So hat sich die neue Chefin der Höchstadter Kämmerei ihren ersten Haushaltsentwurf wohl nicht vorgestellt. Zusammen mit Bürgermeister Gerald Brehm (JL) präsentierte Verena Hausmann am Freitag das Zahlenwerk für 2020, das von einem Sparkurs geprägt wird wie seit Jahren nicht mehr.

"Wir sind im Umbruch", kommentiert der Bürgermeister den Etatentwurf für 2020, der vom Hauptausschuss schon mal einstimmig abgesegnet wurde. Am Montag, 21. September, soll der Stadtrat in seiner Sitzung um 18 Uhr in der Aischtalhalle darüber befinden.

Von 92 auf 63 Millionen Euro

Der Haushalt komme spät, aber nicht zu spät, sagt Brehm. Das liege auch an der personellen Situation in der Kämmerei. Der Nachfolger des in die Altersteilzeit gegangenen Kämmerers Georg Süß war nicht sehr lange im Amt. Jetzt übernimmt den Posten mit Verena Hausmann Brehms Wunschkandidatin. Sie arbeitet seit 2006 bei der Stadt Höchstadt und war seit 2012 stellvertretende Leiterin der Kämmerei.

Das erste Zahlenwerk unter ihrer Führung ist von einem harten Sparkurs geprägt. Lag das Höchstadter Haushaltsvolumen im Vorjahr noch bei 92 Millionen Euro, sind es für 2020 nur noch 63 Millionen. Der finanzielle Ist-Zustand und die Ausgangslage sind laut Brehm noch "hervorragend". Die Stadt verfüge über 15.9 Millionen Rücklagen und habe nur 13,9 Millionen Euro Schulden.

Jetzt schlägt die Corona-Krise auch voll auf die Stadt durch. "Uns fehlen sechs bis sieben Millionen Euro Steuereinnahmen", hat der Bürgermeister schon hochgerechnet. An Einkommen- und Gewerbesteuer hatte Höchstadt im Plan 2019 noch 19 Millionen angesetzt.

Konnten in den vergangenen Jahren immer noch fünf bis sechs Millionen Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt mit in die Investitionen fließen, braucht der von 45 auf 38,5 Millionen geschrumpfte Verwaltungshaushalt heuer 350 000 Euro Zuschuss aus den Rücklagen. Alles was gestrichen werden konnte, habe man gestrichen. Die geplante Aufstockung des Personals im Rathaus wird zurückgestellt.

Halte die Corona-Krise an, sei die riesen Infrastruktur, die Höchstadt vorhalte, dauerhaft nicht bezahlbar, sagt Brehm. Noch könne man auch nicht beurteilen, wie sich die Situation bei der Firma Schaeffler auf die Stadt auswirkt. Zusammen mit anderen Politikern will Brehm bei der Familie Schaeffler die Position der Stadt darstellen. Von den beim größten Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler Höchstadts angekündigten Veränderungen wären 400 bis 500 Familien betroffen.

Die Investitionen im Vermögenshaushalt hat die neue Finanzchefin Hausmann von 47 auf 25 Millionen heruntergefahren. Nur noch alle angefangenen Projekte stehen im Plan. Investiert wird auf jeden Fall in die Bereiche Schulen und Kindergärten, sprich in die neue Kita Zentbechhofen und die Erweiterung der Spix-Mittelschule.

Fest eingeplant sind Ausgaben für die Außenanlagen der Fortuna Kulturfabrik, die Endarbeiten im Freibad, die neue Bande im Eisstadion, das Haus der Heimat in der Hauptstraße, die Drehleiter für die Feuerwehr und der Soziale Wohnungsbau in der Kerschensteinerstraße. Weiter wie geplant angegangen werden soll auch die Sanierung einer Reihe von Straßen in der Stadt.

Neue Maßnahmen werden in allen Bereichen erst einmal geschoben. Das betrifft unter anderem auch den Bau eines neuen Eisstadions. Für Brehm wäre kurzfristig die Sanierung des alten eine Option, sollte es dafür Zuschüsse über neue Förderprogramme geben.

Der Bürgermeister erinnert an die weltweite Krise 2009, die Höchstadt durch antizyklisches Verhalten und die Nutzung aller Zuschussmöglichkeiten gut überstanden hat. Aktuell sei Vorsicht angezeigt, aber keine Panik. Für den Haushalt 2020 müssten keine Kredite aufgenommen werden, sagt Kämmererin Hausmann, alle Altkredite seien entschuldet.