Der sechsspurige Ausbau der mitten durch den Landkreis führenden A3 schlägt auch auf das Kreisstraßen-Investitionsprogramm 2021 bis 2024 durch. Brücken und Unterführungen müssen erneuert werden. Dafür werden die Fahrbahnen dieser Bauwerke breiter als bisher und bekommen zusätzlich einen Geh- und Radweg.

Überhaupt ist ein Schwerpunkt des Programms der Ausbau des Radwegenetzes im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Insgesamt sollen für Straßen, Brücken und Radwege in den nächsten vier Jahren 12 Millionen Euro ausgegeben werden. Abzüglich der Zuschüsse für die einzelnen Maßnahmen kalkulieren die Planer im Landratsamt mit einem Finanzbedarf von 6,5 Millionen Euro. Einstimmig und ohne Diskussion segnete der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung das Investitionsprogramm ab. Für Landrat Alexander Tritthart (CSU) mache die Planung deutlich, "dass der Kreis kräftig in Radwege investiert".

Allein durch die Erneuerung zweier Kreisstraßen-Brücken über die Autobahn entstehen zusätzliche Radwege. Wie Dieter Mußack, Sachgebietsleiter Tiefbau beim Landratsamt, auf Anfrage des FT erklärt, ist unter anderem entlang der Kreisstraße ERH 16 von Neuhaus über die neue A3-Brücke bis zur Einmündung in die Staatsstraße der Bau eines Radwegs geplant.

Highlight auf diesem Radweg dürfte die neue Brücke werden. Neben der auf 6,50 Meter verbreiterten Fahrbahn für die Autos bekommen Radler und Fußgänger einen 2,50 Meter breiten extra Streifen. Der wird sich bis nach Neuhaus hinein ziehen. Während Brücke und Straße in diesem Jahr fertig werden sollen, rechnet Mußack für den Radweg noch etwas mehr Zeit ein. Planung und Grunderwerb sind noch nicht so weit.

Um die Zeit der Vollsperrung der Kreisstraße möglichst gering zu halten, wird die neue Brücke neben der alten errichtet. Die Fundamente nehmen bereits Form an. Auf die wird dann die ebenfalls schon vorbereitete Stahlkonstruktion gesetzt. Ist die neue Brücke fertig, wird die alte abgerissen. "Sonst hätte man die Kreisstraße ein halbes bis dreiviertel Jahr nicht befahren können", sagt Mußack. Die Straßenführung muss natürlich angepasst werden. Die Gesamtkosten für Brücke und Radweg sind auf knapp zwei Millionen Euro veranschlagt, wovon der Kreis eine übernimmt.

Ähnlich wie bei der A3-Brücke nahe Neuhaus verläuft auch die Erneuerung der Brücke auf der Kreisstraße ERH 26 bei Hannberg. Allerdings ist dieses Projekt erst ein Jahr später geplant.

Ein Schwerpunkt des Investitionsprogramms bis 2024 liegt im Höchstadter Ortsteil Medbach. Hier soll zunächst einmal die zur Kreisstraße ERH 36 gehörende Ortsdurchfahrt erneuert werden. Im Programm ist die Straßenerneuerung für 2022 vorgesehen, weil vorher die Stadt Höchstadt hier noch Kanal und Wasserleitung auswechseln will.

Sicherer Radeln

Für Radler wird Medbach in den nächsten Jahren deutlich sicherer anzufahren sein als bisher. Neben der Straße nach Aisch baut der Landkreis ebenso einen neuen Radweg, wie auf der anderen Seite des Ortes Richtung Höchstadt. Dabei wird auch das Nadelöhr Autobahnunterführung erneuert und deutlich verbreitert. Unter der dann sechsspurigen A3 kommt zur 6,50 Meter Fahrbahn ein 2,50 Meter Radweg. Die Unterführung soll allerdings erst 2024 angegangen werden.

Nachdem im Ortskern von Wachenroth die Erneuerung der Hauptstraße - einer Staatsstraße - weitgehend abgeschlossen ist, will der Landkreis nachziehen und im kommenden Jahr 570 Meter der Kreisstraße aus Richtung Kleinwachenroth sanieren.

Alle diese Maßnahmen stehen im Investitionsprogramm auf der Liste mit Priorität 1. Mit Priorität 2 findet sich der schon viel diskutierte Kreuzungsumbau bei Adelsdorf. Gemeinde und auch der Kreistag wünschen in dem Bereich, in dem die Kreisstraße ERH 16 die B 470 kreuzt, einen Kreisverkehr.

Vorerst wurde der unfallträchtige Einmündungsbereich durch zwei Ampelanlagen entschärft. Jetzt wartet der Landkreis darauf, dass die vom zuständigen Staatlichen Bauamt angekündigten Kreisverkehr-Möglichkeiten vorgestellt werden.