Vom alten Glanz des Skateparks der Coburg Locals ist nicht mehr viel übrig: Die rund 2500 Quadratmeter große Anlage in der Rodacher Straße ist abgesperrt. Das Holz der Rampen ist morsch, Unkraut wuchert rundherum. Dabei zählt die 1997 erbaute Anlage zu den größten in Europa und war Austragungsort deutschter Meisterschaften im Skateboard- oder BMX-Fahren.

"Wir haben in den vergangenen Jahren viele Mitglieder verloren", sagt Andreas Junker, Vorstand der Locals. Drei Jahre wurde nichts am Park gemacht, Wind und Wetter setzten den Bohlen zu. "Das Holz ist verfault, daher schlossen wir den Park Ende 2018", sagt Junker. Doch in diesem Frühjahr fand sich eine Gruppe junger Skater und BMX-Fahrer zusammen. Die Initiatoren Kilian Elitzke und Arthur Brill kamen auf den Verein zu, wollten die ebenfalls geschlossene Funsport-Abteilung der Locals wiedereröffnen und den Park renovieren.

"Die meinen es ernst"

"Wir haben ihnen gesagt, dass wir die Idee gut finden, sie den Umbau aber in Eigenregie umsetzen müssen", erklärt Junker. Zwar bot die Fußballabteilung körperliche Hilfe an. Doch die Coronakrise belastet auch die Kasse der Locals, finanzielle Unterstützung ist nicht drin.

"Natürlich wollten wir auch wissen, ob sie es ernst meinen. Es kamen immer wieder mal Jungs, die im Park etwas machen wollten. Doch als der erste Container mit Material angerollt kam, war uns klar: Die meinen es ernst", schmunzelt Junker.

Also wurde die Funsport-Abteilung wiedereröffnet, mittlerweile zählt sie mehr als 25 Mitglieder. "Sie sind auf einem guten Weg, bauen regelmäßig alte Rampen ab und peppen sie auf. Aber sie brauchen eben Geld und Handwerker, die sich mit dem Rampenbau auskennen", sagt Junker.

Mittlerweile wurden die Nachwuchssportler von Michael Kreil unterstützt. Der 34-jährige Diplom-Ingenieur engagiert sich für die Wählergemeinschaft Pro Coburg sowie im ehrenamtlichen Helferverein Round Table Coburg - und ist im Skatepark der Locals groß geworden. "Ich war früher Vereinsmitglied und als Skater im Park aktiv. Leider waren viele Jugendliche damals nicht bereit, die Anlage instandzuhalten, aufzuräumen und Sachen zu reparieren", sagt Kreil.

50 000 Euro werden gebraucht

Das sei nun ganz anders: "Es ist toll, was dort ohne Einfluss von außen entstanden ist. Bis zu 50 Jugendliche bauen mit, räumen auf. Es ist ein Gefühl des Aufbruchs", findet Kreil.

Der Coburger ist nun wieder Mitglied, hilft selbst beim Umbau mit. Und hat vor kurzem eine Spendenaktion ins Leben gerufen. "Ich will, dass die Kids die Möglichkeit bekommen, sich dort auszuleben. Darum wollen wir helfen", sagt Kreil. Über Facebook hat er bislang 1800 Euro gesammelt, das Sportamt, die Grünen und andere Geldgeber haben direkt an den Verein gespendet.

"Wir sammeln Geld und bauen damit so weit wie wir kommen. So wollen wir den Skatepark Stück für Stück renovieren", sagt Kreil, der weiß, dass noch viel Geld fehlt: "Wenn wir den Park so sanieren wollen, wie er mal war, brauchen wir bestimmt 50 000 Euro."

Zwei größere Rampen sind mittlerweile saniert, doch der Großteil der Arbeit liegt noch vor den Beteiligten. Immerhin: Ab September stellt der Round Table einen großen Baucontainer zur Verfügung. "Eine Art Mini-Vereinsheim, damit die Kids ihr Werkzeug und ihr Material lagern können", erklärt Kreil, der im kommenden Jahr auf weitere Unterstützung der Stadt hofft: "Die Jugendsportförderung soll 2021 erhöht werden. Wir hoffen, dass auch für uns etwas abfällt."