Bereits im vergangenen Jahr geriet das Medizinische Zentrum Erlangen (MZE) – Stirkat und Kollegen GmbH in eine finanzielle Schieflage. Am 1. September 2025 wurde daher das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Hoffnung auf eine Übernahme der Arztpraxen war groß. Inzwischen steht fest: Bei fünf Standorten war die Suche nach einem neuen Investor erfolgreich. Zwei allgemeinmedizinische Praxen haben jedoch keine Zukunft.

Die Standorte im Zirndorfer Gemeindeteil Wintersdorf (Kreis Fürth) und im Erlanger Gemeindeteil Eltersdorf mussten demnach zum Jahresbeginn geschlossen werden, wie Rechtsanwältin Simone Herger von der Kanzlei Beck & Partner im Gespräch mit inFranken.de bestätigt. Zwar habe es für beide Praxen potenzielle Investoren gegeben – vor allem die Absage in Wintersdorf sei jedoch sehr überraschend gekommen. 

Insolvenz des Medizinischen Zentrums Erlangen: Zwei Hausarztpraxen in Mittelfranken geschlossen

Laut Herger habe man "sehr intensive Gespräche" mit einem potenziellen Investor für den Standort Wintersdorf geführt. "Wir sind davon ausgegangen, die Chancen stehen ganz gut, und haben das auch so an die Mitarbeiter kommuniziert. Daher kam die Absage überraschend", erklärt die Rechtsanwältin, deren Kanzlei die MZE durch das Insolvenzverfahren begleitete.

Ende November sei die Absage eingegangen. Die Gründe dafür seien nicht bekannt. Zum Jahresende musste die Praxis, wie auch der Standort in Eltersdorf, daher geschlossen werden, da ab dem 1. Januar 2026 "weder die Behandlung noch die Abrechnung gesetzlich versicherter Patientinnen und Patienten rechtlich zulässig" gewesen wäre, teilt die Kanzlei mit. Die Insolvenzordnung habe die Einstellung der Praxisbetriebe an diesen Standorten zwingend vorgeschrieben.

Die Schließungen betreffen insgesamt 15 Mitarbeiter. Für beide Standorte sei die ordnungsgemäße Herausgabe der Patientenakten bereits organisiert worden, "um einen reibungslosen Übergang der weiteren medizinischen Versorgung zu gewährleisten".

"Freuen uns sehr": Fünf Praxen nach Insolvenz gerettet – Investoren sind selbst Ärzte

Grund für die Insolvenz waren demnach erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen, mit denen sich das Medizinische Zentrum trotz anhaltend hoher Patientennachfrage konfrontiert sehe. "Seit Jahren stagnierende Vergütungsstrukturen in der ambulanten Versorgung standen steigenden Personal-, Energie- und Sachkosten gegenüber", betont die Kanzlei. 

Das ambulante medizinische Versorgungs­zentrum (MVZ) betreibt sieben Standorte in und um Erlangen mit dem Schwerpunkt in der allgemein­medizinischen Versorgung sowie eine neurologisch-psychiatrische Fachpraxis und beschäftigte zuletzt 54 Mitarbeiter. Für fünf der sieben Standorte konnten nun Investoren gefunden werden. 

In einigen Fällen hätten die in den Praxen bereits tätigen Ärzte diese übernommen, erklärt Herger. An anderen Standorten sei das Team indessen durch Investoren, die zudem selbst als Ärzte praktizieren werden, erweitert worden. "Angesichts der derzeit angespannten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen freuen wir uns sehr über das erreichte Ergebnis und den erfolgreichen Abschluss des Investorenprozess", erklärt Hubert Ampferl, Insolvenzverwalter des MZE in der Kanzlei-Mitteilung.