiben der Präsidenten

Dieser Tage erreichte Bürgermeister Fischkal und zeitgleich Bürgermeisterin Rita Lambrughi in Uggiate Trevano ein Schreiben des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und des italienischen Präsidenten Sergio Mattarella. Die Präsidenten schrieben unter anderem:

"Die Covid-19-Pandemie hat ganz Europa vor noch nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Viele Menschen haben nahe Angehörige, Freunde, Nachbarn und oft ihre Lebensgrundlage und ihre persönliche Lebensperspektive für die Zukunft verloren. Wir mussten lernen, mit Restriktionen zu leben, an die wir vor kurzem nicht im Traum gedacht haben. In den letzten Monaten hat vor allem Italien in besonderem Maße unter der Pandemie gelitten. Die Italiener haben die Einschränkungen mit Bravour und Disziplin eingehalten. Dramatische Bilder sind aus Italien um die ganze Welt gegangen. Sie haben auch die Bevölkerung Deutschlands zutiefst bewegt. Die seitdem erfolgten Gesten der Solidarität im Netzwerk der über 400 deutsch-italienischen Städtepartnerschaften waren wichtige Signale, die in der Krise Mut und Hoffnung vermittelt haben. Ob Videobotschaften, Spenden oder auch einfach nur der Austausch über die jeweilige Lage vor Ort und die Frage, wie man am besten helfen könne - all dies hat gezeigt, dass die Menschen in Italien und Deutschland gerade in Notzeiten einander nahe stehen.

Wir bedanken uns herzlich für die seit Jahrzehnten geleistete Verständigungsarbeit für die Menschen in Italien und Deutschland und insbesondere für das beeindruckende Engagement für die Bürger, speziell während der heißen Phase der Pandemie. Sie leisten tagtäglich einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen ein Virus, das keine Grenzen kennt. Die Städte und Gemeinden in Italien und in Deutschland haben in wenigen Tagen ihre kommunale und partnerschaftliche Arbeit neu organisiert und zusätzliche Angebote entwickelt, um den Menschen während der Krise zu helfen. Viele deutsche Städte haben auch die Möglichkeit von Behandlungen für die italienischen schwerkranken Covid-19-Patienten angeboten. 44 Schwerkranke aus der Lombardei wurden in einer beispielhaften Aktion via Luftbrücke in Krankenhäuser der Bundesrepublik transportiert. Vor wenigen Tagen sind die letzten Patienten genesen und zu Hause angekommen. Die deutsch-italienischen Zusammenarbeit ist zentral für ein starkes, solidarisches und zukunftsorientiertes Europa. Die grenzüberschreitende Kommunalarbeit leistet dafür einen wesentlichen Beitrag. Wir wünschen Ihnen viel Kraft und alles Gute, damit Sie die vor Ihnen liegenden riesigen Herausforderungen erfolgreich angehen können."

In Gedanken bei den Freunden

Adelsdorf ist stolz auf dieses Dankesschreiben. "Auch wenn wir im Moment auf gegenseitige Besuche verzichten, sind wir in unseren Gedanken bei den italienischen Freunden, und wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder sorgenfrei den Weg über den Bernardino nehmen können", erklärte Bürgermeister Karsten Fischkal. "Wir planen auch für die nächste Zeit eine Video-Konferenz."