Das Wetter war perfekt am vergangenen Samstag für ein Fest im Freien. "Unseren Gästen hat das Ambiente vom Schlossgartenfest sehr gefallen", erzählt Organisatorin Ursula Ertl und schwärmt von den Lichtinstallationen, der Musik und dem Feuerwerk. "Die Besucher aus aller Welt fühlten sich wohl im Schlossgarten in Erlangen. Sie haben getanzt, sich unterhalten. Es war ein schickes, fröhliches Gartenfest", sagt sie.

Allerdings bemerkte sie dann, dass einige Gäste auf Essen und Getränke warten mussten. "Das Bon-System hat nicht funktioniert. Da gab es mehrfach Störungen, und deshalb ist der Ablauf durcheinandergeraten", erzählt Peter Hübschmann aus Ebermannstadt, der mit Marcus Müller aus Veilbronn für das Catering verantwortlich war. "Wir hatten uns für dieses System entschieden, um schneller und besser zu sein. Doch dann gab es plötzlich Probleme, die meiner Meinung nach nicht von alleine passieren", so Hübschmann.

Das Bon-System der Firma Zelo ist seit vielen Jahren im Gastronomie-Bereich im Einsatz. "Es ist sicher und stabil und wird auch bei großen Veranstaltungen eingesetzt. Es braucht aber halt Strom", erklärt Geschäftsführer Alexander Geck. Er selbst war mit zwei Mitarbeitern vor Ort und hatte das System kontrolliert. Bevor die Gäste eingelassen wurden, waren die Servicekräfte eingewiesen und das System überprüft worden.


Alle Systeme liefen

"Wir haben mit professionellen Servicekräften zusammengearbeitet. Einige von ihnen kamen bereits beim vergangenen Schlossgartenfest zum Einsatz", berichtet Marcus Müller und erzählt weiter, dass er die Mitarbeiter mit 28 Euro brutto in der Stunde bezahlt: "Unser Ziel war neben ausgezeichnetem Essen ein perfekter Service." Elektriker Karia Salvatore war von zehn Uhr morgens bis fast vier Uhr früh vor Ort und kann ebenfalls bestätigen, dass alles gut vorbereitet war und alle Systeme liefen.

"Zuerst hat ja auch alles funktioniert", berichtet Marcus Müller, und Peter Hübschmann erzählt, dass das Personal gut gelaunt und sehr motiviert war, um den Gästen aus aller Welt einen wunderschönen Abend zu bereiten. Die ersten Bestellungen wurden korrekt über das System aufgenommen und weitergeleitet. "Wir wollten bis kurz vor der Ansprache des Präsidenten alle Bestellungen im Service-Bereich aufgenommen haben", erklärt Müller.

Doch dann fiel auf, dass keine Bons mehr ankamen. "Die Mitarbeiter des Bon-Systems haben schnell reagiert. Und auch die Servicekräfte, die zu Stift und Zettel griffen, um die Bestellungen aufzunehmen", erzählt er. Dabei sei aufgefallen, dass am Bon-System zwei Kabel durchgeschnitten waren und der Stecker gezogen war. "Und am Bildschirm waren Beschädigungen zu erkennen", ergänzt Müller.


Ein ärgerlicher Rückstau


Die Kabel wurden erneuert, das System wieder hochgefahren. "Das hat alles in allem fast eine halbe Stunde gedauert, obwohl jeder schnell und professionell reagiert hat", sagt Müller und meint weiter: "Das Problem war nur, und das können viele Gastronomen bestätigen, dass dann bei so vielen Gästen einfach ein Rückstau entsteht und damit Gäste länger auf ihr Essen warten müssen. Und das tut uns sehr leid." Müller und Hübschmann versuchten, Zeit gut zu machen, indem Hübschmann ebenfalls servierte und Müller Servicekräfte von anderer Stelle abzog. Allerdings fiel während der Hochphase immer wieder Strom aus, erzählen die beiden; doch Salvatore konnte die Probleme schnell beheben.

Die Beschädigungen wurden zur Anzeige gebracht. Ralf Rupp ist Erster Polizeikommissar und Leiter der Ermittlungsgruppe bei der Polizei Erlangen Stadt. Er bestätigt, dass nach den ersten Bestellvorgängen Kabel durchtrennt worden waren und ein Bildschirm beschädigt wurde. "Wir ermitteln wegen Sachbeschädigung. Der Täter ist noch unbekannt", so Rupp. Es gebe noch keine heiße Spur, aber es werde in alle Richtungen ermittelt.

"Zum Glück waren nicht alle Gäste betroffen. Doch für uns ist das eine schlimme Situation. Wir hatten viel geplant und vorbereitet, Profis ins Team geholt und waren hoch motiviert. Doch damit haben wir einfach nicht gerechnet", meint Müller, und Hübschmann sagt abschließend: "Jetzt war ich schon für viele und auch sehr große Caterings verantwortlich, aber das kam noch nie vor."