"Was für einen Motoradfahrer die Harley ist, ist für einen Motorrollerfahrer die Vepsa. Auch für Peter John aus Offenbach, der mit seiner Vespa GTS 300 mit 21 PS auf Landstraßen nach Kaltenbrunn zum 9. Vespa-Treffen angereist ist. "Mit einer Vespa hat man Narrenfreiheit", sagte John, der, wie er erzählte, drei Vespas in der Garage stehen hat und mit dem Fahrzeug schon am Nordcap war. "Ich fahre rund 25.000 Kilometer im Jahr mit der Vespa", erzählte John am Sonntag. In seinem kleinen Anhänger hat er stets die passende Landesflagge. "Das kommt immer gut an", sagte der leidenschaftliche Vespafahrer.

Viele stiegen vom Motorrad auf die Vespa um, weil es einfach ein anderes Fahrgefühl sei, fügt Johns Mitfahrer hinzu. Dass die beiden nicht alleine mit dieser Meinung dastehen, zeigte das 9. Vespa-Treffen in Kaltenbrunn, das von Josef Sanfilippo und der Familie Jahn mit ihrem Team perfekt organisiert worden war.

Die Vespa feiert in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag, und heuer reichte der Platz am alten Bahnhof in Kaltenbrunn, der La Statione, kaum aus, denn 350 alte, aber auch neue Vespas aus ganz Deutschland wollten präsentiert werden. Das war aber noch nicht alles. In Kaltenbrunn waren außerdem 35 Ape-Fahrzeuge, das sind die italienischen Lastesel, zu sehen und verbreiteten italienische Lebensart im Itzgrund.


Fachgespräche und mancherlei Häkelzeug

Manche Fahrzeuge waren aber auch auf einem Anhänger nach Kaltenbrunn transportiert worden. Die Vespas und Apes und deren Fahrer waren natürlich VIP-Gäste und durften über den roten Teppich auf das Gelände rollen. Es wurden viele Fachgespräche geführt. Außer den Fahrzeugen gab noch viel Sehenswertes. So hatten sechs Frauen in 250 Stunden Handarbeit eine alte Vespa mit einen Häkelkleid verschönert. "Manchmal haben wir auch was aufgetrennt, weil es nicht perfekt war", sagte Andrea Jahn. "Die 70er Jahre" war das Motte des Treffens und deshalb waren auch gehäkelte Klorollenhüte, wie sie in den 70er Jahren in Mode waren, neben anderem Zubehör im Angebot. Auf einem extra Platz stellte der Mitorganisator Josef Sanfilippo seine 35 Vespas ab dem Baujahr 1970 aus. "Zuerst kommt meine Frau und dann meine Vespas", sagte Sanfilippo scherzhaft. Ein besonders Gefühl sei es, eine Ape, zu deutsch: Biene, zu fahren. "Man fällt auf und wird immer ein wenig belächelt", sagte Marcus Schmölzig aus Weidhausen.

Religionspädagoge Michael Reubel hielt eine kurze Andacht für die Vespa-Fahrer und bat um den göttlichen Segen. Er ging durch die Reihen und besprühte die Vespas und Apes mit Weihwasser. Am frühen Nachmittag fand dann noch eine Ausfahrt in die nähere Umgebung statt. Außerdem wählten die Besucher die schönste Vespa. So mancher Tipp wurde während des Treffens weitergegeben. Denn man kann vieles an einer alten Vespa reparieren.