Es war einmal mehr eine gelungene Demonstration des Glaubens, die diesjährige Fronleichnamsprozession in Höchstadt. Als besonders stimmungsvoll empfanden die Besucher vor der Prozession den Festgottesdienst unter freiem Himmel im Schlosshof. Dem einen oder anderen Gläubigen setzte die mehrstündige Feier aber auch körperlich gehörig zu. Dafür sorgte bei hochsommerlichen Temperaturen und Schwüle die stechende Sonne.

Als man sich in der Pfarrei St. Georg entschloss, mit dem Festgottesdienst aus der Kirche heraus unter den freien Himmel zu gehen, hatte wohl niemand mit einer derartigen Hitzewelle schon Ende Mai gerechnet.


"Richtig gaga"

"Ich war nach der Prozession richtig gaga", schilderte eine Teilnehmerin ihren Zustand dem FT. Vor allem einigen älteren Besuchern sei es ähnlich gegangen. Sie saßen bereits während des Gottesdienstes in der prallen Sonne, wollten aber auch bei der Prozession dabei sein.

"Man ist doch bei jeder Freiluftveranstaltung froh, wenn es schön ist", sagt im Nachhinein Dekan Kilian Kemmer, einer, der an diesem Tag wohl am wärmsten gekleidet war. Der Dekan gibt aber zu, dass auch er nach der Prozession durchgeschwitzt und k.o. war.

Im Schlosshof seien Bänke für etwa 600 Personen aufgestellt gewesen. Bedauert habe Kemmer, dass im vorderen Bereich im Schatten etwa hundert Plätze unbesetzt blieben, während weiter hinten die Menschen in der Sonne standen. Trauten sie sich nicht, vorne am Altar vorbeizulaufen?

Im nächsten Jahr soll es an Fronleichnam wieder einen Gottesdienst unter freiem Himmel geben. Während der Prozession will Kemmer dann älteren und gebrechlicheren Leuten ein Rosenkranzgebet in der Kirche anbieten. Wer möchte, könnte ja zum vierten Altar wieder in die Prozession einsteigen.

Ordentlich in der Sonne geschmort haben auch einige Fahnenabordnungen von Vereinen. Für Peter Baier vom Katholischen Männerverein waren Sonne und Schwüle grenzwertig. Er schlägt vor, beim nächsten Open-Air-Gottesdienst aus der Premiere Folgerungen zu ziehen und den Altar und die Bänke etwas anders zu platzieren.

Vielleicht hat an Fronleichnam 2019 das Wetter wieder etwas mehr Einsehen mit den Gläubigen. "Es hätte aber auch regnen oder hageln können", sagt Dekan Kemmer, der sich da schon lieber der Sonne stellt.