Gumbert ist auch Ehrenkommandant und Ehrenvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Ober- Mittel-Untermembach.

Dazu gratulierten nicht nur seine Frau Maria und seine drei Kinder und fünf Enkel sowie vier Urenkel, sondern auch die stellvertretende Landrätin Gabriele Klaußner und Bürgermeister Hort Rehder. Den nicht alltäglichen Geburtstag ließen sich auch Nachbarn und Freunde nicht entgehen und das Wohnzimmer von Maria und Adam Gumbert füllte sich am Jubeltag zusehends.

Natürlich gratulierten auch mit Kommandant Burkhardt Niepelt und dem Vorsitzenden Oliver Schüßler sowie Zweitem Bürgermeister auch die Feuerwehr des Heßdorfer Ortsteiles. Denn die Freiwillige Feuerwehr durchzog nahezu das ganze Leben des Jubilars. Seine aktive Dienstzeit begann bereits am 1. Juli 1939 und endete aus Altersgründen am 22. Januar 1989, damit schaffte Adam Gumbert inklusive des Reicharbeits- und Kriegsdienst 50 Jahre aktive Dienstzeit. So war er 25 Jahre Kommandant und Vorsitzender sowie Schriftführer der Membacher Feuerwehr und 21 Jahre Kreisbrandmeister des Unterkreises Seebachgrund, davon 17 Jahre als Schiedsrichter bei den Leistungsprüfungen im Landkreis Erlangen-Höchstadt unterwegs.

Die Feuerwehr bestimmte auch einen Teil seines Arbeitslebens bei der Firma Siemens, war er doch 23 Jahre aktives Mitglied der Werkfeuerwehr bei Siemens (Med), der heutigen Siemens Medical Solutions, und davon auch 14 Jahre Leiter der Werkfeuerwehr bei Med. Wegen seiner Verdienste wurde er von der Membacher Wehr ebenso geehrt wie vom Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz und 1894 zum Ehrenkreisbrandmeister sowie 1985 zum Ehrenkommandanten und 1990 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Natürlich wurden bei der Geburtstagsfeier viele Erinnerungen ausgetauscht und der Jubilar überraschte die Gäste mit einem selbstverfassten Gedicht:

95 Jährchen bin ich nun geworden, hin gewandert im Leben, an vielen Orten; ich war im Osten, im Westen, in Nord und Süd´, am Liebsten aber in der Heimat ich blieb.
Hier konnte man die Sprache verstehen, mit vielen Freunden überall reden: Auf die Waagschale, musst oft jedes Wort legen, nicht alles aber konnte man auch sicher verstehen.

Die Verse gehen aber noch weiter und umfassen auch das "1000-jährige Reich" sowie die Bürden und Hürden des Lebens. Aber das war lange nicht alles, in den letzten zehn Jahren verfasste Adam Gumbert über 1800 Gedichte und Gstanzln, wohl sortiert in einer Reihe von aneinander gereihten Ordnern im Bücherschrank.

"Es genügen zwei bis fünf Worte, um ein Gedicht zu machen", erzählte er bescheiden. Dass Adam Gumbert oft am Schreiben ist, bestätigte auch einer Nachbarin, die mehrmals mit dem Hund am Haus vorbeikommt. "Wenn er am Fenster sitzt und mir zuwinkt, dann ist er am Schreiben und wenn er in der Früh nicht winkt, mach ich mir schon Sorgen", erzählte sie und Adam Gumbert schmunzelte vor sich hin.

Die stellvertretende Landrätin Klaußner, die in den Ordnern blätterte, versuchte den Verfasser zu überreden, doch die Sammlung in einem Buch zu veröffentlichen. Aber so richtig überzeugen ließ sich der Adam Gumbert davon dann doch nicht.