"Wir müssen erst einmal in der Liga ankommen", sagte VfL-Trainer Oliver Müller Ende Juni 2017 bei der Teampräsentation im Willi-Schillig-Stadion und dämpfte die Erwartungen für die kommende Landesliga-Spielzeit. "Die Zielsetzung lautet Klassenerhalt, da wir einfach zu dünn besetzt sind."
Eine böse Vorahnung, die in den ersten Saisonwochen bestätigt werden sollte. Nachdem die Frohnlacher in der Vorsaison sang- und klanglos in der Bayernliga mit nur 13 Punkten als Tabellenletzter untergegangen waren, ging der Abwärtstrend auch eine Klasse tiefer im ähnlichen Tempo weiter. Es dauerte bis zum achten Spieltag, ehe der VfL Frohnlach beim 4:3-Heimsieg die ersten Punkte einfuhr. Eine Hypothek, die für auf diesem Niveau relativ unerfahrene Mannschaft zu groß war. Wenigen Glanzlichtern wie den Derbysiegen in der Vorrunde gegen den SV Friesen (3:0) und beim FC Lichtenfels (3:1) standen zu viele fehlerbehaftete Auftritte, vor allem auf fremden Plätzen, gegenüber.

Die Auswärtsbilanz mit nur acht Punkten bei einem Torverhältnis von 15:51 war die schlechte Ausbeute aller Landesligisten. Spät, aber gerade noch rechtzeitig sind die Frohnlacher im Frühjahr doch noch in der Landesliga "angekommen". Mit vier Siegen aus den letzten fünf Spielen schaffte der VfL am 34. Spieltag den kaum noch für möglich gehaltenen Sprung auf einen Relegationsplatz. Trainer Müller fand im Saisonendspurt eine Elf, die als kompakte Einheit gut funktionierte, und die er nur noch in Nuancen veränderte.

Auch in der Relegation gegen den Zweiten der Bezirksliga Ost, den BSC Saas Bayreuth, gaben die Frohnlacher zumindest im Hinspiel eine gute Figur ab, mussten sich aber - wie berichtet - nach der etwas unglücklichen 1:3-Heimniederlage am Sonntagabend endgültig aus der Landesliga verabschieden. Verabschieden in seiner Funktion als Sportlicher Leiter wird sich auch VfL-Urgestein Michael Werner in diesem Sommer. Wer sein Nachfolger wird und wie er die Spielzeit erlebt hat, verrät er im Tageblatt-Interview.

Herr Werner, die Saison für den VfL Frohnlach ging am Sonntag abrupt zu Ende. Wie hat die Mannschaft den Abstieg aufgenommen?
Michael Werner: Die Spieler waren logischerweise enttäuscht. Vor allem waren sie traurig, was sie für eine zweite Halbzeit gespielt haben. Das waren die schwächsten 45 Minuten seit Wochen.

Die Mannschaft hat im Saisonendspurt stark gespielt, vier der letzten fünf Saisonspiele gewonnen. Warum hat es erst so spät "Klick" gemacht? Was waren die Gründe für die vielen Niederlagen in der Vorrunde?
Wir hatten am Anfang der Saison zahlreiche Verletzte und sind somit nicht in den Spielrhythmus gekommen. Dann haben wir gegen direkte Mitkonkurrenten unglücklich Punkte gelassen. Dies hat sich gesammelt. Ende der Saison haben wir ja gezeigt, was wir können und was die Mannschaft eigentlich drauf hat.

Auch außerhalb des Rasens waren die vergangenen Monate mit der angepeilten Fusion mit dem TSV Sonnefeld, die ja mittlerweile geplatzt ist, ereignisreich. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Wir haben sicher beim TSV Sonnefeld hinsichtlich einer Zusammenarbeit angefragt. Aber uns jetzt als "Totengräber des TSV Sonnefeld" hinzustellen, ist absolut unfair und so auch nicht richtig. Die Option "Basti Renk" als Trainer nach der Ära Olli Müller habe ich schon vor längerer Zeit in der Vorstandschaft vorgeschlagen. So gesehen hat die Verpflichtung von Basti nichts mit einer Fusion oder Nichtfusion zu tun.

Der VfL hat eine Reihe von jungen Stammspielern in seinen Reihen. Welche Akteure haben sich zuletzt Ihrer Meinung nach besonders gut weiterentwickelt?
Wir haben vor der Saison einige Spieler aus unteren Klassen geholt. Die haben sich alle weiterentwickelt und sind noch nicht am Ende. Alle haben noch Potenzial nach oben.

Wie lange wird es dauern, bis Sie sich an das Wort "Bezirksliga" gewöhnt haben?

An das Wort muss ich mich nicht gewöhnen. Ich bin 1996 nach Frohnlach gewechselt. Da haben Jörg Günzel und ich eine neue "Zweite" gegründet. So gesehen haben wir die Bezirksliga schon mal von unten nach oben durchlaufen. Zudem höre ich zur neuen Saison als Sportlicher Leiter auf und übergebe an Christian Tremel.

Welche sportliche Neuausrichtung erwarten Sie unter dem neuen Spielertrainer Bastian Renk? Ist ein Wiederaufstieg realistisch?

Basti soll wieder eine schlagkräftige Truppe basteln, welche dann auch schönen, ansehnlichen Fußball zeigt. Was dann am Ende der Saison herauskommt, wird man sehen. Für die Jungs, die bleiben, und die Jungs, die kommen, ist es wichtig, schnell zusammenzufinden und eine Einheit mit einem gemeinsamen Ziel zu werden.



Die Saison des VfL Frohnlach in Zahlen


Saisonbilanz: 10 Siege, 4 Unentschieden, 20 Niederlagen - 52:81 Tore, Platz 14.

Höchster Sieg:
6:0 gegen den FSV Bayreuth

Höchste Niederlage:
0:5 beim TSV Sonnefeld und beim SC Feucht

Meiste Einsätze:
Kevin Hartmann, Lukas Pflaum (je 34), Tim Rebhan (32), Yannick Teuchert, Maximilian Weinreich (je 29), Stefano Göhring, Sayko Trawally (je 28), Domenic Lauerbach, Sven Wieczorek (je 27)

Meiste Treffer:
Sayko Trawally, Sven Wieczorek (je 10), Kevin Hartmann (9), Lukas Pflaum (7), René Knie, Lukas Werner (je 4), Christopher Autsch (3)

Zuschauer:
233 im Durchschnitt (Platz 4); bester Besuch: 1250 (gegen TSV Sonnefeld), schwächster Besuch: 100 (gegen SV Mitterteich)