Im Heim der Kaninchenzüchter in Hemhofen wurde beim politischen Aschermittwoch des Kreisverbandes Erlangen-Höchstadt der Freien Wähler ein Bogen von der Bezirkspolitik über die Landespolitik bis in die Bundespolitik gespannt - alles abgerundet mit dem traditionellen Heringsessen.
Mit Leidenschaft und großem Engagement stellte Landtagskandidat Christian Enz, Experte für Generationengerechtigkeit, Koordinator des FW-Landesarbeitskreises für Sozial- und Familienpolitik, die Ziele seiner Partei, aber auch seine eigenen Ziele vor. Er fordert vor allem mehr Gerechtigkeit für die Mittelschicht und die Abschaffung der Strabs.
Die CSU in Bayern regiere seit Menschengedenken allein und sei selbstgefällig. "Unser Ziel ist es, dies in den kommenden Wahlen zu verhindern", betonte er. Es brauche vernünftige Stimmen, die viel mehr hinterfragen und eigene Ideen einbringen, wie das Gabi Schmidt im Landtag tue. Parteien, die nicht miteinander könnten, denen es nur um den Machterhalt gehe, führten zu einem Stillstand im Land, und das sei nicht gut, besonders auch für Bayern. Er sprach von den Fehlentscheidungen wie Einführung der Studiengebühren und des G8. Dass diese zurückgenommen wurden, seien Verdienste der FW.


Kritik an hohen Buspreisen

Auf den Mangel an Pflegekräften ging er ebenso ein wie auf das Asylproblem, das nicht gelöst sei. Man komme nicht nach, die Ansprüche zu prüfen. "Unsere Grenzen sind offen für jeden - auch die organisierte Kriminalität genießt das." Die übervollen Straßen prangerte er auch an. "Die Busse fahren größtenteils leer - der Preis ist zu hoch und die Passagiere fühlen sich oft nicht sicher", so Enz.
Zum Schluss ging er auf die Strabs ein. "Straßen sind kein Luxus der Anwohner, denn alle Gewerblichen und Privaten profitieren davon." Man brauche deswegen kein neues Amt, sondern es solle einfach ein zusätzlicher Topf geschaffen werden. Man müsse mit Sinn und Verstand wirtschaften.
Bezirkskandidat Martin Oberle, Agraringenieur und Leiter der Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft, Kreisrat und Stadtrat, Dozent an der Hochschule in Triesdorf, stellte ebenfalls sich und seine Ziele vor. 2013 sei er als Quereinsteiger in die Politik gekommen.
Die Fischerei, die Heimatpflege bis hin zur Volksmusik seien Bezirksangelegenheit, genauso wie die Laufer Mühle, die Barmherzigen Brüder in Gremsdorf, die WAB Kosbach, das Bezirkskrankenhaus, die Berufsfachschule, die Heimat- und Denkmalpflege, Natur- und Umweltdinge. "Mein Ziel ist es, dass alle finanziellen Mittel gut verwendet werden, damit die Leistungen erhalten bleiben. Wir setzen uns für eine lebenswerte Gesellschaft im Frankenland ein!"
Bei Hering und Pellkartoffeln gab es anschließend Gelegenheit, die politischen Lageberichte zu diskutieren.