Die Mitglieder des Vereins sind der Ansicht: "Die Stadt siecht dahin und die Politik schaut zu." Die Altstadtfreunde sehen im hohen Leerstand auf der einen und der großen, nicht befriedigten Nachfrage nach bezahlbaren Mietwohnungen einen Grund dafür, dass Coburg unter einem dramatischen Bevölkerungsrückgang leidet. Dem könnte die Politik mit der Sanierung der Altbausubstanz entgegenwirken. "Stattdessen entsteht im Blockinnern der Ketschenvorstadt für viele Millionen ein Prestigeobjekt und die Wohnungen werden dann verkauft. Die Straßenfronten aber, die der Bürger und der Tourist wahrnimmt, verfallen seit vielen Jahren", kritisiert Christa Minier vom Verein. Möglicherweise deshalb seien auch die Besucherzahlen zurückgegangen.
Ein Konzept zur Sanierung von Straßenzügen, wie zum Beispiel Steintor, Lohgraben, Steingasse, Judengasse, Ketschengasse, vermissen die Altstadtfreunde. Häuser wie das sogenannte Schlick-Gebäude oder die Steingasse 7 verfielen zusehends. Dagegen soll das Haus Goethestraße 9 weggerissen werden. "Trotz ihrer Finanznot vernichtet die Stadt erst einmal Werte, um dann mit viel Geld neu zu investieren", sagt Christa Minier. Die Altstadtfreunde fordern nun die Stadt auf, entsprechende Fördermittel zu beantragen und sofort mit der Sanierung der gesamten Altstadt zu beginnen.
Dritter Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann (CSB) widerspricht den Vereinsmitgliedern: "Es tut sich viel Positives." Als Beispiele nennt er die Sanierungsgebiete Leopoldstraße und Ketschenvorstadt und verweist auf Einzelvorhaben wie etwa die gelungene Sanierung des Hauses Steinweg 49. Und natürlich seien dafür Mittel aus der Städtebauförderung notwendig und auch eingegangen. "Aber für jede Million, die wir bekommen, müssen wir anteilig das Achtfache drauflegen." So sei das nun mal bei Fördermitteln.

Steingasse 7 wird Problem


Sorgen bereiten dem Baureferenten solche Häuser wie das Schlick-Gebäude und Steingasse 7 auch. Zu ersterem kann er nur bedauernd sagen: "Hier warten wir noch auf ein Kaufhof-Post-Gesamtpaket. Es gibt aber neue Ansätze." Zur Steingasse 7 liege noch kein Stadtratsbeschluss vor, aber: "Ich treibe das jetzt voran, denn dort besteht langsam Einsturzgefahr."

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe des Coburger Tageblatts.