Der Thespiskarren des Fränkischen Sommertheaters hat am Sonntagabend wieder Halt im Schlossgarten Adelsdorf gemacht. "Es wird sicher eine schöne und aufregende Veranstaltung. Ist es doch die letzte Aufführung von ,Heiße Zeiten' in diesem Jahr und das mit 250 Zuschauern", zeigte sich Jutta Rauter, Büroleiterin des Sommertheaters, im Vorgespräch zufrieden.

Am Abend begrüßte sie die Gäste, die sich schon vorher mit Sekt, Hugo und anderen Getränken und Snacks von Andrea Sieglitz-Hoepffner (Hofhaus GmbH) sowie Cappuccino, Espresso oder heißer Schokolade von John&Audrey auf einen "heißen", aber auch windigen Abend eingestimmt hatten. Sie dankte der Stiftung Schloss Adelsdorf, dass das Fränkische Sommertheater einen Sommer im Schlossgarten gestalten darf, und fand es mutig, dass immer wieder Zuschauer kommen und sogar Wiederholungstäter dabei sind.

Auch wenn es merklich kühler geworden war, hatte das Schauspiel "Heiße Zeiten", ein musikalisches Hormonical von Tilmann von Blomberg (Inszenierung Jan Burdinski), die vielen Zuschauer in das wundervolle Ambiente des Schlossgartens gelockt.

Weiblich, 42 Plus - Na und !?!

Am Flughafen trafen sich zufällig vier Frauen, die zwei Dinge gemeinsam haben: Ihr Flugzeug verspätet sich aus noch unbekannten Gründen und sie befinden sich in den Wechseljahren oder kurz davor. Auf den ersten Blick wirken die vier Damen im Alter zwischen 42 und 57 Jahren, als könnten sie unterschiedlicher nicht sein, jedoch allen gemeinsam sind Hitzewallungen, Panik-Attacken, Schlaflosigkeit und unkontrollierbare emotionale Ausbrüche.

Alle Vier - Melanie Day als Karrierefrau Gabriele Kesselbrink, Gitti Rüsing als die junge Anja Wiebeck, Sibylle Mantau als Hausfrau Doris Bertram, Stefanie Rüdell als die vornehme Viola Hagedorn (daneben noch Lorraine Bühl als Service-Dame) - hofften, dass der Flug nach New York zu einer Art Aufbruch in eine neue Ära wird, in der die Wechseljahre ihren vermeintlichen Schrecken verlieren.

Mit etwas Nostalgie und jeder Menge Augenzwinkern sangen die "Vier Ladys im Hormonrausch" mit ihren hervorragenden Stimmen zahlreiche bekannte Songs und Evergreens wie "What a feeling", "I will survive", "Pretty Woman" und "Fly me to the moon" (Frank Sinatra) und mehr mit deutschen Liedtexten unterlegt und rockten sich so auf direktem Weg über Depressionen, Haarausfall, Inkontinenz und Schönheitsoperationen in die Herzen - nicht nur der Frauen.

Viel Lob aus dem Publikum

Da das Boarding sich immer wieder verzögerte, erlebte das Publikum hautnah in den Gesprächen über das Altern, warum es die vier Ladys nach Amerika zog. Die Zuschauer waren begeistert, mussten viel und herzlich lachen und klatschten oft kräftig mit. Marion Bierlein schwärmte: "Super, so sympathisch, alles ist so klasse rüber gekommen, wie vom Leben geschrieben, auch tiefsinnig. Man kann sich selbst wieder finden. Die Musik war toll und wir haben viel gelacht."

Karl und Michaela Rein erklärten begeistert: "Ein wirkliches Gute-Laune-Stück mit viel Schwung und Charme mit Wiedererkennungsmomenten. Die Musik heizte richtig ein." Eliza Stepina: "Es war selbstkritisch, nett mit viel Selbstironie und ich erkannte mich bei bestimmten Sachen wieder. Die Mädels tanzten und sangen toll."

Viel Applaus gab es zum Schluss und eine Zugabe. Jutta Rauter verriet, dass man schon an einem neuen Stück für nächsten Sommer arbeite: "Höchste Zeiten."