Alexandra Taschner und Udo Leidner-Haber sind in einem Raum des Neustadter Spielzeugmuseums am Werkeln. Die Museumspädagogin und der Museumsleiter bereiten eine neue Sonderausstellung unter dem Motto "Künstlerpuppen: Die 30ste" vor. Einige Puppen haben schon ihren Platz im Raum gefunden.

Künstlerpuppe Emma etwa. Als stille Beobachterin sitzt sie mit grüner Schleife im Haar, geblümtem Oberteil, lila Strumpfhose und pinken Stöckelschuhen am anderen Ende des Raumes. Auf einem Tisch vor ihr steht ein großes Stück Kuchen. Daneben stapeln sich Eiskugeln in einem Becher.

Themenarbeit der Coburger Künstlerin Christa Mann

"Emma sitzt sonst in unserem Café", sagt Museumsleiter Leidner-Haber. Die Puppe sei eine Themenarbeit der inzwischen verstorbenen Coburger Künstlerin Christa Mann und anlässlich einer Ausstellung zu Tugenden und Lastern entstanden, berichtet Leidner-Haber. Die Puppe stehe für Völlerei. Nun ist Künstlerpuppe Emma zusammen mit vielen weiteren Puppen erneut Teil einer Ausstellung.

Die Sonderausstellung zeigt Exponate der zeitgenössischen Puppenkunst. Sie ist ein Ersatz für die jährliche Puppenfestival-Ausstellung, die ins kommende Jahr verschoben werden musste, wie Leidner-Haber erklärt.

"Wir zeigen aus unserer Sammlung Künstlerpuppen, die schon sehr, sehr lange nicht mehr gezeigt wurden oder noch nie gezeigt worden sind", berichtet der Museumsleiter weiter. Abgedeckt würden die fünf wichtigsten Stile: Naturalismus, Realismus, Fantasmen, Karikaturen und Experimentelles. Das Spielzeugmuseum könne dabei auf einen Bestand von rund 200 Künstlerpuppen zurückgreifen.

Aktives Mitmachen gewünscht

Die Sonderausstellung "Künstlerpuppen: Die 30ste" lädt auch zum aktiven Mitmachen ein, wie Museumspädagogin Alexandra Taschner erklärt. So wartet etwa in einer Ecke des Raumes eine kindliche Puppe, die in einem kleinen Einkaufswagen sitzt, auf die Besucher.

Hier gehe es um das Thema "Zorn", erklärt Taschner und verweist auf eine Stellwand. "Ich werde zornig, wenn ..." steht dort. Die Besucher sind aufgefordert, sich Gedanken zu machen und den Satz auf kleinen Zetteln zu vollenden.

"Das Angebot richtet sich auch an Erwachsene", sagt Taschner. "Museumspädagogik ist nicht nur für Kinder gedacht." An einer weiteren Station dürfen die Besucher sich Gedanken darüber machen, wie sie eine Puppe anziehen würden.

Intensiverer Kontakt

Die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen, sei sehr wichtig. "Man setzt sich mit dem Objekt viel intensiver auseinander, wird angeregt, darüber nachzudenken." Das funktioniere sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern, so Taschner.

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Die Sonderausstellung öffnet ihre Türen vom 25. Juni bis 2. November. In den Sommerferien bietet das Spielzeugmuseum auch wieder ein speziell für Kinder gedachtes Programm an, bei dem auch die aktuelle Sonderausstellung miteinbezogen wird.