Adolf Krause ist nach den Worten von Bürgermeister Joachim Wersal (FW) "ein Anwalt der Menschlichkeit, einer, der mehr tut als seine Pflicht". Der Hemhofener aus dem Ortsteil Zeckern wurde in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend vom Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch (CSU) mit dem Ehrenbrief des Bezirks Mittelfranken ausgezeichnet.
Damit werde Krauses "vorbildliches und äußerst erfolgreiches ehrenamtliches Wirken in der Heimatpflege" gewürdigt, sagte Bartsch. Insbesondere sein Einsatz für die Pflege und den Erhalt des jüdischen Friedhofs in Zeckern, einem für ganz Mittelfranken bedeutenden Kulturerbe. Initiiert wurde die Ehrung von stellvertretender Bezirkstagspräsidentin Karin Knorr (FW).
Seit rund 20 Jahren übt Adolf Krause diese Arbeit ehrenamtlich aus. Nach den Worten des Bezirkstagspräsidenten ist der jüdische Friedhof von Zeckern mit rund 15 000 Quadratmetern einer der größten in Deutschland. Er gehe auf das 14. Jahrhundert zurück und sei damit auch einer der ältesten. Von ursprünglich 1522 Grabstellen seien noch 800 erhalten. Der Friedhof sei nicht nur ein bedeutendes Baudenkmal, er habe aufgrund der Geschichte und des Holocausts auch eine historische Dimension: Er halte eindringlich vor Augen, dass hier über Jahrhunderte eine große jüdische Gemeinschaft lebte. Der Friedhof trage "heute und auch in Zukunft dazu bei, dass wir die Augen vor der Vergangenheit nicht verschließen".
Neben der gärtnerischen Funktion gebe es auch die heimatkundliche Aufgabe, die Erinnerung und das Wissen über den Friedhof wachzuhalten und weiterzugeben, betonte der Laudator.
Adolf Krause kennt diesen Friedhof seit seiner Kindheit. Seit 1993 kümmert er sich selbst um dessen Pflege, bis dahin hatte sich sein Vater des Friedhofs angenommen.
In die Laudatio ließ Bartsch noch weitere ehrenamtliche Funktionen des Geehrten einfließen. Von 1966 bis 1971 und von 1978 bis 1990 sei Adolf Krause Mitglied im Gemeinderat gewesen. 13 Jahre habe er als Vorsitzender die Geschicke der Feuerwehr Zeckern gelenkt. Der Ehrenbrief des Bezirks sei Ausdruck der Anerkennung für diese herausragende ehrenamtliche Leistung.

Ein Ort der Ruhe

Hemhofens Bürgermeister Wersal bezeichnete Adolf Krause als einen "Mann mit viel Weitblick, der das Herz am rechten Fleck hat". Krause - "ein stolzer SPD-Mann" - sei keiner Diskussion aus dem Weg gegangen.
Der so Geehrte sah in der Ehrung die Akzeptanz seiner Arbeit. Der Friedhof sei für ihn ein Ort der Ruhe, den er gerne aufsuche, um seinen Gedanken nachzuspüren.