Die seit etlichen Jahren geplante Dreifach-Sporthalle am Floßanger wird noch länger auf sich warten lassen. Bei der gemeinsamen Sitzung des Kultur- und Schulsenates mit dem Bau- und Umweltsenat wurde offenbar, dass die ehemalige Sporthalle des Bundesgrenzschutzes auf der Lauterer Höhe "noch mindestens bis Ende 2025 für den Schul- und Vereinssport genutzt werden kann". Die projektierte Sporthalle am Flossanger soll die BGS-Halle ersetzen. Dass die Flossanger-Sporthalle jemals gebaut wird, daran äußerten einige Stadträte Zweifel.
In der Sitzung wurde auch die von den Stadtrats-Grünen initiierte Prioritätenliste für Schulbaumaßnahmen fortgeschrieben. In dieser Rangliste für die Jahre 2019 und folgende steht eine neue Sporthalle am Floßanger auf dem letzten Platz. Die Rangliste akzeptierten die Stadträte, ein Budget für die Sporthalle schafft es nicht in die mittelfristige Investitionsplanung der nächsten Jahre.


Räte nehmen "kleine Lösung"

In direktem Zusammenhang mit dem aufgeschobenen Sporthallen-Neubau steht ein neues Funktionsgebäude in der Dr.-Stocke-Sportanlage an der Wiesenstraße. Darin sollen Umkleide- und Duschräume und Toiletten für die Nutzer und Besucher der Schulsportanlage untergebracht werden. Drei unterschiedliche große und damit kostenaufwändige Varianten stellte Thorsten Huld vom Hochbauamt vor. Die Stadträte sprachen sich für die Variante "klein" aus. Deren geschätzte - und im Vergleich mit anderen ähnlichen Projekten ermittelte - Kosten belaufen sich auf 2,8 Millionen Euro.
Soviel Geld für ein Umkleidegebäude mit Duschen und Toiletten stieß bei den Stadträten Klaus Klumpers (ÖDP) und Jürgen Heeb (pro Coburg) auf Ablehnung. Und auch Peter Kammerscheid (pro Coburg) konnte sich nur für das Umkleidegebäude erwärmen, wenn es aus Containern besteht, die später demontiert werden können. Für eine Modulbauweise machte sich auch Jürgen Oehm (CSU) stark, denn "2,8 Millionen Euro sind zuviel".


Forderung von der Regierung

Das Umkleidehaus fordert die Regierung von Oberfranken als Schulaufsichtsbehörde. Vor bald 15 Jahren war das Stocke-Stadion zur Schulsportanlage umgebaut worden. 67 Sportklassen nutzen rechnerisch den Sportplatz, dafür müssen nach den Vorgaben der Bezirksregierung sechs Umkleideräume zu je 25 Quadratmetern Fläche, vier mit 20 Quadratmetern, fünf Waschräume von 25 Quadratmetern, insgesamt drei Sportlehrerräume (zwei je zehn Quadratmeter, einer zu fünf Quadratmetern) und weiter zehn Quadratmeter für den Platzwart und nochmals insgesamt 65 Quadratmeter für Geräte vorhanden sein. Nach einem Beschluss des Bau- und Umweltsenates aus dem Jahr 2008 soll es noch Toiletten für Besucher geben.
Vor zehn Jahren entstanden anstelle der alten überdachten Sitztribüne des Stocke-Stadions Geräteräume und da seinerzeit der baldige Neubau der Sporthalle geplant war, sollten die Umkleiden dort auch für die Sportanlage genutzt werden. Das bestehende Gebäude an der Wiesenstraße wird daher seit 13 Jahren provisorisch genutzt. Da die ehemalige BGS-Halle bis 2025 zur Verfügung steht, wird es bis auf weiteres keine neue Dreifach-Sporthalle geben, was wiederum ein neues Umkleidehaus für die Sportanlage nötig macht. Das hatte die CSB-Fraktion im Oktober gefordert. Bei dem jetzt vorgestellten Konzept wird ausschließlich das Raumprogramm für den Schulsport berücksichtigt, "für die Vereine ist da nichts enthalten", so Huld.


"Keinerlei Synergieeffekte"

Stadtrat Jürgen Heeb kritisierte, dass mit dem Neubau an der Wiesenstraße keinerlei Synergieeffekte mit der geplanten Dreifach-Sporthalle im Floßanger mehr möglich seien. Quasi als ersten Bauabschnitt der Sporthalle könnten die Umkleiden näher am Floßanger entstehen. Damit fand er jedoch keine Mehrheit. "Wir müssen endlich mal ein Projekt fertig machen", so der Tenor mehrerer Wortmeldungen. Ebenso war ÖDP-Stadtrat Klumpers allein mit seiner Ansicht, das bestehende Gebäude noch weiter zu betreiben und mit minimalem Aufwand zu erhalten, bis die Flossanger-Sporthalle gebaut werde. Allerdings, so erklärte Thorsten Huld vom Hochbauamt, sei das Dach undicht und marode, für 20 000 Euro wäre eine neue Heizung dringend nötig. "Wann und wie teuer weitere Reparaturen kommen, das kann niemand vorhersagen."