"Ich brauch frische Luft, damit ich wieder bisschen atmen kann. Wenn was endet, fängt was Neues an. Muss nur dran glauben und dann wird alles gut. Ich brauch frische Luft." So lautet der Refrain von Wincent Weiss' Lied "Frische Luft". Und genau so fühlt sich aktuell auch Johannes Zenk. Der Leiter der Fachakademie für Sozialpädagogik Höchstadt wurde am Mittwoch nach 38 Jahren am Mittwoch in den Ruhestand verabschiedet.

Sein Berufsleben, so resümiert er, teilt sich in zwei Hälften. Die ersten 19 Jahre als Lehrer, die anderen 19 als Schulleitung (davon fünf Jahre als Vertretung). "Ich sage nicht, sie waren nicht schön, aber die ersten 19 Jahre waren schöner", erzählt Zenk am Mittwoch. Der Unterricht habe ihm vor allem im letzten Abschnitt seiner Karriere gefehlt.

Trotzdem war der Abschied für Zenk ein langer Prozess, nun freue er sich aber auf das, was kommt, auf die frische Luft. Und das wird sicherlich auch erstmal der Garten sein - zumindest wenn es nach dem Chor der Schule geht. Mit dem Lied "Lemon tree" schenkten sie ihm einen eben solchen, einen Zitronenbaum. Für den eigenen Garten, versteht sich. Denn Zenk war nicht nur Schulleiter, sondern auch Hobbygärtner und Radfahrer. Ein Naturmensch, was auch seine Tätigkeit bei den Pfadfindern unterstreicht.


Auch außerschulisch engagiert

Dort war auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL), der ein "Muster-Pfadfinder" war, wie er selbst mit einem Grinsen feststellt. Von Anfang an habe man mit Johannes Zenk eine fast familiäre Zusammenarbeit gehabt. "Die Seele der Fachakademie war: Zenk", lobt er den abtretenden Schulleiter. Er habe auch viel für die Jugendarbeit geleistet, habe sich außerschulisch enorm engagiert. "Wir brauchen klare Linien. Nicht nur in der Politik, sondern auch in der Bildung", stellt Brehm fest. Diese klaren Linien seien bei Zenk immer vorhanden gewesen, was er sehr schätzt.

Auch Landrat Alexander Tritthart(CSU) sprach von einer "sehr angenehmen, vertrauensvollen Zusammenarbeit". Neben dem Landrat und Bürgermeister Brehm verabschiedeten Zenk auch einige Politiker des Land- und Bundestages. Walter Nussel (CSU), Alexandra Hiersemann (SPD) und Martina Stamm-Fibich (SPD) fanden sich in der Fachakademie ein, um den Schulleiter gebührend zu verabschieden. Und dafür gab sich das Kollegium alle Mühe: sogar einen eigens geschriebenen Rap haben die Lehrer vorgetragen.

Auch der evangelische Pfarrer Hans-Friedrich Schäfer und der katholische Dekan Kilian Kemmer waren anwesend, um Zenk Gottes Segen mit auf den Weg zu geben. "Es geht einer, der jahrelang geprägt hat", sagt Pfarrer Schäfer. Doch wenn einer geht, folgt wieder ein anderer.

In Zenks große Fußstapfen tritt nun Alexandra Mischner, die ab 1. August ihr Büro beziehen wird. Ein wenig bleibt Johannes Zenk der Fachakademie trotzdem noch erhalten, denn er bleibt weiterhin Vorsitzender des Freundes- & Förderkreises der Schule. Doch jetzt heißt es für den scheidenden Schulleiter erstmal: frische Luft tanken.