0:3 verloren - trotzdem war der aus Einberg stammende Marius Wolf bei der ärgerlichen Auswärtsniederlage des Bundesligisten 1. FC Köln bei der TSG 1899 Hoffenheim der auffälligste FC-Spieler auf dem Platz. Seine drei wichtigsten Szenen: Eine 100-prozentige Torchance aus der Nahdistanz, ein wuchtiger Kopfball ans Gebälk und ein beherztes Solo, das nach einem Foul mit einem Elfmeterpfiff belohnt wurde.

Der 25-jährige Profi hatte aber nicht nur in Sinsheim aufregende Momente. Schon seit Wochen sorgt er im Trikot der "Geißböcke" für Schlagzeilen - zählt konstant zu den Leistungsträgern. Seine dynamische Spielweise erinnert sogar ein Stück weiter an seine Glanzzeiten mit der Frankfurter Eintracht, als er im Mai 2018 mit vielen tollen Offensiv-Aktionen über die rechte Außenbahn großen Anteil am Gewinn des DFB-Pokals hatte.

Mit den Kölnern bleibt der durchschlagende Erfolg dagegen bisher aus. Harter Abstiegskampf ist am Rhein angesagt. Die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol bringt nämlich keine Konstanz in ihre Leistungen. Vor allem das Abwehrverhalten sorgt bei Wolf für sehr viel Frust: "Wir verteidigen einfach zu dumm. Hoffenheim schießt drei Tore und weiß selbst nicht wie", ärgerte sich der Ex-Dortmunder unmittelbar nach dem Spiel am Sky-Mikrofon. Um gleich noch deutlich nachzulegen: "Wenn man solche Gegentore bekommt, kann man kein Spiel gewinnen."

Zwei Großchancen vor der Pause

Was aber durchaus möglich gewesen wäre, denn die Kölner gaben über weite Strecken den Ton in Hoffenheim an und hatten durch ihren Besten zwei "ganz dicke Dinger" vor dem Seitenwechsel: Einmal scheiterte Wolf aus vier Metern an TSG-Keeper Oliver Baumann, kurze Zeit später landete ein gut getimter Kopfball nur an der Querlatte.

"Wir hätten auch mit einem 2:2 in die Kabine gehen können. Es ist absolut mein Anspruch, diese Chancen zu verwerten", so der selbstkritische Offensiv-Allrounder. Und: "Auch wenn es sich blöd anhört, unser Spiel hat ja bis auf die Gegentore eigentlich ganz gut funktioniert. Wir müssen das nach vorn beibehalten, die Fehler abstellen und unbedingt jetzt das wichtige Spiel gegen Bielefeld gewinnen", meinte Wolf: "Jeder weiß, worauf es jetzt ankommt." Auf die Frage des Sky-Reporters Marc Hindelang, weshalb er den an ihm nach dem Seitenwechsel verschuldeten Elfmeter nicht selbst geschossen hat, antwortete der Einberger mit einer alten Fußball-Weisheit: "Ich habe einmal gelernt, dass der Gefoulte selbst nicht schießen soll. Das gilt für mich immer noch."