Sportlich läuft es derzeit sehr gut für Cedric Teuchert. Der Coburger Fußballprofi in Diensten von Erstliga-Überraschungsmannschaft Union Berlin (6.) sorgt in der 1. Bundesliga für Furore. Julian Nagelsmann, Trainer von RB Leipzig, traut den "Eisernen" sogar Europa zu. Und auch der schnelle Stürmer aus der Vestestadt ist von seinem Team begeistert: "Keine Mannschaft spielt gerade gern gegen uns. Es macht einfach extrem viel Spaß."

Bekommt der Spaß bald einen Dämpder?

Mit dem 1:0-Siegtreffer im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen machte er sich am Freitagabend einen Tag nach seinem 24. Geburtstag selbst noch das schönste Geburtstagsgeschenk. Doch Teucherts Spaß könnte schon bald einen empfindlichen Dämpfer erhalten, denn jetzt hat der hart erkämpfte Heimsieg auch ein Nachspiel für den Matchwinner!

Nach der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen seinen Mannschaftskollegen Florian Hübner hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nämlich überraschend auch noch Untersuchungen gegen den Coburger angestellt. Es bestehe der Verdacht, "dass Teuchert während des Bundesligaspiels gegen Bayer Leverkusen mit zwei geäußerten Sprüchen gegen die Vorgaben der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung verstoßen haben könnte", teilte das DFB-Gremium am Montagabend mit.

Der Kontrollausschuss hat nicht nur Hübner, sondern nun auch den ehemaligen Coburger Jugendspieler zu einer Stellungnahme zu den Vorfällen rund um das Spiel gegen Leverkusen aufgefordert. Danach und nach Auswertung von anderen Materialien wird über den weiteren Fortgang der Verfahren entschieden.

Schon am Samstag hatte der DFB mitgeteilt, dass Rassismus-Vorwürfe untersucht werden, weil der Verdacht besteht, dass Florian Hübner seinen Gegenspieler Nadiem Amiri, dessen Eltern aus Afghanistan stammen, rassistisch beleidigt haben könnte. Amiri hat bereits eine Entschuldigung von Hübner angenommen. Nach Paragraf 9 der DFB-Rechts-und Verfahrensordnung drohen dem Berliner bis zu fünf Wochen Sperre und eine Geldstrafe.

Warum wird gegen Teuchert ermittelt?

Doch warum wird gegen Teuchert ermittelt? Muss auch er mit einer empfindlichen Strafe rechnen? Wie zu erfahren war, soll der Franke in Diensten der Köpenicker bei seiner Auswechslung in der Nachspielzeit über Leverkusener Profis gewettert haben. Bayer-Spieler hätten sich in diesem Moment beim Schiedsrichter über ein angebliches Foul von Teuchert beschwert, das er auf seinem Weg zum Siegtor begangen haben soll. Die Außenmikrofone belegen, dass Teuchert Folgendes sagte, als er den Platz verließ: "Der ist immer noch am Schimpfen, ey! Wir sind hier in Deutschland, Alter!" Jetzt prüft der DFB, was Teuchert mit dieser Äußerung zum Ausdruck bringen wollte.

Reichen die Äußerungen für Bestrafung?

Etwa eine halbe Stunde zuvor foulte der Berliner Robert Andrich den Leverkusener Leon Bailey. Der Jamaikaner wollte sich beim Aufstehen nicht helfen lassen, darauf war folgender Ausspruch zu hören: "Chill mal, wir sind hier in Deutschland." Doch noch ist es unklar, von wem dieser Spruch kam. Von Andrich jedenfalls nicht.

Ob der vorliegende Sachverhalt für eine Bestrafung Teucherts ausreicht und ob die zu hörenden Sätze tatsächlich als strafwürdige Beleidigungen gewertet werden, muss der DFB in den nächsten Tagen entscheiden. Cedric Teuchert war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, wobei stark anzunehmen ist, dass sich der Fußballprofi zu einem laufenden Kontroll-Verfahren des DFB vorerst auch nicht äußern wird.