Backen ist die große Leidenschaft von Daniel Moll aus Weitramsdorf. Jahrelang hat er die Sat 1-Sendung "Das Große Backen" vor dem Fernseher verfolgt. In diesem Jahr hat er sich selbst beworben - und kämpft mit neun anderen Hobby-Bäckern ab diesem Sonntag um ein eigenes Backbuch, den Goldenen Cupcake und eine Siegprämie von 10 000 Euro.

Mit gerade einmal 19 Jahren hast du dich gegen fast 700 Bewerbern aus ganz Deutschland als Kandidate bei der diesjährigen "Das Große Backen"-Staffel durchgesetzt. Dir scheint der Zuckerguss im Blut zu liegen...

Daniel: Meine Leidenschaft für das Backen entstand schon in ganz jungen Jahren. Als Kind durfte ich meiner Oma ganz oft beim Backen helfen, bis ich schlussendlich selbstständig in der Küche stand. Und wie man so schön sagt: Übung macht den Meister! Als ich mich bei "Das große Backen" beworben habe, habe ich niemals damit gerechnet, irgendwann tatsächlich im Zelt stehen zu dürfen. Natürlich kann ich backen, aber die Konkurrenz war sicherlich nicht weniger begabt. Aber ich werde alles geben, um nicht umsonst dazu zugehören.

Besonders süße Kürbis-Kreation.
Foto: instagram/daniels_bakery_world

Du hast dein Abi am Coburger Ernestinum mit 1,8 gemacht und nebenbei im Tambacher Tierpark gearbeitet. Wie viel Zeit blieb da für deine große Leidenschaft, das Backen?

Abitur und Arbeit haben wirklich viel Zeit in Anspruch genommen, aber der Ausgleich durfte natürlich auch nicht zu kurz kommen. Ich habe es auch nicht jede Woche geschafft, aber sobald ich eine neue Idee im Kopf hatte, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder in der Küche stand. Zuhause hatte ich das Glück, eine eigene Küche zuhaben, in der ich mich voll austoben konnte. Wobei es wohl eher fast eine Backstube war, denn die Ausstattung war komplett auf das Backen ausgerichtet. Kochen? Fehlanzeige.

Der Anime-Charakter Monokuma.
Foto: instagram/daniels_bakery_world

Haben dich Freunde oder Mitschüler schon mal für dein ungewöhnliches Hobby belächelt?

Nein, ganz im Gegenteil. Eben weil es so ein außergewöhnliches Hobby ist, waren viele meiner Freunde und Mitschüler begeistert. Und wer mag nicht Kuchen? Natürlich ist es eher ungewohnt, einen Jungen backen zu sehen, aber das sind auch nur veraltete Anschauungen und ich hoffe, dass ich durch die Show meinen Teil dazu beitrage, diese aus der Welt zu schaffen.

Von Arielle inspirierter 3-D-Cake.
Foto: instagram/daniels_bakery_world

Auf welche Kreation bist du am meisten stolz?

Am liebsten backe ich Torten, besonders ganz ausgefallene Motiv- oder 3D-Torten, die auf den ersten Blick nichts mehr mit Kuchen zu tun haben. Die Tortendekoration ist für mich die perfekte Möglichkeit, sich kreativ auszuleben, sowohl auf künstlerische als auch kulinarische Weise. Jedoch bin ich sehr selbstkritisch, es gibt kaum eine Torte mit der ich zu 100 Prozent zufrieden bin.

Meine persönlich schönste Kreation ist tatsächlich meine Casting-Torte für "Das Große Backen": eine originalgetreue Torten-Skulptur des kleinen Roboter Wall-E aus dem gleichnamigen Disney-Film.

Wall-E.
Foto: instagram/daniels_bakery_world

Gibt es Vorbilder, an denen du dich bei deinen Backkreationen orientierst?

Vor allem in meinen Anfängen habe ich Torten genau so nachgebacken wie ich sie zum Beispiel im Netz oder in Rezepten gesehen habe. Heute denke ich mir meine eigenen Konzepte aus und versuche neue Ideen umzusetzen. Jedoch gibt es trotzdem einige Leute, deren Arbeit ich sehr bewundere und mich gern davon inspirieren lasse. Im Bereich der Tortendekoration sind es meist internationale Künstler wie Elizabeth Marek (USA), Daniel Dieguez (Spanien) oder Rustam Kungurov (Russland), die deutsche Tortenszene steht vergleichsweise leider noch in Kinderschuhen.

Daniel Moll ist mit 19 Jahren jüngster Kandidat bei "Das Große Backen".
Foto: Sat 1

Bereits vor Jahren warst du Fan von "Das großen Backen". Warum wolltest du unbedingt bei der Sendung mitmachen und was würdest du mit der Siegprämie machen?

Die Teilnahme war fast schon ein Kindheitstraum. Ich verfolge die Sendung schon so lange, irgendwann hab ich es mir in den Kopf gesetzt, selbst mal mitmachen zu wollen und mein Können unter Beweis zu stellen. Und siehe da, es hat schon beim ersten Versuch geklappt. Falls ich gewinnen sollte, würde ich einen Teil der Preisgeldes für Fernreisen ausgeben. Ansonsten bleibt der Rest wahrscheinlich als Puffer für das weitere Studentenleben.

Im Backzelt ist Konzentration gefragt.
Foto: Sat 1

Was war die größte Herausforderung beim Backen in der Sendung im Vergleich zum Backen zuhause?

Man verlässt völlig seine Komfortzone. Unbekannte Leute, unbekannte Umstände und das Schlimmste: unbekannte Küche. Die heimischen Gerätschaften kennt man, im Backzelt hingegen musste man sich erstmal an alles neu gewöhnen. Auch beobachtet zu werden, war eine völlig neue Situation. Ob Kameras, Redakteure oder die Jury höchstpersönlich, plötzlich ist alles Show und man backt nicht mehr nur für sich, sondern für tausende von Zuschauern. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran.

Muss man bei Enie wirklich so aufpassen, dass sie nicht nascht?

Enie kommt wirklich gerne naschen, aber auf wen man eher aufpassen musste, waren die Kameramänner. Kaum stand etwas auf Seite, ist es gleich verschwunden. Aber man kann es ihnen nicht übel nehmen, sie müssen ja schließlich den ganzen Tag zuschauen.

Daniel (vorne) mit den anderen Kandidaten.
Foto: Sat 1

Inzwischen ist die Staffel abgedreht. Wie war die Zeit bei "Das Große Backen" insgesamt für dich?

Die Zeit war unbeschreiblich schön. Am Set waren insgesamt fast 70 Leute am werkeln, aber jeder hatte so viel Spaß und das machte sich auch in der Atmosphäre bemerkbar. Ich hab mich richtig wohl gefühlt.

Die Dreharbeiten erstreckten sich von Anfang Mai bis Anfang Juni. Je nachdem wie lange man dabei war, verbrachte man also bis zu vier Wochen am Set. Schloss Stülpe liegt in einer sehr idyllischen Gegend, in der man gut runterfahren kann.

Falls Lebensmittelchemie doch mal zu theoretisch wird: Könntest du dir vorstellen, auch beruflich zu backen?

Ich habe tatsächlich schon öfter überlegt, die Ausbildung zum Konditoren zu absolvieren. Jedoch verdient man im Handwerk leider viel zu wenig für die körperliche Arbeit, die dabei geleistet werden muss. Trotzdem spiele ich mit dem Gedanken, irgendwann vielleicht doch in dieser Richtung selbstständig zu werden oder gar ein eigenes Café zu eröffnen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

"Das Große Backen" läuft ab Sonntag, den 31. Oktober, jede Woche um 17.30 Uhr in Sat 1.

Die Fragen stellte Sandra Hackenberg