Junioren-Nationalspieler Benedikt Kellner wird den HSC 2000 Coburg nach zwei Jahren am Saisonende verlassen. Das gab der Klub am Freitagnachmittag in einer Pressemitteilung bekannt. Der 19-Jährige will seine berufliche Zukunft vorantreiben und strebt im Herbst ein Medizinstudium in Erlangen an. Für welchen Handballverein der Rückraumspieler in der nächsten Saison auflaufen wird, ist noch nicht bekannt. Ein Engagement beim HC Erlangen - das Coburger Tageblatt berichtete bereits vergangene Woche über das Interesse der Erlanger Handballer - gilt aber als wahrscheinlich.


Verantwortliche mit Verständnis

Steffen Ramer, Geschäftsführer des HSC Coburg: "Wir wollten Bene einen Profi-Vertrag für die kommende Saison anbieten, da sein jetziger Perspektivvertrag zum Ende der Saison ausläuft. Stipendienangebote aus Erlangen für sein angestrebtes Medizinstudium lassen allerdings seine berufliche Zukunft in den Vordergrund rücken."

Besonders HSC-Trainer Jan Gorr hätte sich über ein positives Ergebnis der Vertragsverhandlungen gefreut: "Bene kam 2016 als A-Jugendspieler zu uns und hat sich in der Zwischenzeit zu einem Bundesligaspieler gemausert. Dabei hat er noch immer einiges an Potenzial, was es zukünftig herauszukitzeln gilt. Er ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich ein junger Spieler mit Geduld und Engagement weiterentwickeln kann. Dass die berufliche Zukunft im Vergleich zum Handballsport früher oder später eine entscheidende Rolle spielt, ist jedem klar. Deshalb verstehe ich es auch voll und ganz, wenn sein Studium für ihn perspektivisch Vorrang hat."

Auch Benedikt Kellner resümiert die Zeit in der Vestestadt sehr positiv: "Ich habe zwei sehr schöne und sportlich erfolgreiche Jahre beim HSC gehabt. Dennoch habe ich mich dazu entschlossen, mein Stipendium für ein Medizinstudium anzunehmen und meine berufliche Zukunft in den Vordergrund zu stellen. Das stellt für mich auch abseits des Handballfeldes eine enorme Herausforderung dar, der ich mich in Zukunft widmen möchte. Diese berufliche Orientierung heißt für mich auch, dass ich den sportlichen Umfang in Coburg, trotz der Bemühungen des HSC, nicht mehr in dieser Art umsetzen kann."


Knauer und Apfel verlängern

Während mit Kellner ein hoffnungsvolles Talent die Vestestadt verlässt, konnte der Vertrag mit zwei Eigengewächsen verlängert werden. Jakob Knauer und Fabian Apfel unterschrieben am Freitagmorgen einen Zwei-Jahres-Vertrag.

Fabian Apfel, der seit der E-Jugend beim HSC spielt und sich seit dem stetig weiterentwickelt hat, wird in Zukunft als dritter Torwart des Bundesliga-Kaders und als fester Torwart in der 2. Mannschaft auflaufen. Für Apfel ist das sein erster Profi-Vertrag: "Ich bedanke mich für das Vertrauen des Trainers und der Verantwortlichen. Dass ich es als eigener Jugendspieler nach harter Arbeit bis zum Anschluss an den Kader der 1. Mannschaft geschafft habe, freut mich sehr, und motiviert mich umso mehr, noch weiter an mir zu arbeiten."

Auch für Knauer ist es der erste Profivertrag. Erste Kontakte mit dem Ball hatte Knauer mit Apfel in der E-Jugend. Zukünftig soll Knauer, der im vergangenen Sommer von den Füchsen Berlin nach Coburg zurückkehrte, ein fester Bestandteil des Bundesligakaders und ein Führungsspieler der Zweiten werden: "Ich fühle mich in meiner Heimat sehr wohl und mit Blick auf die Zukunft ist Coburg mit dem Umfeld und den tollen Fans der perfekte Ort für meine Weiterentwicklung", sagt Knauer.


Foluszny kehrt in Heimat zurück

Indes wird der Vertrag von Patryk Foluszny, der im Sommer 2016 nach Coburg wechselte, nicht verlängert. Der polnische Jugendnationaltorhüter wird im Juli voraussichtlich in seine Heimat zurückkehren.