Das dritte Spiel binnen sieben Tagen, 48 Stunden nach der Heimniederlage gegen Leipzig in Hannover gefordert - hinter dem HSC 2000 Coburg liegt eine Mammut-Woche. Und im dritten Saisonspiel musste der Bundesliga-Aufsteiger die ersten Ausfälle beklagen. Der Halbrechte Jakob Knauer, in den ersten beiden Begegnungen bester Coburger Feldspieler, kugelte sich gegen Leipzig die Schulter. Kreisläufer Justin Kurch laboriert an Patellasehnenproblemen, stand bei der TSV Hannover-Burgdorf aber im Kader.

HSC-Trainer Alois Mraz begann mit der gleichen Startsieben, die gegen Leipzig startete. Felix Sproß und Florian Billek bildeten die Flügelzange, Andreas Schröder, Pouyar und Pontus Zetterman den Rückraum und am Kreis Stepan Zeman. Im Tor hatte Mraz keinen Grund für Veränderungen, der bislang stark haltende Konstantin Poltrum stand erneut von Beginn an zwischen den Pfosten.

Und der HSC-Torwart knüpfte an seine Leistungen gegen Lemgo und Leipzig an. In den ersten zehn Minuten entschärfte Poltrum vier freie Würfe der Hausherren. Dass die Gäste beim 3:3 durch Zetterman erstmals ausglichen (12.), lag vor allem an Poltrum.

Denn: Seine Vorderleute legten wie in Lemgo einen schwachen Start hin. Nach acht Minuten führte Hannover-Burgdorf mit 3:0, ehe Florian Billek mit einem verwandelten Siebenmeter den ersten HSC-Treffer des Tages erzielte (8.).Eine Minute zuvor nahm HSC-Trainer Mraz bereits seine erste Auszeit und forderte, "den Kopf einzuschalten". Seine 6:0-Deckung änderte Mraz leicht und ließ Zetterman und später Nenadic den Recken-Kapitän Fabian Böhm frühzeitig attackieren. Ab diesem Zeitpunkt lief es für Coburg besser - und das lag in erster Linie an Poltrum, der sechs Minuten seinen Kasten vernagelte. Alleine Vincent Büchner nahm der HSC-Torwart drei freie Würfe weg und hatte zeitweise ein Quote von bockstarken 62 Prozent.

Die Konsequenz: Coburg spielte auf Augenhöhe mit und hielt die Begegnung durch Treffer von Kapitän Andreas Schröder (4:5, 5:5) und Tobias Varvne (6:6) ausgeglichen. Dann der nächste Einbruch. Hannover brachte wieder drei Tore zwischen sich und dem HSC (10:7), weil sich die Gäste im gebundenen Spiel schwertaten, klare Chancen zu erspielen und im Rückraum zu wenig Gefahr ausstrahlten. Trotzdem blieb der HSC bis zur Pause in Schlagdistanz und ging mit einem 11:13-Rückstand in die Kabine.

Ärgerlich: Zeman verpasste mit der letzten Aktion vor der Halbzeit den Anschluss und scheiterte mit einem Heber an TSV-Torwart Lesjak, der Coburgs Poltrum in Nichts nachstand und zur Pause ebenfalls auf sieben Paraden kam. Was Zeman vor der Halbzeit noch verpasste, besorgte Schröder nach Wiederanpfiff - den 13:12-Anschluss. Zetterman besorgte wenig später den ersten Ausgleich seit dem 6:6 durch Varvne. Der HSC war im Spiel, der HSC war auf Augenhöhe, aber der HSC stellte die einfachen Fehler nicht ab

Nenadic spielte einen schlampigen Gegenstoßpass auf Billek, dem die Chance auf die erste Führung genommen wurde (35.). Zwei Minuten verpasste ließ Coburgs Torjäger mit einem verworfenen Siebenmeter das 15:14 liegen. Statt mit zwei Toren zu führen und Hannover zu verunsichern, lag der HSC beim 16:18 durch Cehte wieder mit zwei Treffern zurück (43.). Mraz reagierte sofort und nahm seine zweite Auszeit.

Die Gäste ackerten, zeigten Moral, aber die TSV hielt Coburg ab Minute 49 meist zwei bis drei Tore auf Distanz. Beim 24:20 durch Kuzmanovski bog Hannover auf die Siegerstraße ein (54.). Als Jan Kulhanek, der zur 50 Minute ins Tor kam, die Vorentscheidung verhinderte und Coburg auf 23:25 hätte verkürzen können, produzierte Zetterman einen Schrittfehler - das alte Coburger Lied. Mit dem 26:22 durch Kuzmanovski war das Spiel entschieden.

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Poltrum - Preller (3/1), Nezhad, Sproß (3), Nenadic (3), Billek (4/1), Zetterman (4), Varvne (2), Schikora, Kurch, Zeman , Schröder (3), Neuhold (1), Kelm