"Der östliche Trakt des Himbeerpalasts in Erlangen wird für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer eine Heimat auf Zeit", erklärt die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Möglich werde dies "durch die enge und unbürokratische Zusammenarbeit zwischen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der Stadt Erlangen, dem Staatlichen Bauamt Erlangen-Nürnberg sowie der bayerischen Staatsregierung".

Geplant sei eine Unterbringung von bis zu 400 Menschen. Bevor die Flüchtlinge einziehen könnten, seien noch einige Vorbereitungen nötig, um hier eine Notunterkunft zu schaffen. Die Planungen für den Umbau in ein Universitätsgebäude gerieten dadurch nicht in Verzug.

Mit Hochdruck würden aktuell Unterkünfte für geflohene Menschen aus der Ukraine gesucht. Dabei gehe es zum einen um die kurzfristige Unterbringung von Menschen in Notunterkünften, zum anderen um die längerfristige Unterbringung von denjenigen, die in Erlangen blieben.

Der Freistaat Bayern stelle im Rahmen der Katastrophenhilfe nun den derzeit leerstehenden Himbeerpalast vorübergehend als Notunterkunft zur Verfügung, bevor er in ein Universitätsgebäude umgebaut wird. Der östliche Trakt entlang der Werner-von-Siemens-Straße soll dabei eine Alternative zur Unterbringung von Menschen in Turnhallen bieten. Aktuell drei Hallen habe die Stadt Erlangen bislang belegt.

Die notwendigen Sanitäranlagen müssten geschaffen werden. Als Lösung sollen hier Sanitärcontainer im Innenhof aufgestellt werden. Die Stadt stehe bereits mit Anbietern in Kontakt, der Markt ist jedoch eng. Ebenso müssten Betten beschafft sowie Versorgung und Betrieb organisiert und geplant werden. Ein weiterer Fokus liege auf der Gebäudeinfrastruktur:

Nach der Übergabe des Himbeerpalasts an die FAU Ende 2020 würde dieser soweit wie möglich außer Betrieb genommen beziehungsweise für einen Leerstandsbetrieb bis zum Baubeginn hergerichtet. Die Infrastruktur müsse nun wieder instandgesetzt werden. Der Bezug werde im Sommer angestrebt.

Der Himbeerpalast stelle eine Interimslösung dar, der Geflüchteten eine provisorische Unterbringung biete. Da es sich nur um eine vorübergehende Unterbringung handeln könne, seien auch private Vermieterinnen und Vermieter sowie Hotelbetreiber weiterhin aufgerufen, sich für kurzfristige Möglichkeiten zur Unterbringung bei der Stadt Erlangen über ein Formular auf zu melden.

Gleichwohl liefen die Planungen der FAU für den Umbau in ein Universitätsgebäude ohne Einschränkungen und Zeitverzug weiter. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, hätten die beteiligten Partner deshalb vereinbart, dass die Nutzung des Himbeerpalasts als Behelfsunterkunft im Dezember 2023 endet.

Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann: "Es ist, wie es in solchen Krisensituationen sein soll: Alle helfen zusammen und finden über Parteigrenzen und Bürokratiehürden hinweg gemeinsam Lösungen für die würdige Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge. Ich freue mich auch, dass der Himbeerpalast vor seiner Bestimmung als Universitätsgebäude so noch eine überaus sinnvolle Zwischenverwendung findet. Die notwendigen Kosten der Interimsnutzung samt der Sanitärinstallation wird das Innenministerium der Stadt Erlangen erstatten."