Es ist ein sportliches Ziel: Im September 2021 soll der Kindergartenneubau in Zentbechhofen fertig sein. Auf dem Gelände, auf dem jetzt der offizielle Spatenstich stattfand, stand noch vor nicht allzulanger Zeit die ehemalige Schule aus den 1960er Jahren.

Ein bisschen Wehmut sei beim Abriss schon aufgekommen, sagte Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) beim symbolischen Auftakt. Auf 3,4 Millionen Euro ist die neue Betreuungseinrichtung veranschlagt. Sie ist für zwei Kindergartengruppen mit je 26 Plätzen, eine Hortgruppe für 30 Kinder und eine Krippengruppe mit zwölf Kindern konzipiert.

Keine Luft nach oben

Der Stadtrat habe die ursprünglichen Kosten um "einige hunderttausend Euro aufgestockt", sagte der "Bauherr", Bürgermeister Brehm. Die 3,4 Millionen Euro sind nach den Worten des Stadtoberhaupts "gedeckelt", mehr gehe aber nicht. Die Investition sei "eine klare Aussage der Stadt für diesen Standort". Aber auch dafür, dass die Stadt zu gewachsenen Traditionen stehe. Denn der bisherige Kindergarten neben der Kirche steht noch in Trägerschaft der katholischen Kirchenstiftung. Das habe 30 Jahre hervorragend funktioniert. Dafür dankte Brehm den Kita-Leiterinnen, ganz besonders aber dem Kirchenpfleger Alois Lunz, der sich "mit viel Herzblut und Engagement" um die Belange der Kita Sankt Johannes gekümmert habe.

Auch die neue Einrichtung soll wie bisher den Bedarf der Kirchenstiftung Zentbechhofen abdecken. Dazu gehören neben Zentbechhofen die Höchstadter Ortsteile Greuth, Förtschwind, Jungenhofen und der zur Gemeinde Pommersfelden zählende Ort Schweinbach. Eine kleine Kirchenstiftung mit rund 700 Seelen, wie Alois Lunz erklärte. "Mehr war einfach nicht zu stemmen und ehrenamtlich nicht zu schultern."

"Mit einem weinenden Auge" habe sich die Kirche daher entschieden, die Trägerschaft künftig in die Hände der Stadt Höchstadt zu legen. Mit der Trägerschaft wechseln ab dem nächstem Jahr auch die Mitarbeiterinnen. Lunz und auch der anwesende Vorsitzende des Elternbeirats, Jochen Dotterweich, hoffen, dass die Zusammengehörigkeit auch weiterhin so gut bleibt wie in ihrer alten, klein strukturierten Einrichtung.

Das Konzept des Architekten Fritz Wiesneth ist ganz besonders auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Um einen zentralen Gemeinschaftsbereich gruppieren sich vier Einzelhäuser, die alle notwendigen Räume einschließlich Verwaltung beherbergen. Das Gebäude sei in Hybridbauweise mit einem hohen Dämmstandard geplant, so dass es die Anforderungen an den KfW-Effizienzhaus-55-Standard erfüllt.

Begrüntes Flachdach

Beim gesamten Konzept stehen ökologische und energiesparende Aspekte im Vordergrund. Die Wände werden in Kalksandsteinmauerwerk ausgeführt, das sich positiv auf Schall- und Wärmeschutz auswirke. Der Bereich des Flachdachs werde insektenfreundlich begrünt. Bei den Dämmmaterialien rückt der Architekt von Styropor ab, um nachhaltigere, teilweise recycelte Materialien einzusetzen. Die Heizung basiere auf einer Grundwasser-Wärmepumpe, Lüftungsanlagen seien mit Wärmerückgewinnung ausgestattet und schließlich erzeugt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom, der weitgehend im Gebäude selbst verbraucht werden soll.

Laut Zeitplan soll der Rohbau der Kita im Herbst unter Dach kommen und im frühen Jahr 2021 der Innenausbau erfolgen. Dass bei dem derzeit "größten Hochbauprojekt der Stadt" Firmen aus der Region beauftragt werden konnten, freute Stadtchef Gerald Brehm ganz besonders.