Bis zum Frühsommer soll der Rohbau fertig sein, lautet der Plan. Angesetzt sind hierfür 208 Tage. Die vergangenen frostigen Nächte haben dem Baufortschritt nicht geschadet, sagt Bauamtsleiterin Silke Stadter im Gespräch mit dem FT. Denn in dieser Zeit herrschte ohnehin Pause auf der Baustelle.

Mehrere Bauarbeiter, die aus Ländern vom Balkan stammen, sind nach Hause zu ihren Familien gefahren, um Weihnachten zu feiern. Die orthodoxen Christen feiern das Weihnachtsfest ja später als die Katholiken hierzulande, nämlich Anfang Januar. Coronabedingt mussten die Arbeiter erst in Quarantäne, bevor sie wieder auf die Baustelle durften.

Kann sich die Fertigstellung des Rohbaus auf der - neben der Herzo Base, wo ja ein ganzer Stadtteil entsteht größten Baustelle der Stadt noch verzögern? Kommt aufs Wetter an, sagt Stadter. Grundsätzlich seien Beton- und Stahlbetonarbeiten gut im Winter durchführbar, berichtet die Bauamtschefin. Bei Temperaturen unter plus fünf Grad Celsius und Schneefall müsse man jedoch mit Einschränkungen rechnen. Silke Stadter teilt, in Absprache mit Projektleiter Jürgen Ziegler mit, dass alle Maßnahmen laufend zwischen der Stadt Herzogenaurach, den beteiligten Planungsbüros sowie der Rohbaufirma abgestimmt werden. Ziel sei es, trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse weiter zu arbeiten.

Abhängig vom weiteren Verlauf des Winters sei es freilich nicht auszuschließen, dass manche Arbeiten verschoben werden müssen und dass die Witterungsverhältnisse zu Terminverschiebungen führen. Erfahrungsgemäß müsse bis Ende März mit winterlichen Wetterphasen gerechnet werden. Das hätten auch die letzten Winter gezeigt, die laut Stadter sehr unterschiedlich stark ausgeprägt waren. Deshalb sei eine mögliche Verzögerung der Arbeiten aktuell nicht exakt prognostizierbar.

Die offizielle Grundsteinlegung für das neue Rathaus fand am 10. Oktober statt. Auf eine angemessene Feier musste coronabedingt verzichtet werden. Dennoch fand die kirchliche Weihe ebenso statt wie bei solchen Anlässen traditionelle Handlungen. So wurde die Zeitkapsel in den Grundstein einbetoniert und gesegnet - eine Tradition, die dem Bauwerk Glück bringen und seinen möglichst dauerhaften Bestand sichern soll. So heißt es auf der Homepage der Stadt, die sich ausführlich mit dem Rathausneubau auseinandersetzt.

In die Schatulle aus Edelstahl wurde, als Zeitzeuge, selbstredend auch eine aktuelle Ausgabe des Fränkischen Tags gegeben. Die Weihe nahmen die evangelische Pfarrerin Karola Schürrle und der katholische Pfarrer Helmut Hetzel vor.

Auch das neue Rathaus ist, wie schon sein 1967 vollendeter Vorgängerbau, eine Verbindung von Neubau und dem historischen Schloss. Auch wird es wieder einen Innenhof, den so genannten Schlosshof geben. Diese Freifläche soll auch als Platz für Veranstaltungen dienen.

Noch ein paar eindrucksvolle Zahlen zum Schluss. Für den Rathausneubau wird eine Gesamtmenge von 5040 Kubikmetern Beton benötigt. Das entspricht etwa fünf vollgefüllten 25-Meter-Schwimmbecken. Verbaut werden zusätzlich etwa 785 Tonnen Stahl, also die Masse von etwa 580 Autos.