Schwere Zeiten auch für die Rumänienhilfe aus Coburg: Corona hat all ihre Initiativen und Aktionen zugunsten des Altenheims und Waisenhauses in der rumänischen Moldau lahm gelegt. Jetzt sind die Kassen leer.

"Die Spenden, die von anderen Initiativen an uns weitergeleitet wurden, sind ausgeblieben da diese auch nicht aktiv sein konnten", bedauert Bettina Fröba-Schultheiß.

Die Vorbereitungen für den Sommertransport, die ab März beginnen sollten, mussten komplett eingestellt werden. Um auch die vornehmlich älteren ehrenamtlichen Helfer zu schützen, wurde nach dem harten Lockdown das Lager der Rumänienhilfe für Annahmen geschlossen. Die Ungewissheit, wie das besonders schwer getroffene Rumänien mit der Einfuhr von Hilfstransporten in diesen Zeiten umgeht, war ein weiterer Grund die Vorbereitungen für einen erneuten Hilfstransport ruhen zu lassen. Im Herbst begannen endlich die Planungen für den Wintertransport. Doch diese mussten nach dem erneut ausgerufenen Lockdown wieder gestoppt werden.

Besonders enttäuscht ist die Gruppe darüber, dass in diesem Jahr die Lebensmittel-Spendenaktion erstmalig nicht durchgeführt werden kann. Seit vielen Jahren beteiligen sich Kindergärten und Schulen zum Martinstag an dieser Sammelaktion. Doch nicht genug, bis vor wenigen Tagen hoffte die ehrenamtliche Gruppe dass zumindest der jährliche Strumpf- und Weihnachtsbasar zum 2. Advent stattfinden kann. Der Erlös wäre gerade jetzt wichtig. Aufgrund der derzeitigen Entwicklung musste die Rumänienhilfe den alljährlich gut besuchten Basar jetzt ebenfalls absagen.

Lieferservice eingerichtet

Aber "Not macht erfinderisch", sagt Bettina Fröbel-Schultheiß und stellt ihre neue Idee vor. "Kurzerhand haben wir ab sofort einen Lieferservice eingerichtet. Strümpfe können telefonisch oder per Mail bestellt werden unter Angabe der Größe und Farbwunsch (bunt oder gedeckte Farben). Dann werden die Strümpfe nach Hause geliefert!"

Beim letzten Telefonat teilte Sr. Elisabetta aus dem Altenheim in Rumänien mit, dass sie und ihre Mitschwestern ständig in der Angst leben, dass in ihrem Altenheim Corona ausbricht. Die wenigsten der maroden Krankenhäuser in Rumänien besitzen genügend oder überhaupt Beatmungsgeräte. Besonders schlimm sei für die Schwestern das Unglück im naheliegenden Krankenhaus von Piatra Neamt in der vergangen Woche. Dort ist auf der Corona-Station ein Feuer ausgebrochen. Es sind nicht nur die wertvollen medizinischen Gerätschaften zerstört worden sondern hat auch vielen Patienten das Leben gekostet. "Wir beten Tag und Nacht dass es uns nicht trifft, denn wir haben nichts um dagegen zu steuern als unsere Gebete" so die Ordensfrau.

Sr. Elisabetta und ihre Alten, Kranken und Kinder sollen auch diesmal zum Weihnachtfest zumindest mit Lebensmitteln nicht unversorgt bleiben. "Auch wenn die Spielsachen und all die anderen wichtigen Dinge nicht mit dem erwarteten Hilfstransport geliefert werden können, nehmen wir Sr. EIisabetta zumindest die Last der Verpflegung ab. So werden wir in Rumänien in einer Konservenfabrik einen Auftrag zur Auslieferung an das Kloster der Sr. Elisabetta erteilen", sagt Fröba-Schultheiß, Organisatorin von Freunde Rumäniens. "Es ist für uns alle ein Segen, dass der Lions Club Veste Coburg uns für diesen Zweck mit einer Spende von 1500 Euro bedacht hat."

So können Sie helfen

Strumpfbestellungen werden bis zum 12. Dezember angenommen unter

0162/2427821 (ab 18 Uhr) oder per Mail an freunde-rumaeniens@gmx.de. Weitere Telefonnummern sind auf der Homepage von St. Augustin Coburg hinterlegt oder facebook Freunde Rumäniens

Spendenkonto

Kath. Pfarramt St.Augustin Coburg, Rumäniehilfe,

IBAN: DE91 7509 0300 1409 0323 20 red