Eigentlich hätten die Jungs und Mädchen der 9c der Höchstadter Realschule am Freitag wegen Corona frei gehabt. Sie folgten aber trotzdem der Einladung ihres Lehrers Peter Marschall auf das Gelände am Hochbehälter, um hier kräftig Hand anzulegen. Die Schüler modellieren einen Dirtbike-Park, eine Fläche mit unterschiedlichst geformten Erdhügeln, auf denen sich bald alle Radler austoben dürfen.

"Endlich können wir mal cool springen", meinte Jan Müller. Er besucht die Schule zwei Jahrgänge unter den "Arbeitern", war aber gestern mit seinem Klassenkameraden Simon Jungmann auch auf der Baustelle, um immer wieder gleich zu testen, ob die in Form gebrachten Hügel für die Dirtbiker so passen.

Steilkurven und Schanzen

Peter Marschall ist Lehrer für Mathe und Sport und leitet an der Realschule die Mountainbike AG, ein Projekt für die neunten Klassen. Die radbegeisterten Schüler hatten sich zum Jahresbeginn das Ziel gesetzt, einen solchen Parcours in Höchstadt anzulegen. Die Stadt überließ ihnen die Wiese am Hochbehälter für einen höheren Starthügel und jede Menge größerer und kleinerer Wellenbahnen, Steilkurven und Schanzen.

Der Dirtbike-Park wurde von der Realschule initiiert, die Schirmherrschaft hat aber die Stadt. Und die unterstützt das Vorhaben auch kräftig. Mitarbeiter des Bauhofs schafften die Erde ran, die sogar auf Schadstoffe geprüft werden musste - wegen der Nähe zum Wasser-Hochbehälter. Das eine oder andere Baustellengerät stellt ebenfalls der Bauhof.

Gestern wurde bei sommerlichen Temperaturen ab acht Uhr kräftig geschuftet. Die Mädels begannen damit, das Areal von größeren Steinen zu befreien, während sich die Jungs auf die Erdbewegungen fokussiert hatten. Auch die motorgetriebene Rüttelplatte zog zunächst das kräftigere Geschlecht über den Parcours, später durften bei dieser Arbeit auch die Mädchen ran. "Jetzt müssen wir warten, bis es mal wieder regnet, damit die Erde richtig durchweicht", stellte Lehrer Marschall fest, als die Hügel auf der Wiese schon Form angenommen hatten.

Es fehlt noch das Finish in einer Schicht aus Brechsand, die in einer Stärke von fünf Zentimetern über Hügel und Strecke aufgetragen werden soll, um der Anlage die gewünschte Festigkeit zu geben. Bei einer Bahnlänge von 320 Metern hat Marschall dafür einen Bedarf von rund 50 Tonnen dieses speziellen Materials ermittelt. Der Brechsand soll dann unter Einwirkung von Feuchtigkeit eine feste und belastbare Oberfläche ergeben. Das Verteilen des Sandes wollen die Schüler übernehmen.

Peter Marschall betont, dass der neue Park allen Radlern offen steht, die über die Hügel fahren und springen möchten. Auch ältere Semester sind willkommen. Es gibt Streckenabschnitte für alle Anforderungen. "Auch für Zweijährige mit Laufrädern ist was dabei", sagt der Lehrer.

Die abgelegene Lage des Parks am Hochbehälter unweit des Höchstadter Trimm-Pfades wird von den Initiatoren als ideal bezeichnet. Jan Müller und Simon Jungmann müssen jetzt nicht mehr nach Diespeck, um ihre Mountain- und Dirtbikes zu strapazieren. "Es ist geil, eigene Sprünge zu haben", sind sich die beiden einig. Und sie müssen jetzt auch nicht mehr auf Trails durch den Wald düsen.

Stimmen für finanzielle Unterstützung

Um eine finanzielle Unterstützung für ihr Bikepark-Projekt zu bekommen, nimmt die Gruppe an einem Wettbewerb der Sparda-Bank teil, die solche Bildungsprojekte bezuschusst. Auf der Homepage "sparda-machts-moeglich.de" können Stimmen für einzelne Projekte abgegeben werden. Schneiden die Höchstadter gut ab, winken einige tausend Euro.