Bürgermeister Martin Mittag (CSU) gab sich am Dienstagabend in der Stadtratssitzung noch geheimnisvoll. Da ging es um den Bebauungsplan Solarpark Rothenberg, der am Dienstag per Satzungsbeschluss rechtskräftig wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Solarpark aber bereits eine andere, die wesentliche, Hürde genommen: Die Bundesnetzagentur hat dem Projekt der Bad Staffelsteiner Firma IBC Solar den Zuschlag erteilt. Nur verraten wollte Mittag das noch nicht.

Welcher Solarpark Strom ins Netz einspeisen darf, entscheidet die Agentur in einem aufwendigen Verfahren, und es gewinnen die Parks mit dem niedrigsten Strompreis. Es sind noch einige andere Voraussetzungen zu erfüllen wie die, dass die Solarmodule nur auf Böden vergleichsweise geringer Qualität gesetzt werden dürfen, um nicht kostbares Ackerland zu verbrauchen. Zum 1. April waren zehn Projekte mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt ausgeschrieben. IBC war mit zwei Solarparks erfolgreich: dem bei Seßlach und dem bei Birkig (Neustadt bei Coburg).

Die zehn neu zugelassenen Solarparks bringen es auf eine Gesamtleistung von 70 Megawatt - "da haben wir fast 30 Prozent", frohlockt Iris Meyer, Pressesprecherin bei IBC Solar. Für Seßlach fehle nun nur noch die Baugenehmigung des Landratsamts. Die werde für Juni erwartet, dann werde IBC mit dem Bau beginnen und voraussichtlich im September fertig sein.

Für Birkig läuft das Bebauungsplanverfahren noch, so dass die IBC-Sprecherin hier nicht vorgreifen möchte. Wenn die Stadt Neustadt den Bebauungsplan verabschiede, so werde dort voraussichtlich auch gebaut, versichert Iris Meyer.

Etwa 7,5 Cent pro Kilowattstunde wird der Strom aus den neuen Anlagen kosten. Diesen Preis hat IBC geboten und den Zuschlag erhalten. Damit liege das Bad Staffelsteiner Unternehmen im Mittelfeld der Gebote, sagt Meyer.

Wenn der neue Zehn-Megawatt-Solarpark gebaut wird, hat Seßlach sein Ziel erreicht, eines Tags energieautark zu sein. "Dann produzieren wir mehr Strom, als wir verbrauchen", stellt Bürgermeister Mittag zufrieden fest. "Damit tragen wir unseren Teil zur Energiewende bei."