Fünf Buchstaben beschreiben einen Mythos. Die Begegnung von Musik und Tanz. Von Strenge und Freiheit. Von Verlangen und Entsagung. Von Leid und Leidenschaft. Von Glück und Verzweiflung. Fünf Buchstaben beschreiben einen Mythos: Tango.


Musik und Videokunst

"Tango-Night" lautete das Motto beim dritten Abend des Festivals Klanggrenzen in Coburg, gemeinsam mit der Gesellschaft der Musikfreunde im großen Saal des gut besuchten Pfarrzentrums St. Augustin veranstaltet. Den beiden Elementen Musik und Tanz fügte dieser Abend noch ein drittes hinzu: die Videokunst. "Tango trifft Video" - das war die Losung für eine faszinierende Begegnung, die Klänge in Bewegung auflöste, gleichzeitig aber Bewegung in Musik verwandelte.


Stilsicher musiziert

Wie vielschichtig Tangomusik im Konzertsaal klingen kann, bewies das Flex Ensemble, das als Klavierquartett gemeinsam mit dem griechischen Bandoneon-Virtuosen Konstantin Raptis ungemein spannungsvoll, stilsicher und intensiv musizierte.


Raffiniert arrangiert

Von Konstantin Raptis stammten auch die raffiniert auf diese besondere Quintett-Besetzung zugeschnittenen Arrangements der Musik von Horacio Salgan bis Astor Piazzolla. Faszinierend, wie klangfarbenreich, detailgenau und reaktionsschnell Kana Sugimura (Violine), Anna Szulc-Kapala (Viola), Martha Bijlsma (Violoncello), Endri Nini (Klavier) und Konstantin Raptis (Bandoneon) miteinander musizierten.


"Milonga de Buenos Aires"

Die rhythmische Energie, die immer wieder scharf nachgezeichneten Konturen, aber auch die immer wieder aufscheinenden lyrischen Momente entfaltete das Flex Ensemble gemeinsam mit Konstantin Raptis sehr lebendig und eindringlich und mit fein ausbalancierten klanglichen Feinheiten - bei Francisco Canaros "Milonga de Buenos Aires" ebenso wie beispielsweise bei Astor Piazzollas teuflischem Tango ("Tango del diablo").


Vielschichtige Bilder

Verstärkt wurde dieser Eindruck noch durch die Videos von Tosh Leykum, die ihrerseits Bewegungen und Bilder vielschichtig kontrastierend und kontrapunktierend verbanden.


Zwei Zugaben

Klar, dass das zahlreiche Publikum restlos begeistert war und sich mit ausdauerndem Beifall noch zwei Zugaben erklatschte: Astor Piazzollas "Libertango" und Francisco Canaros "Milonga de Buenos Aires".




Ausklang


Sonntag, 8. Juli, 19.30 Uhr, Haus Contakt Coburg: Der Abschlussabend des Festivals "Klanggrenzen" steht unter dem Motto "Music Slam - Forellen-Geschnetzeltes vm Feinsten". Gestaltet wird er vom Aramis Trio, der Bratschistin Annemarie Birckner, dem Kontrabassisten Christian Ernst und dem Wort-Akrobaten Peter Weber.