Das nächste Mal wird eine Schürze umgebunden, Herr Schwab! Ansonsten aber gibt's nichts zu meckern, das Bratwurst-Experiment in der Braustube Heller fand durch die Bank Gefallen und Geschmack. Bernhard Schwab, seines Zeichens alteingesessener Herzogenauracher, engagierter Kommunalpolitiker, Musiker, Schaeffler-Rentner und Stammtischler, hatte die Idee und Brauereichef Hans Heller war durchaus angetan. So etwas könne man öfter machen, meinte er. Hauptsache, es geht um die Wurst, besser: um die Bratwurst.
Denn Heller ist bekannt für sein selbst gebrautes Bier und die Bratwürste aus der gusseisernen Pfanne - die besten in der Stadt, wie überzeugte Fans schwärmen. Es ist eine Braustube, wie sie im Buch steht: echt fränkisch eben. Eine Speisekarte gibt es nicht oder nur zu besonderen Anlässen, dafür darf man aber seine eigene Brotzeit mitbringen. Ein im echten Bierfranken durchaus noch verbreitetes Entgegenkommen für Berufstätige, die ihre Mittagszeit hier verbringen möchten.
Meistens werden aber Bratwürste bestellt, klassischerweise gebraten oder auch blau. Bedingung: fränkisch müssen sie sein, von Metzgern in der Stadt. Und diese Voraussetzung galt selbstverständlich auch für die Idee von Bernhard Schwab, auch wenn sein Experiment einen besonderen Namen trug: Serbische Bratwürste. Dahinter steckten freilich genau die fränkischen Bratwürste, die es da immer gibt, nur eben anders zubereitet.
In seiner Familie, so erinnert sich Schwab, gebe es die Serbischen Bratwürste schon seit langer Zeit. Oft sei diese Speise früher an Heiligabend zubereitet worden. "Viele Herzogenauracher kennen das noch", sagt Schwab. Das Rezept reiche mindestens in die 50er Jahre zurück. In manch fränkischer Familie galt das als Leibgericht.
Was aber ist da anders? Die Bratwürste sind fränkisch, sagt Schwab. Und zwar so, wie man sie in Herzogenaurach vorfindet, also keine Nürnberger oder Bamberger. Dazu kommen angeröstete Zwiebeln, Paprika in allen Farben, Ketchup für die rote Soße, Curry und andere Gewürze. Und es wird Weißbrot gereicht. Fertig. "Es ist ein ganz einfaches Essen", sagt Schwab. "Es ist leicht zu machen und es ist schmackhaft und würzig." Auch im Internet, beispielsweise auf chefkoch.de, findet sich die Serbische Bratwurst. Das Rezept ist also durchaus über Herzogenaurach hinaus verbreitet.
Als Versuchskaninchen diente der Mittwoch-Stammtisch. Ehemalige "Schaefflerknechte" und "Siemensindianer" treffen sich da, mindestens einmal im Monat. Und die haben da viel Gelegenheit, manch Flausen auszubrüten. Die Serbischen Bratwürste schafften breite Zustimmung, von allen Verkostern gab's einen Daumen hoch. Und manch Kommentar dazu.
"Solange die Basis fränkische Bratwürste sind, ist alles okay", merkte Herbert Fuchs an. Die Farbe der Soße hingegen ermunterte Jürgen Schütt zu einer Nachfrage: "Kriegt der Bernhard eine andere?" Denn als Fraktionschef der CSU im Stadtrat sei er ja ein Schwarzer durch und durch. Schwab blieb gelassen: "Das ist die Groko-Soße", entgegnete er. Da dürfe Rot mit drin sein. Das bekräftigte auch Hans Brückner, dem offenbar schreckliche Bilder vor dem inneren Auge abliefen: "Da darf man froh sein, dass der keine Jamaika-Soße machen muss."
Brauereichef Hans Heller gefällt die Idee seiner Gäste. Wer ein Rezept hat, dürfe gern damit kommen, meint er. Er sei für Experimente aufgeschlossen, nur um die Bratwurst muss es halt gehen.
Dass der Hans bei seinen Gästen jetzt werben muss, weil er doch just zum Jahresbeginn den Bierpreis im Wirtshaus erhöht hat, das allerdings entspringt bestenfalls der Gerüchteküche. Nach fünf Jahren hat er es gewagt, den Preis fürs Seidla von 1,80 auf zwei Euro zu erhöhen. Zuvor war der Bierpreis ganze zehn Jahre stabil und wurde damals ebenfalls um 20 Cent - oder waren das sogar noch Pfennige? - angehoben.
Das Seidla für zwei Euro, auch damit bleibt Heller weit und breit einer der günstigsten. Eine urwüchsige Braustube eben - mit selbst gebrautem Bier und fränkischen Bratwürsten und der mitgebrachten Brotzeit, wenn man mag.
Denn Heller ist bekannt für sein selbst gebrautes Bier und die Bratwürste aus der gusseisernen Pfanne - die besten in der Stadt, wie überzeugte Fans schwärmen. Es ist eine Braustube, wie sie im Buch steht: echt fränkisch eben. Eine Speisekarte gibt es nicht oder nur zu besonderen Anlässen, dafür darf man aber seine eigene Brotzeit mitbringen. Ein im echten Bierfranken durchaus noch verbreitetes Entgegenkommen für Berufstätige, die ihre Mittagszeit hier verbringen möchten.
Lange Tradition
Meistens werden aber Bratwürste bestellt, klassischerweise gebraten oder auch blau. Bedingung: fränkisch müssen sie sein, von Metzgern in der Stadt. Und diese Voraussetzung galt selbstverständlich auch für die Idee von Bernhard Schwab, auch wenn sein Experiment einen besonderen Namen trug: Serbische Bratwürste. Dahinter steckten freilich genau die fränkischen Bratwürste, die es da immer gibt, nur eben anders zubereitet. In seiner Familie, so erinnert sich Schwab, gebe es die Serbischen Bratwürste schon seit langer Zeit. Oft sei diese Speise früher an Heiligabend zubereitet worden. "Viele Herzogenauracher kennen das noch", sagt Schwab. Das Rezept reiche mindestens in die 50er Jahre zurück. In manch fränkischer Familie galt das als Leibgericht.
Was aber ist da anders? Die Bratwürste sind fränkisch, sagt Schwab. Und zwar so, wie man sie in Herzogenaurach vorfindet, also keine Nürnberger oder Bamberger. Dazu kommen angeröstete Zwiebeln, Paprika in allen Farben, Ketchup für die rote Soße, Curry und andere Gewürze. Und es wird Weißbrot gereicht. Fertig. "Es ist ein ganz einfaches Essen", sagt Schwab. "Es ist leicht zu machen und es ist schmackhaft und würzig." Auch im Internet, beispielsweise auf chefkoch.de, findet sich die Serbische Bratwurst. Das Rezept ist also durchaus über Herzogenaurach hinaus verbreitet.
Fränkisch als Basis
Als Versuchskaninchen diente der Mittwoch-Stammtisch. Ehemalige "Schaefflerknechte" und "Siemensindianer" treffen sich da, mindestens einmal im Monat. Und die haben da viel Gelegenheit, manch Flausen auszubrüten. Die Serbischen Bratwürste schafften breite Zustimmung, von allen Verkostern gab's einen Daumen hoch. Und manch Kommentar dazu. "Solange die Basis fränkische Bratwürste sind, ist alles okay", merkte Herbert Fuchs an. Die Farbe der Soße hingegen ermunterte Jürgen Schütt zu einer Nachfrage: "Kriegt der Bernhard eine andere?" Denn als Fraktionschef der CSU im Stadtrat sei er ja ein Schwarzer durch und durch. Schwab blieb gelassen: "Das ist die Groko-Soße", entgegnete er. Da dürfe Rot mit drin sein. Das bekräftigte auch Hans Brückner, dem offenbar schreckliche Bilder vor dem inneren Auge abliefen: "Da darf man froh sein, dass der keine Jamaika-Soße machen muss."
Brauereichef Hans Heller gefällt die Idee seiner Gäste. Wer ein Rezept hat, dürfe gern damit kommen, meint er. Er sei für Experimente aufgeschlossen, nur um die Bratwurst muss es halt gehen.
Von 1,80 auf zwei Euro
Dass der Hans bei seinen Gästen jetzt werben muss, weil er doch just zum Jahresbeginn den Bierpreis im Wirtshaus erhöht hat, das allerdings entspringt bestenfalls der Gerüchteküche. Nach fünf Jahren hat er es gewagt, den Preis fürs Seidla von 1,80 auf zwei Euro zu erhöhen. Zuvor war der Bierpreis ganze zehn Jahre stabil und wurde damals ebenfalls um 20 Cent - oder waren das sogar noch Pfennige? - angehoben. Das Seidla für zwei Euro, auch damit bleibt Heller weit und breit einer der günstigsten. Eine urwüchsige Braustube eben - mit selbst gebrautem Bier und fränkischen Bratwürsten und der mitgebrachten Brotzeit, wenn man mag.