Die Nachrichten ähneln sich: Im März gab die VR-Bank Coburg bekannt, dass sie ihre Filiale in Wildenheid aufgeben wird. Im April verkündete die Sparkasse Coburg-Lichtenfels die Schließung ihres Weidhäuser Service-Standorts. Nun bestätigte die Deutsche Post auf Tageblatt-Nachfrage die nächste Hiobsbotschaft: Für Postbank-Kunden wird es nur noch bis Ende Juni möglich sein, in der örtlichen Post-Niederlassung ihre grundlegenden Bankgeschäfte zu erledigen.

In Dörfles-Esbach ist die Poststelle in einer Drogerie untergebracht. "Dieser Partner hat darum gebeten, dass wir den Bankservice rausnehmen", erklärt Alexander Böhm, Sprecher der Deutschen Post für den Bezirk Oberfranken. Das sei zum Ende des Monats der Fall. "Die normalen Postgeschäfte gehen aber weiter."


Keine klassische Bankfiliale

Im speziellen Fall der Postbank ist die Geschäftsstruktur etwas kompliziert: Die Postbank betreibt selbst nur die großen Postbank-Finanzcenter, wie beispielsweise in der Coburger Hindenburgstraße. Dort bieten Berater der Postbank das komplette Produktportfolio an: Vom Girokonto über Baufinanzierung bis zum Kredit. Anders ist es in den Filialen, die zur Deutschen Post gehören, wie die in Dörfles-Esbach: "In diesen Filialen sitzen keine Spezialisten", sagt Böhm. Die Mitarbeiter dort sind die Angestellten der Partnerbetriebe, in denen der Post-Standort untergebracht ist. Dort seien für die Postbankkunden nur grundlegende Bankgeschäfte möglich, und das auch nur dann, wenn der Partner das anbieten möchte. In vielen Filialen beschränke sich der Service auf die Postleistungen, wie das Aufgeben von Paketen.

Ein Ersatz für den wegfallenden Service in Dörfles-Esbach sei laut Alexander Böhm "nicht angedacht". Zwar sei die Dichte des Postfilialen-Netzes gesetzlich geregelt - zum Beispiel darf in Gemeinden mit mehr als 4000 Einwohnern der Weg zum nächsten Briefkasten für niemanden weiter als 1000 Meter und der zur nächsten Filiale nicht länger als 2000 Meter sein. Für den Bankservice gelte das aber nicht.

Das führt dazu, dass Postbank-Kunden im Landkreis Coburg teilweise lange Wege auf sich nehmen müssen, um an ihr Geld zu kommen. Von Seßlach ist die nächste Filiale mit Bankservice in Weitramsdorf zehn Kilometer entfernt. Wer in Lautertal wohnt, der musste bisher schon knapp neun Kilometer nach Dörfles-Esbach fahren. Nun wird die Strecke noch länger, denn die nächsten Möglichkeiten zum Geldabheben befinden sich in Rödental und Coburg.


Onlinebanking weiter im Kommen

Besonders ältere oder körperlich beeinträchtigte Menschen stellt das vor Probleme. "Ich sehe das sehr kritisch", sagt Udo Döhler (UVB), Bürgermeister der Gemeinde Dörfles-Esbach.
Was das Postbank-Angebot dort betrifft, sei der Verlust des Bankservices durch den Wunsch des Partnerbetriebs eine unternehmerische Entscheidung und damit ein Sonderfall, doch das Problem sei ein grundsätzliches. "Es wird immer schlimmer mit den Bankfilialen. Das Netz wird überall und bei allen Banken dünner." Es sei zwar logisch, dass angesichts der aktuellen Zinslage am effektivsten beim Personal gespart werden könne. Tatsächlich greifen immer mehr Menschen auf Online-Banking zurück, statt den direkten Kontakt zum Berater zu suchen. 52 Prozent der deutschen Bevölkerung waren es 2017 laut Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union. "Viele alte Leute können damit eben nichts anfangen", sagt Döhler. "Und die wissen oft nicht mehr, was sie machen sollen. Aber der Weg ist wohl nicht aufzuhalten."



Hier kommen Postbank-Kunden rund um Coburg an ihr Geld


Filialen Nur vereinzelte Poststellen in Stadt und Landkreis Coburg bieten auch Geldtransfers für Kunden der Postbank an. Insgesamt sind es sieben Stück:

Coburg

Postbank-Finanzcenter, Hindenburgstraße 6;
Casimirstraße 6

Neustadt bei Coburg
Arnoldplatz 2

Rödental
Bürgerplatz 7

Weitramsdorf
Coburger Straße 20

Ebersdorf
Raiffeisenstraße 10

Bad Rodach
Markt 14

Geldautomaten Darüber hinaus können Postbank-Kunden an Automaten der Cash-Group (Postbank, Commerzbank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank) kostenfrei Geld abheben.

Quelle: www.postbank.de