Elf Tage nach der letzten Fahrt nach Hannover macht sich der Tross des HSC 2000 Coburg am Donnerstagvormittag wieder auf in die niedersächsische Hauptstadt - diesmal hoffentlich ohne Pech auf der Straße. Bei der Anreise zum Testspiel bei der TSV Hannover-Burgdorf standen die Coburger nach einer Vollsperrung der Autobahn für mehrere Stunden im Stau und kamen verspätet an der Spielstätte, der Swiss Life Hall, an. Dort fühlte sich der HSC beim überraschenden 35:28-Sieg sichtlich wohl.

Eine Wiederholung dieses Erfolgs wird es aber zumindest an diesem Ort nicht geben. Denn die Hannoveraner tragen ihre Bundesliga-Heimspiele nach einigen Querelen um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit dem Halleneigner nun doch in der knapp 10 000 Plätze fassenden ZAG-Arena (ehemals Tui-Arena) aus. Ganz frisch sicherte sich der Personaldienstleister die Namensrechte der Multifunktionsarena bis 2030.

Ob der Lärmpegel aber am Donnerstag ab 19 Uhr (live bei Pay-TV Sender Sky) ähnlich hoch wie beim Coburger Heimdebüt sein wird, darf bezweifelt werden. Zum Heimspiel gegen Minden (26:25-Sieg) vor einer Woche pilgerten lediglich 1209 Zuschauer in die Arena - knapp 2000 sind nach den aktuellen Corona-Richtlinien zugelassen.

Randgeschichten, die die HSC-Akteure wenig interessieren werden, sie wollen nach Möglichkeit den zweiten Sieg innerhalb kurzer Zeit in Niedersachsen einfahren. "Wir gehen mit einem guten Gefühl in das Spiel. Wir müssen das Positive aus dem Spiel gegen Leipzig mitnehmen. Ich glaube fest daran, dass wir dort gewinnen können", sagt Andreas Schröder. Bei nur einem Tag Spielpause war HSC-Trainer Alois Mraz und sein Team in punkto Belastungssteuerung gefragt. Am Mittwoch durften die Spieler ausschlafen und wurden erst mittags zur Taktikbesprechung zusammengerufen. "Für mich ist es wichtig, dass wir das Leipzig-Spiel nicht nur körperlich, sondern auch vom Kopf her schnell verarbeiten", so Mraz.

Auch Hannover-Burgdorf stand am Dienstagabend in Kiel auf der Platte und hinterließ bei der 31:34-Niederlage einen starken Eindruck. Die "Recken" hatten zur Halbzeit noch geführt und lagen bis zur 45. Minute gleichauf, ehe der deutsche Meister seine individuelle Qualität in der Schlussphase ausspielte. Überragender Akteur auf TSV-Seite war der dänische Weltmeister Johan Hansen mit neun Treffern. Der Rechtsaußen und der Nordmazedonier Filip Kuzmanovski sind die beiden einzigen Neuzugänge - bei fünf teils namhaften Abgängen. So verließen unter anderem Dreh- und Angelpunkt Morten Olsen und der deutsche Nationalspieler Timo Kastening den Verein. Die Recken machen aus der Not eine Tugend, indem sie in den wirtschaftlichen schwierigen Zeiten verstärkt auf Personal aus der eigenen Talentschmiede setzen. Auch auf eine Teilnahme an der EHF European League verzichtete der Vorjahresvierte.

TSV Hannover-Burgdorf: Ebner, Lesjak - Cehte, Kuzmanovski, Martinovic, Mävers, Hansen, Pevnov, Jonsson, Böhm, Krone, Donker, Hanne, Brozovic, Feise, Büchner Trainer: Carlos Ortega HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Poltrum, Apfel - Preller, Nezhad, Sproß, Nenadic, Billek, Zetterman, Varvne, Schikora, Kurch, Zeman, Schröder, Neuhold Trainer: Alois Mraz Schiedsrichter: David Hannes/ Christian Hannes