Ein wenig feucht muffelt es schon in der Kita Kunterbunt in Adelsdorf, was auch den Trocknungsgeräten geschuldet ist, welche seit dem 6. Juli rund um die Uhr im Einsatz sind.

Grund ist ein Wasserschaden, welcher vermutlich beim Einbringen des Estrichs im kaum zwei Jahre alten Erweiterungsbau der Kita im Bereich der Fußbodenheizung entstanden ist.

Momentan sind die Räume und Flure durchzogen von Rohrleitungen, die alle zwei Meter in ein Loch im Boden münden. Angeschlossen daran sind sechs Trocknungsgeräte der Firma Gebäudetrocknung Lang aus Bad Feilnbach, die laut Zweitem Bürgermeister Günter Münch (FW) seit dem 10. Juli pro Tag jeweils zwei Liter Wasser aus dem Estrich ziehen.

Boden raus, Fliesen runter

"Ich gehe davon aus, dass es noch vier bis sechs Wochen dauern wird, bis alles trocken ist", mutmaßt er. Der Schaden selbst befindet sich im Spielflur zwischen dem Sanitärbereich und dem Materialraum. "Das Loch ist nicht das Problem", so Heike Zahnleiter (Leiterin Soziale Dienste), "das ist gestopft. Die Entwicklung des Wassers unter der Bodenplatte ist das Problem." So müssen zum Beispiel im Sanitärraum die Fliesen von der Rigipswand entfernt werden, da sich das Wasser dort hochgezogen haben dürfte. "Wasser hat einen kleinen Kopf, wie man sagt. Das sucht sich seinen Weg", erklärt Münch. Neben den Fliesen muss später auch wieder der Bodenbelag erneuert werden, ein Stopfen der Bohrlöcher allein reicht da nicht aus.

Personal bemerkt Ausflockungen

Laut Verena Haberkamm, die die pädagogische Leitung der Kita innehat, war der Schaden den Erzieherinnen vor vier bis sechs Wochen aufgefallen, als sie sichtbare Ausflockungen an den Wänden entdeckten. "Da hat man gemerkt, dass was nicht stimmt", sagt sie. Betroffen war neben den drei Kindergartengruppen auch der Mehrzweckraum, der als Notgruppe für die nächsten zwei bis drei Jahre herhalten sollte.

"Wir haben uns zusammengesetzt und beraten, was zu tun ist", sagt Haberkamm. "Als Ausweichmöglichkeit waren die Logo-Räume im Gespräch", erklärt Zahnleiter "Aber diese sind ab September wieder belegt. Auch das Pfadfinderheim hat sich bereit erklärt, uns aufzunehmen, doch da wäre zu wenig Platz gewesen." Der Turnraum der Kita Regenbogen und der Essensraum der Kita Regenbogen II wurden laut Zahnleiter ebenfalls als Möglichkeit in Betracht gezogen, zudem erklärten sich ein paar der Eltern bereit, ihre Sprösslinge zuhause zu betreuen.

Letztendlich schien dann aber die Aischgrundhalle als Ausweichquartier die praktikabelste Lösung. Als nächstes trat man laut Zahnleiter an das Landratsamt heran, um anzufragen, was möglich ist und was nicht. Jutta Seitz und Brigitte Krivic von der Kita-Aufsicht besichtigten am 6. Juli die Halle und gaben noch am gleichen Tag vorläufig grünes Licht. "Das finale Statement folgt am Montag", sagt Zahnleiter, "aber es gibt keinen Plan B". "Der Plan B wäre gewesen, zu schließen und die Kinder bleiben zuhause", ergänzt Haberkamm.

Ab September 75 Kinder

Seit dem 1. Juli herrscht eingeschränkter Regelbetrieb, bis zu den Sommerferien gilt es 62 Kinder zu betreuen, ab September sind es dann 75. "Aber besser jetzt, als wäre der Schaden erst aufgetaucht, wenn wir die Notgruppe bereits in Betrieb genommen hätten", sagt Zahnleiter. "Von Seiten der Gemeinde ist wichtig, dass wir die Räume wieder in Betrieb nehmen können, aber nur, wenn hundertprozentige Sicherheit besteht, dass keiner Schaden nimmt", erklärt Münch.

"Das Personal musste durch die Corona-Krise erhebliche Aufgaben bewältigen, jetzt kommt das hier. Da muss wahnsinnig viel Arbeit geleistet werden. Nicht nur wegen der Kinder, sondern auch die technische Koordinierung. Das ist eine großartige Leistung der Mitarbeiter der Kindertagesstätte und des Sozialen Dienstes durch Heike und Verena."

Auf die Kosten angesprochen, erklärt Münch: "Selbst, wenn nur die geringste Maßnahme durchgeführt werden muss, dann sind das immense Kosten." Kosten, bei denen die Versicherung prüfen wird, wer sie zu berappen hat. An der Gemeinde Adelsdorf bleibe laut Münch aber nichts hängen.

Um die Sicherheit der Kleinen in der Aischgrundhalle zu gewährleisten, galt es ein paar Auflagen zu erfüllen. So wurden laut Zahnleiter die Toiletten mit Podesten ausgestattet und die Toilettentüren selbst als Klemmschutz ausgehängt. Wo Klettermöglichkeiten bestehen, werden Matten ausgelegt, Steckdosen wurden mit entsprechenden Einsätzen versehen.

Auch hungern müssen die Kinder nicht, kann doch die Küche der Aischgrundhalle genutzt werden. "Wir hoffen, dass die Notlösung nicht allzu lange dauert, aber das ist noch nicht abzusehen", so Zahnleiter. Frühestens in vier Wochen rechnet sie mit einem Zwischenbericht für die weitere Planung.

Ab Dienstag im Notquartier

Ab Dienstag werden die 62 Kinder der Zebras-, Löwen- und Giraffen-Gruppe dann nicht mehr wie gewohnt durch die Räume der Kita Kunterbunt toben, sondern müssen mit den Räumlichkeiten der Aischgrundhalle vorliebnehmen.

Die Außenanlagen der Kita Kunterbunt werden sie trotzdem nutzen können, so dass dem Bewegungsdrang kein Einhalt geboten werden muss.