Ein faules Osterei in Form einer 1:5-Heimklatsche gegen den der Spitzengruppe angehörenden TSV Kleinrinderfeld legte sich der FC Coburg ins Nest. Dadurch ist das eingekehrt, was vor zwei Wochen nach dem 3:0-Erfolg gegen den SV Memmelsdorf kaum jemand für möglich gehalten hatte. Die Vestestädter nähern sich bedrohlich dem obersten Relegationsplatz 14, weil einige Klubs aus der unteren Tabellenhälfte nach der Winterpause kräftig punkteten. Wie bei den jüngsten Auswärtsniederlagen, die mit 1:7 in Abtswind und 1:5 in Bad Neustadt mehr als deftig ausgefallen waren, riss bei den Schützlingen von Christoph Böger nach dem 1:2-Rückstand in der 57. Minute völlig der Faden. Das Gehäuse von Jannik Knoch, der von seinen Vorderleuten regelrecht im Stich gelassen wurde, stand für die Gäste offen wie ein Scheunentor.
"Ich glaube, wir haben derzeit ein Mentalitätsproblem, das es schleunigst zu beheben gilt. Bis zum 1:2 war die Partie ausgeglichen und wir hatten die erneute Führung mehrmals auf dem Fuß", so der FCC-Coach. Ausgerechnet sein Goalgetter Daniel Sam, der mit 22 Treffern noch immer die Scorerliste der Liga anführt, ist seit seiner längeren Verletzungspause nur noch ein Schatten seiner selbst. Er stand viermal mutterseelenallein vor Gästekeeper Pascal Krämer, vergab aber kläglich. Gut lachen hatte Bögers Pendant Hennes Scheder. "Ich glaube der Kunstrasen kam meinen technisch versierten Leuten entgegen. Sie haben eine intakte Moral gezeigt und die Vorgaben umgesetzt. Das Ergebnis geht in Ordnung", betonte er.
Kleinrinderfeld begann zielstrebig, kombinierte effektiv und scheiterte zweimal an Knoch, der eine ordentliche Leistung bot. Doch auch die Hausherren setzten Akzente. Ein einstudierter Spielzug mit einem öffnenden Pass von Eric Heinze auf die rechte Außenbahn in den Lauf von Fabian Carl, der in Andre Meyer (13.) am Fünf-Meter-Raum einen dankbaren Abnehmer fand, sorgte für die 1:0-Führung. Es folgte eine starke Phase des FCC, der mit Pressing den Unterfranken vorübergehend den Wind aus den Segeln nahm. Der 1:1-Ausgleich fiel für die Gastgeber unglücklich. Eine Flanke des agilen Sandro Kramosch von der Eckfahne wurde unglücklich abgefälscht und fiel genau vor die Füße von David Hedtstück, der mühelos abstaubte. Kurz vor und unmittelbar nach dem Seitenwechsel hätte Sam die Weichen für seine Elf zum Guten stellen müssen, doch er erwies sich zweimal im Abschluss als zu zögerlich. Besser in Szene setzte sich auf der Gegenseite Marco Kramosch (57.), der einen Freistoß aus 22 Metern zum 1:2 knallhart in den Winkel donnerte. Er und Mario Christ entpuppten sich in der Folgezeit als die siegbringenden Schaltstationen im Mittelfeld des TSV. Das 1:3 von Sandro Kramosch aus spitzem Winkel entsprang einem krassen Abwehrschnitzer. Beim 1:4 erneut durch Hedtstück, der einen Abpraller mühelos aus der Nahdistanz über die Linie drückte, wurde dem Schützen ebenso wenig Gegenwehr entgegengebracht wie Sandro Kramosch beim 1:5. In der Schlussphase konnte man Coburg das Bemühen auf Schadensbegrenzung nicht absprechen, doch die gegnerische Defensivabteilung um den Ex-Coburger Simon Sommer blieb Herr der Lage.

FC Coburg - TSV Kleinrinderfeld 1:5 (1:1)
FC Coburg:
Knoch - Schwesinger, Hahn, Westhäuser (75. Reich), Scheler (53. Schneider), Carl, Mosert, Heinze, Meyer, Sener, Sam.

TSV Kleinrinderfeld:
Krämer - Jäger. Günder (75. Dietz), Sommer, B. Engert, J. Meyer, Christ, K. Engert, M. Kramosch, Hedtstück (83. L. Meyer), S. Kramosch (80. Klüpfel).
SR: Michael Dotzel (Heidenfeld). - Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Meyer (13.), 1:1 Hedtstück (27.), 1:2 M. Kramosch (57.), 1:3 S. Kramosch (70.), 1:4 Hedtstück (72.), 1:5 S. Kramosch (77.). - Gelbe Karten: Mosert / S. Kramosch.