Neustadt bei Coburg
Fußball

Fürth am Berg: Fußballer in Quarantäne

Weil ein Mitspieler positiv auf Corona getestet wurde, muss eine komplette Mannschaft pausieren. Auch Kicker aus dem gegnerischen Team lassen sich freiwillig testen.
Foto: Jenny Sturm, adobe stoc

Das ist eine komplizierte Saison für die Dorfkicker in Fürth am Berg. Personelle Engpässe, einsturzgefährdete Halle, Abstiegskampf pur, Trainerentlassung - alles was zu einer Krisenserie so dazugehört. Doch damit nicht genug, jetzt stoppt auch noch Corona die geplante Aufholjagd in der Kreisklasse 1 Coburg!

Weil ein Reservespieler der TSSV Fürth am Berg bereits letzte Woche positiv auf Corona getestet wurde, mussten alle Spieler und Betreuer der zweiten Mannschaft vorübergehend in häusliche Quarantäne. Tests auf das Coronavirus folgten, bisher fielen alle Ergebnisse negativ aus.

Alle Spieler und Betreuer der Mannschaft mussten in Quarantäne

Weitere infizierte Personen soll es nicht geben. Direkt betroffen sind davon über 20 Personen, darunter auch Spieler der ersten Mannschaft.

Für den Corona-Beauftragten der TSSV Fürth am Berg, Matthias Oehrl, bedeuten diese Umstände jede Menge organisatorische Mehrarbeit. Seit vergangener Woche steht der Spielleiter der Fußballer im engen Austausch mit den Behörden und übermittelte dem Gesundheitsamt jede Menge Namen und Daten. "Wir haben ja nach dem Spieltag am Dienstagabend noch trainiert, weil wir erst am Mittwoch von dem Fall Kenntnis bekommen haben. Seit dem ruht natürlich jeglicher Trainings- und Spielbetrieb bei uns. Alles andere würde ja auch keinen Sinn machen. Es gibt klare Vorschriften seitens des Bayerischen Fußballverbandes, die wir einhalten."

Der erkrankte Spieler, der bereits am Dienstagstraining nicht mehr teilnahm, klagte über Erkältungssymptome. Er wurde anschließend positiv getestet, doch nach Aussagen von Oehrl gehe es ihm schon wieder besser. Ernsthaft erkrankt sei er zu keinem Zeitpunkt gewesen. Und der derzeit als kommissarischer Vorsitzender im Klub fungierende Dietmar Hartleb gewinnt den Umständen zumindest etwas Positives ab: "Wichtig ist, dass anschließend niemand von uns positiv getestet wurde." Er, alle Betreuer und fast alle Spieler der ersten Mannschaft hätten sich auch freiwillig testen lassen.

Tests auch bei den Coburg Locals

Da der Infizierte im Reservespiel gegen die Coburg Locals zum Einsatz kam, wurde auch der gegnerische Klub umgehend nach Bekanntwerden des Corona-Falls informiert. "Wir haben letzten Donnerstag einen Anruf von einem Vertreter aus dem Gesundheitsamt bekommen. Uns wurde empfohlen, dass sich alle Spieler und Betreuer, die in Fürth am Berg dabei waren, testen lassen sollen", sagt der stellvertretende Vorsitzende Alexander Sapov.

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Der überwiegende Teil der Mannschaft habe dies dann auch auf freiwilliger Basis getan, und keiner wurde bisher positiv auf Corona getestet. "Ein paar Ergebnisse stehen zwar noch aus, und einige von uns wollen sich auch in den nächsten Tagen noch testen lassen, aber wir gehen davon aus, dass sich niemand angesteckt hat", ergänzt Locals-Vorsitzender Andreas Junker.

Ebenso wie die Fürther, die in Waldsachsen bei der DJK/TSV Rödental hätten spielen sollen, sagten die Locals ihre Partie am zurückliegenden Wochenende gegen den SV Meilschnitz ab. "Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Wir hatten schon vom Gesundheitsamt die Auskunft, dass es unwahrscheinlich ist, dass wir uns im Freien angesteckt hätten. Aber sicher ist sicher", erklärt Sapov die Absage.

Quarantäne läuft erst am Sonntag aus: Spiel findet nicht statt

Am bevorstehenden Spieltag wollen die Locals am Sonntag beim TSV Sonnefeld II aber schon wieder kicken. Im Gegensatz zu den Fürthern, die nach Lage der Dinge auch das Spiel ihrer ersten Mannschaft absagen. Das Reserve-Team kann definitiv noch nicht wieder spielen, da für die direkt betroffenen Spieler, die mit dem positiv getesteten Kameraden in einer Kabine waren, die vorgeschriebene 14-Tage-Frist erst am Sonntag abläuft. Und ob das Risiko, dass sich bei einem Spiel der ersten Mannschaft jemand infiziert, möchten die Fürther momentan nicht eingehen: "Das passt ja auch nicht zusammen, wenn gleichzeitig noch Spieler von uns in Quarantäne sind", sagt Oehrl. Er will mit Spielgruppenleiter Frank Börner den Fall heute oder morgen aber erst noch abschließend klären. Zu Gast wäre am Wochenende die Bezirksliga-Reserve des SV Ketschendorf.