Theodor Galster war schon überrascht, dass ausgerechnet ihm die Ehrenurkunde verliehen wird. "Ich hab mich eigentlich nur ganz normal engagiert. Wenn man jung ist, macht man das doch gern!”, erzählte er. Der 71 Jahre alte rüstige Rentner war von 1977 bis 1985 und von 2005 bis 2007 erster Vorstand bei der DJK. "Der Name DJK ist unweigerlich mit dem Namen Galster verbunden”, verriet Bürgermeister Fischkal in seiner Laudatio. Beim Bau des DJK-Heimes war er federführend, den Kachelofen hat er gesetzt, die Maler- und Verputzarbeiten hat er dort ausgeführt.

Aber auch die Kirche hat von seinem Engagement profitiert: Er war bei der Renovierung der Friedhofsmauer der erste Mann, genau so wie bei der Erbauung der Mariengrotte im Friedhof Adelsdorf. Immer war er zur Stelle. "Ich arbeite als Maurer, Stukkateur und Kachelofenbauer, was halt so gebraucht wird. Bei der Grotte hab' ich damals zum Schuh Hans gesagt, dass ich das net kann, aber dann hab ich's einfach probiert und es hat sogar geklappt. Und jetzt wollen die mich einfach dafür ehren, weil ich halt überall was gemacht hab' für die Gemeinde und die Pfarrei", erklärte der bescheidene Geehrte.

Ein anderer Geehrter ist Hans David. Er wurde für sein unermüdliches Engagement für die Familien mit autistisch betroffenen Kindern mit der Ehrenurkunde belohnt. Seit 1995 setzt er sich für die Interessen und Bedürfnisse der betroffene Familien ein, erst als Vorstand des Vereins "Hilfe für das autistische Kind" und dann bis jetzt als Schriftführer beim gleichen Verein mit dem neuen Namen "Autismus Mittelfranken e.V.".

Auch im Bundesverband ist er aktiv. Im Jahr 2009 gründete er mit zwei anderen betroffenen Familien und dem Regionalverband die Stiftung "Muschelkinder e.V.", die ebenfalls der Förderung und Unterstützung von Menschen mit Autismus und anderen Behinderungen dient. "Ich war schon etwas überrascht über meine Ehrung, weil mein Thema nicht ganz so gemeindebezogen ist. Trotzdem freue ich mich, dass unsere Gemeinde dieses Engagement ehrt", erklärte er. Er wolle aber nicht für sich alleine die Ehre in Anspruch nehmen. "Ich nehme sie stellvertretend für alle Aktiven, seien es die ,Muschelkinder', sei es unser Verein, an."

Davids Tochter Eva ist selbst vom Autismus betroffen und feiert bald ihren 25. Geburtstag. "Eva geht es den Umständen entsprechend gut. Seit November lebt sie in einer Wohngruppe in Hersbruck", erzählte er zufrieden, nachdem er seine Urkunde in Empfang genommen hat.

"Ich glaub, ich bin noch zu jung! Geehrt werden doch nur die alten!", erklärte der nächste Geehrte Helmut Lay nach dem Empfang seiner Ehrenurkunde. "Krieger- und Soldatenvereine tragen dazu bei, das Geschehene nicht zu vergessen. Sie bilden eine Brücke zwischen gestern und heute", verlas Fischkal. Helmut Lay hat sich seit 1976 bis heute, die ersten 20 Jahre als zweiter Vorsitzender und seit 1996 als erster Vorsitzender im ältesten Verein Adelsdorfs (seit 1883), dem Krieger- und Soldatenverein Aisch, mit seiner ganzen Kraft eingebracht. Das 125. Jubiläum hat er bestens organisiert, genau wie er sich um die Renovierung der Vereinsfahne gekümmert hat. "Sie haben sich in herausragender Weise um Ihren Verein und um die Gemeinde Adelsdorf verdient gemacht!"

Der 1. FCN ist nicht in Nürnberg zu Hause, nein den fanden wir früher in Neuhaus! Rudolf Sitte ist seit Jahren Vorstandsmitglied, aber auch aktiver Fußballer im heutigen TSV-Neuhaus. "Herr Sitte ist immer zur Stelle, wenn jemand gebraucht wird, sei es beim Plakat- oder Eintrittskartendrucken, bei der Werbung für den Verein und mehr." Er ist für das Sportheim und den wirtschaftlichen Bereich zuständig. Von 1974 bis 1976 hat er sich um die Jugendarbeit gekümmert und nicht umsonst wurde er im letzten Jahr zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. "Die Urkundenverleihung soll ein Ansporn für andere sein, auch was für die Allgemeinheit zu leisten!", meinte dieser in seinen Dankesworten.

"Lobet ihn mit Posaunen, alles was Odem hat, lobet den Herren!" (Luther).
Mit diesem Psalm leitete der Bürgermeister die Ehrung des Neuhauser Posaunenchores ein. Schon 1950 wurde er gegründet und seitdem unterstützt und bereichert dieser wichtige Kulturträger das öffentliche Leben ganz Adelsdorfs und kümmert sich um die Pflege der Tradtion. Der Leiter des Posaunenchores Werner Kaiser nahm die verdiente Ehrung im Namen des Musikerensembles an: "Meine Arbeit ist nur möglich, weil über Generationen hinweg Bläser dabei sind, die die Tradition fortführen - vom Schüler bis zum Ruheständler."

Spätestens seit dem letzten Jahr, dem 75. Jubiläumsjahr, ist der Pfarrchor Sankt Laurentius Aisch weit über die Grenzen Adelsdorfs hinaus bekannt. Wer den Höhepunkt des Festjahres, die Cäcilienmesse gehört hat, weiß, wovon hier gesprochen wird! Man kann sagen, der Pfarrchor hat seinen Platz weit vorne in der Rangordnung der Chöre und er hat sich um die Gemeinde Adelsdorf verdient gemacht. Die Ehrung ist also sozusagen die Krönung des vergangenen Festjahres! Alois Kotzer, Maria Taylor und Chorleiter Claus Keller nahmen stellvertretend für alle Sänger die Urkunde in Empfang.
Mit der Hymne "Das Lob soll laut erschallen" von Marc Antoine Carpentier, bekannt als die Europahymne, an der Trompete unterstützt von Stefan Keller, Mitglied der Adelsdorfer Musikanten, bedankte sich der Chor in musikalischer Weise für die Urkunde.

Auch im Namen seiner Vertreterin Jutta Köhler (SPD) lud Bürgermeister Fischkal am Ende des Ehrungsaktes alle Geehrten und Gäste, darunter Ehrenbürger und Altbürgermeister Ewald Münch, Bürgermedaillenträger Rudolf Macher, Altbürgermeister Armin Goß, Pfarrer Jens Arnold, sowie die Gemeinderäte und Gemeindemitarbeiter zu einem Stehempfang ein.