Wer könnte einen Preis, der gemeinsam an die beiden Herzogenauracher Sportartikel-Weltkonzerne geht, besser überreichen als Frank Dassler. Nicht nur weil der 62-Jährige schon mehrfach Präsident des Sportartikelverbandes in Europa und der Welt gewesen ist und seit Ende 2017 erneut der Fesi vorsteht (Europäischer Verband der Sportartikelindustrie). Sondern vor allem auch, weil der Herzogenauracher schon in beiden Firmen aktiv war - für Familien, die jahrzehntelang sehr zerstritten waren. Und selbst aus der Dassler-Familie kommt.

So war Frank Dassler, der Enkel des Puma-Gründers Rudolf Dassler, in jungen Jahren in Diensten der Raubkatze. Zuletzt aber war er 14 Jahre Chefjurist bei Adidas. Bei der Verleihung des Bayerischen Sportpreises an die beiden Unternehmen am Samstag wurde er angesprochen auf den Dassler-Film im Fernsehen und auf die Aussage, dass beide Familien sich einst "peitschten". Darauf entgegnete Frank Dassler am Samstag auf der Bühne: "Ich glaube, ich bin das beste Beispiel dafür, dass es auch anders geht."

Freilich stellte er die Feindschaft von damals nicht in Frage. "Früher war es ganz schlimm", sagte er. "Es gab Puma-Metzger und Adidas-Metzger in der Stadt". Kurzum, es sei alles "richtig geteilt" gewesen. Seit einigen Jahren sei das freilich anders. Dassler spielte auf den Peace-Day an: "Wir spielen Fußball miteinander in Herzogenaurach. Wir haben gemeinsame Interessen." Für Adidas nahmen Vertriebsvorstand Roland Auschel und für Puma Finanzvorstand Michael Lämmermann die Auszeichnung entgegen. Auschel sagte auf die Frage nach dem Stellenwert der Sportpersönlichkeiten in der Zukunft, dass Adi Dassler mit den besten Sportlern der Welt zusammengearbeitet habe, was sich auch bei der jetzigen Verleihung niederschlage. Der Adidas-Mann nannte Franz Beckenbauer, Magdalena Neuner und den FC Bayern.

Sein Kollege Lämmermann brachte Usain Bolt ins Gespräch. Auch bei Puma hätten die Persönlichkeiten schon immer einen sehr hohen Stellenwert gehabt (Stichwort Klaus Wolfermann) und bei Bolt habe man schon frühzeitig dessen Talent erkannt: "Er ist Teil der Puma-Familie".
Die Laudatio hielt Kamghe Gaba. Der ehemalige Leichtathlet wurde dreifacher deutscher Meister über 400 Meter und spielte Jesse Owens im RTL-Spielfilm "Duell der Brüder".