Im September 2019 wurde der Kreisel in Haarbrücken für den Verkehr freigegeben. Er verbindet den Neustadter Stadtteil mit Mönchröden, Flurzufahrten und der neu ausgebauten Bundesstraße 4. "Durch die Schaffung eines Kreisverkehrs können zukünftig alle verkehrlichen Anforderungen erfüllt werden", sagte Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) bei der offiziellen Freigabe. Weil der Kreisel in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Neustadt fällt, hatte diese freie Hand bei der Gestaltung. Seit einigen Tagen erscheint der Kreisel in neuem Design: Auf einem Bett aus Lavakies und Flusskieseln wurden Frösche aus Autoreifen und ein Boot platziert. Um die Amphibien herum wachsen insektenfreundliche Blühpflanzen und Gräser. Der Mähbereich wird durch einen Graniteinzeiler abgegrenzt.

Bei der Frankreichreise inspiriert

Die Idee für die Gestaltung des Kreisels hatte Frank Rebhan bei seinem Urlaub in Frankreich. "Der städtische Bauhof hat die Rahmenbedingungen geschaffen für eine pflegeleichte Nutzung." Zur Gestaltung konnte die Mittelschule am Moos gewonnen werden. "Sicher werden viele Schülerinnen und Schüler ihren Erziehungsberechtigten beim Umfahren des Kreisels den stolzen Hinweis geben, dass sie den Frosch oder Köder gemeinsam mit ihrer Klasse gestaltet haben" , sagte Frank Rebhan.

Die Frösche hat Simone Bocklisch im letzten Schuljahr gemeinsam mit ihrer damaligen Klasse, der 8b der Mittelschule am Moos, aus Autoreifen gestaltet. "Meine Klasse war von der Idee sofort begeistert. Wir haben die Klasse in fünf Gruppen mit fünf Schülern aufgeteilt", erzählt die Lehrerin von dem Kunstprojekt. Weil es in der Natur auch verschiedene Frösche gibt, wie etwa Kröten oder Laubfrösche, durften die Gruppen ihre Frösche individuell kreieren. "Wir haben alles aufskizziert und der Bauhof hat dann die benötigten Farben geliefert." Gestaltet wurden die Frösche dann in den letzten Wochen des vergangenen Schuljahrs. Das Projekt habe die Teamfähigkeit ihrer Klasse gefördert, sagt Simone Bocklisch. Für sie war es schön zu sehen, wie die Schüler zusammengearbeitet und sich gegenseitig geholfen haben.

Zu jeder Zeit Nahrung für Insekten

Neben Simone Bocklisch war auch Florian Kraiczi, ebenfalls Lehrer an der Mittelschule am Moos, mit seiner Klasse 8aG an dem Projekt beteiligt. "Wir waren dafür zuständig, die Köder zu basteln, die vor die Frösche gehängt werden sollten. Das Basteln an sich hat nur ein bis zwei Tage gedauert", sagt er rückblickend. Sich zu überlegen, was genau gemacht werden soll und die entsprechenden Materialien zu beschaffen habe deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen. Die Köder sollten wetterfest werden und dürfen im Fall eines Unfalls nicht zur Gefahr für Autofahrer werden. "Wir kamen auf die Idee, orangene Plastikrohre zu verwenden und sie so zu füllen, dass sie zum Insektenhotel werden." Ein Teil von Florian Kraiczis Klasse hat auch bei der Bepflanzung des Kreisels mitgeholfen.

Die Gestaltung des Kreisels ist temporär. "Je nach Witterung sollen die Frösche zwei bis drei Jahre bleiben. Wenn der Zahn der Zeit an ihnen nagt, brauchen wir dann neue Ideen", sagt Stadtplanerin Christine Schirmer.Wegen der Baumaßnahmen an der Bundesstraße hätte eine langfristige Gestaltung im Moment keinen Sinn gemacht. Wie der Kreisel aussehen soll, wenn die Frösche ausgetauscht werden müssen, steht noch nicht fest. "Wir sind für alle Ideen und Anregungen offen." Die Bepflanzung des Kreisels ist insektenfreundlich. Unter anderem wurden Lavendel, Salbei und Thymian angepflanzt. "Insekten finden hier zu jeder Jahreszeit Nahrung."