CoburgAn Nervenkitzel mangelt es Martin Röhrig in dieser Spielzeit garantiert nicht. Der HSC-Jugendkoordinator, der die zweite Mannschaft und die A-Junioren als Trainer betreut, erlebte in den vergangenen Monaten ein Wechselbad der Gefühle.

Ein Sinnbild dafür war das Wochenende am 24./25. März: Am Samstag enttäuschte die HSC-Zweite auf ganzer Linie beim Tabellenletzten TV Gelnhausen und ging mit 24:36 unter, nur 24 Stunden später erkämpften sich die A-Junioren ein 27:27-Unentschieden in Großwallstadt und sicherten sich damit im ersten Bundesliga-Jahr überraschend den Klassenerhalt. "Das kostet schon eine Menge Kraft, aber wenn man dann gewinnt, macht es umso mehr Spaß", sagt der 52-Jährige.
Und der Spaß scheint bei der HSC-Reserve gerade noch rechtzeitig zurückgekommen zu sein. Denn nach drei empfindlichen Niederlagen im März (18:31 gegen Großwallstadt, 20:33 gegen Hanau und 24:36 gegen Gelnhausen), präsentiert sich die Mannschaft von Martin Röhrig im April wie ausgewechselt. "Die drei letzten Spiele waren wirklich gut, leider haben wir nur vier Punkte geholt", sagt Röhrig und spielt dabei auf die bittere 24:25-Niederlage in Nieder-Roden an. Dass es bei seiner Mannschaft zuletzt besser lief und der Klassenerhalt in der 3. Handball-Liga Ost wieder realistisch ist, macht Röhrig an zwei Punkten fest.

Zum einen nennt der HSC-Trainer den Formanstieg einiger Routiniers, die in dieser Saison immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatten. "Andreas Wolf und Nikola Franke haben nach ihren Bandscheibenproblemen eine gewisse Zeit gebraucht, um wieder ihr Level zu erreichen", sagt Röhrig. Dazu feierte Abwehrspezialist Jonathan Rivera, der rund zwei Monate aufgrund eines gebrochenen Fingers ausfiel, vor drei Wochen sein Comeback gegen Baunatal. "Er ist mit seiner Abwehrarbeit und seiner Persönlichkeit so wichtig für uns, man kann es auch an den Ergebnissen zuletzt ablesen", so Röhrig. Neben dem erfahrenen Trio stand zuletzt auch Co-Trainer Ronny Göhl wieder auf der Platte und zeichnete sich als sicherer Siebenmeterschütze aus. "Die jungen Spieler haben in dieser Saison einen guten Job gemacht, aber alleine können sie es nicht reißen", erklärt Röhrig.

Den zweiten Grund für die aufsteigende Formkurve sieht Röhrig in der veränderten Trainingssteuerung. "Wir haben zuletzt bisschen mehr mit der ersten Mannschaft zusammengemacht. Benedikt Kellner und Jakob Knauer waren häufiger bei uns, dadurch ist die Bindung nochmals etwas besser geworden", sagt Röhrig.


Bad Neustadt hat es in der Hand

Trotz der jüngsten Leistungssteigerung sitzt eine andere fränkische Mannschaft am längeren Hebel im Kampf um den Klassenerhalt. Der HSC Bad Neustadt weist die gleiche Bilanz wie die Coburger auf (22:34), würde aber am Ende aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs bei möglicher Punktgleichheit vor dem HSC rangieren. Am vergangenen Wochenende gelang den Unterfranken gegen den SC Magdeburg nach zwischenzeitlichen sechs Toren Rückstand noch ein 23:22-Erfolg.

"Von dem Ergebnis waren wir natürlich nicht begeistert, aber wir können das nicht beeinflussen. Wir müssen selbst unsere zwei übrigen Spiele gewinnen", sagt Röhrig. Und wenn es diesmal nicht für den "Last-Minute-Klassenerhalt" reichen sollte? "Für unsere jungen Spieler wäre auch die Bayernliga eine anspruchsvolle Geschichte, aber der Sprung von der zweiten in die erste Mannschaft wäre dann zu groß. Mittelfristig muss das Ziel 3. Liga sein. Und da es leichter ist, die Klasse zu halten als wieder aufzusteigen, wäre es natürlich von Vorteil drinzubleiben."





Gegen Letzten ist Sieg Pflicht


Es bahnt sich wie in der vergangenen Saison ein wahres Abstiegsdrama in der 3. Handball-Liga Ost an. Der HSC 2000 Coburg II benötigt wohl zwei Siege aus den letzten zwei Spielen, um die Klasse zu halten. Die Aufgaben sind mit dem Heimspiel gegen den HSV Bad Blankenburg (Sonntag, 16 Uhr) und der Partie beim SV Anhalt Bernburg (5. März, 19 Uhr) zumindest auf dem Papier lösbar.

HSC 2000 Coburg II -
HSV Bad Blankenburg

Für das Ligaschlusslicht aus Bad Blankenburg ist die Liga noch prekärer als für die HSC-Reserve. Denn verlieren die Thüringer in Coburg, sind sie definitiv abgestiegen. Selbst zwei Siege würden dem HSV wohl nicht für den Ligaverbleib reichen.

Bei entsprechender Konstellation könnten auch die Coburger am Sonntag bereits absteigen. Dazu müsste der HSC verlieren, Bad Neustadt gegen Hanau gewinnen und Bruchköbel mindestens einen Punkt gegen Nieder-Roden. Ein Szenario, das angesichts der derzeitigen Coburger Form aber eher unwahrscheinlich sein dürfte.

Für viel Gesprächsstoff sorgte das Hinspiel Ende November. Benedikt Kellner sah nach 20 Minuten die Rote Karte, kurz darauf musste Jakob Knauer verletzt das Feld verlassen. Nachdem die HSC-Reserve über die komplette Spieldauer einen Rückstand hinterherlaufen musste, reichte es letztendlich noch zu einem glücklichen Punktgewinn (24:24). Diesmal muss es ein Punkt mehr für die Coburger sein, die vor allem das starke Duo im rechten Rückraum, Frank Grohmann und Ladislav Brykner, in den Griff bekommen muss.

HSC 2000 Coburg II: Titze, Foluszny - Göhl, Franke, Dude, Kellner, Drude, Rivera, Härtl, J. Knauer, Bühler, Schramm, Wolf, Pernet, Munoz, Merkwirth.